14.10.2012
Schmeichelhaftes Remis gegen Vinsebeck
Dritte Niederlage in Folge so eben noch einmal abgewendet
(svk) Kollerbeck (krü). Was ist nur mit dem SV Kollerbeck los? Nach den beiden Niederlagen gegen Höxter II und TIG Brakel präsentierten sich die Grün-Weißen auch im Heimspiel gegen die Vinsebecker Teutonen erschreckend schwach. Nur mit Glück und ach und krach schaffte die Dölitzsch-Truppe ein schmeichelhaftes 2:2-Unentschieden. Bis zur 78. Spielminute führten die Gäste völlig verdient mit 2:0 Toren, ehe dann Pascal Ewers (per Foulelfmeter) und Christian Föst (83. Spielminute) zum Remis ausgleichen konnten. Ein unter dem Strich glücklicher Punktgewinn, der bei den Siegen der direkten Kontrahenten Brenkhausen/Bosseborn, TIG Brakel und Altenbergen/Vörden, das Abrutschen auf den vierten Tabellenplatz bedeutet.

Doch dann sah plötzlich alles wieder genau so aus wie in den beiden Spielen zuvor. Nach gerade mal 11 Minuten stand es 1:0 und nach nicht einmal einer halben Stunde führten die Gäste sogar schon mit 2:0 Toren. Wenn Kollerbeck auf der anderen Seite wie so oft zu Beginn der Saison an der mangelhaften Torchancenverwertung gescheitert wäre, hätte man diesen Rückstand noch schnell als Flüchtigkeitsfehler, der schnell zu korrigieren ist, abtun können. Aber erschreckend war, dass Kollerbeck völlig ideen- und konzeptlos agierte. Aus der Abwehr wurden die Bälle stur nach vorne gedroschen und im Mittelfeld und Angriff bewegten sich die Kollerbecker Kicker mit einer stoischen Gelassenheit, die einfach nur ein Stirnrunzeln hervorrufen konnte.
Symptomatisch für das beinahe gesamte Kollerbecker Spiel waren dann auch die beiden Gegentore. Bei 0:1 spielte SVK-Mittelstürmer Lukas Meyer das Leder über den ihm entgegen kommenden Verteidiger Andreas Koch hinweg direkt in den Lauf des Vinsebecker Sturmführers. Dieser ließ auf links zwei Kollerbecker Abwehrspieler stehen wie Slalomstangen und sein präziser Pass fand im Fünfmeterraum den von weiteren Kollerbecker Spielern umringten TuS-Mittelfeldregisseur Richard Weissenburger. Ohne Mühe bugsierte der Gästeregisseur das Leder dann zur Führung ins Kollerbecker Netz.
Wer jetzt an so etwas wie eine Trotzreaktion geglaubt hatte, sah sich bitterlich enttäuscht. In der gesamten ersten Spielhälfte hatte Kollerbeck lediglich eine halbwegs erfolgsversprechende Einschussmöglichkeit zu verzeichnen. Und die war erst in der 39. Spielminute zu notieren, als Pascal Ewers einen langen Ball über rechts mit dem Kopf erwischte. Aber abgedrängt durch einen Gästeverteidiger konnte der am Sonntag auf Linksaußen eingesetzte Goalgetter das Leder nur übers Tor setzen.
Besser hatte es bis dahin Vinsebeck gemacht. In der 29. Spielminute segelte ein langer Freistoß von links in den Kollerbecker Fünfer und dort hatten zwei TuS-Angreifer alle Zeit der Welt, sich das Leder per Kopf vor zu legen, um letztendlich auf 2:0 zu erhöhen. Erschreckend, wie schwach hier auch wieder die Kollerbecker Deckung aussah. Solch ein Tor durfte nie und nimmer fallen.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Kollerbeck zwar, dem Spiel so etwas wie Druck zu verleihen, doch alles was dabei raus kam, war gegenüber den ersten Spielen der Saison Stückwerk. Musste man in den ersten Spielen noch die hohe Anzahl vergebener Torchancen bekritteln, so gab es diese gegen Vinsebeck mit einem Male gar nicht mehr. „Wir sind total enttäuscht, von dem was wir hier von Euch zu sehen bekommen“, meinten die Vinsebecker Fans zum Pausenwechsel und eingefleischte SVK-Fans wie der ehemalige Vereinsvorsitzende Johannes Struck fragten sich, „wie kann das sein? Die spielen ja total lustlos“.
Dass unter dem Strich dann doch noch ein 2:2 heraus sprang, lag weniger an einer Kollerbecker Leistungssteigerung, als vielmehr an einer gehörigen Portion Glück. Das 1:2 entsprang einem Elfmeter, den so wohl nur einer von 100 Schiedsrichtern gegeben hätte. Der frisch eingewechselte Alexander Rheker ging im Gästestrafraum theatralisch zu Boden und der ansonsten souverän und sicher pfeifende Schiedsrichter zeigte zur Freude der Kollerbecker in der 78. Spielminute auf den ominösen Punkt. Pascal Ewers ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und verwandelte sicher.
Dass hierdurch noch einmal so etwas wie Ehrgeiz geweckt wurde, war das einzige, was den Grün-Weißen am Sonntag zugute gehalten werden konnte. Denn nun erkannte man, dass noch etwas zu retten war. Und so dauerte es auch nur drei Minuten, ehe Christian Föst aus unmöglichem Winkel einen Freistoß von Michael Meyer zum viel umjubelten Ausgleich in der 81. Spielminute einköpfte.
Wenn jetzt alle auf den nächsten Spieltag und auf das vermeintliche Spitzenspiel beim Tabellenführer Brenkhausen/Bosseborn schielen, so kann einem eigentlich nur angst und bange werden. Mit einer derart unmotivierten und spielerisch ideenlosen Vorstellung wie gegen Vinsebeck muss ein Debakel befürchtet werden. Einzig die Hoffnung, dass man Spiele wie gegen Bredenborn (5:0 im Eichenwald) hinlegen kann und die Motivation, dem Spitzenreiter ein beachtenswertes Bein stellen zu können, lassen für den nächsten Sonntag noch Raum für Spekulationen.
Kollerbeck kann das Fußballspielen nicht innerhalb von 14 Tagen verlernt haben. Die Grün-Weißen müssen sich nur an ihre Tugenden zurück erinnern, die sie in den letzten Jahren so stark gemacht haben. Mit halber Kraft und vor allem halbem Ehrgeiz lässt sich auch in der Kreisliga A nichts bewegen. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit sich die SVK-Kicker in ihrer Ehre angepackt fühlen.
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Martin Rheker, Dominik Abitz, Andreas Koch, Marc Neumann, Michael Meyer, Christian Föst, Martin Skatulla (70. Alexander Rheker), Pascal Ewers, Lukas Meyer (49. Raphael Föst), Sven Abitz (83. Jan Dyballa)
Leitete mit "seinem" Elfmeter den Punktgewinn für den SVK ein: Alexander Rheker wurde in der 78. Spielminute eingewechselt