10.06.2012
Glanzvoller Abschied von den Heimfans
SVK fegt den SV 30 Bergheim 9:0 vom Platz
(svk) Im letzten Heimspiel der Saison hat der SV Kollerbeck noch einmal ein erstes dickes Ausrufezeichen hinter eine ohnehin schon sensationelle Saison 2011/2012 gesetzt. Mit sage und schreibe 9:0 Toren wurde der Gegner aus Bergheim – immerhin Ligafünfter - mal so richtig aus dem Rehbergstadion geschossen. So ganz nebenbei hat der SVK damit auch seine 100 Saisontore vollgemacht. Vorbehalten war das Jubiläumstor Neuzugang Martin Skatulla aus Bödexen, der zwischenzeitlich zum viel umjubelten 7:0 traf. Ansonsten stand das Spiel ganz im Sternzeichen des Doppelpacks: Lukas Meyer, Christian Föst, Pascal Ewers und Stefan Klocke trafen allesamt zweifach. Nicht getroffen hat unglücklicherweise trotz einer Vielzahl von Chancen und guten Wünschen Mikael Grunwaldt, der sich von seinen Fans also ohne Bude verabschiedete. Er orientiert sich beruflich um und wird seinen Spielerpass in Bochum abgeben.

„Eines der spielerisch interessantesten Spiele an diesem Spieltag.“ So hatte die Neue Westfälische in seiner Samstag-Ausgabe das Match zwischen dem Tabellenzweiten und –fünften eingeordnet. Schließlich hätten beide Mannschaften derzeit einen phantastischen Lauf. Doch Lauf hin oder her. Ein 9:0 spricht dann doch wieder eine einigermaßen verständliche Sprache.
Doch darf man an dieser Stelle nicht verkennen, dass der SVK bei ungünstigem Verlauf durchaus in Rückstand hätte geraten können. Denn die Anfangsphase gehörte dann doch eher dem Gast. Und der kam nach Patzern von Jens Schölzel mit einem verkorksten Abwurf und von Mikael Grunwaldt mit einem ebenso verpatzen Dribbling am eigenen Sechzehner zu zwei sehr guten Möglichkeiten, die aus Kollerbecker Sicht glücklicherweise nicht genutzt wurden. Keine gute Effizienz der Schwarz-Weißen in dieser Phase.
Ganz anders jedoch die Grün-Weißen, die in dieser Disziplin in Halbzeit Nummer eins mal so gar nichts anbrennen ließen. Zunächst war es Lukas Meyer in der 15. Spielminute, der nach einem fix ausgeführten Freistoß seines Bruders den Ball gar nicht mal so richtig traf und doch zum Torerfolg kam. Damit stand es 1:0 und das Spiel sollte doch jetzt eigentlich flüssiger daher kommen. Es tat es aber nicht. Das böse „Sch…“-Wort war in dieser Phase des Spiels tatsächlich in aller Munde. Zu wenig wollte auf beiden Seiten gelingen. Dass dieses Wort dann irgendwann wieder aus dem aktiven Kollerbecker Wortschatz verschwand, dafür sorgten die Spielminuten 37 bis 45. Denn innerhalb dieser neun Minuten schraubte der SV Kollerbeck das Ergebnis auf 4:0 herauf. Insbesondere verantwortlich war hierfür der in der 30. Spielminute für Mario Mugabe (Oberschenkelzerrung) eingewechselte Pascal Ewers. Zunächst legte er mustergültig auf Christian Föst auf, der per Flugkopfball mal so gar keine Probleme mit dem Tor hatte. Und in der 45. Und 46. Spielminute traf der über alle Maßen flinke Flügelflitzer dann höchstselbst nach zwei ebenso mustergültigen Zuspielen von Michael Meyer.
Zur Halbzeit stand es also 4:0 und Norbert Dölitzsch machte in der Kabine in aller Bescheidenheit auf die Tatsache aufmerksam, dass nun nur noch drei Tore bis zur 100 fehlen würden. Sollte dies wohl gelingen?
Jau, es gelang. Dass daran aber mal so gar keine Zweifel aufkamen, dafür sorgten die beiden Blitzbuden unmittelbar nach Wiederanpfiff durch Stefan Klocke nach Doppelpass mit Michael Meyer (50.) und Christian Föst nach schöner Vorarbeit von Stefan Klocke (51.). Jetzt fehlte also nur noch eine Bude.
Die sollte jedoch tatsächlich glatte zwanzig Minuten auf sich warten lassen. Zuvor hatte Christian Föst seinen Platz für Martin Skatulla geräumt und Mikael Grunwaldt den Platz in der Spitze eingenommen. Ihm gönnten nicht wenige Fans dieses besondere Tor. Und tatsächlich sollte unser „Everybody‘s darling“ mit Zeug zum Musterschwiegersohn jetzt so einige Einschussmöglichkeiten bekommen. Allein er traf die Bude nicht, sodass es irgendwann Martin Skatulla zu bunt wurde. Nach einer Ecke von Michael Meyer drückte der Bödexer den Ball völlig humorlos mit Wucht in die Bergheimer Maschen (70.)
Damit war das hundertste Tor der Saison geschossen und der Knoten wieder geplatzt. Jetzt ging es also wieder flott weiter mit dem lustigen Torreigen. Lukas Meyer traf in der 75. Spielminute immerhin auf Zungenschnalzerzuspiel von Mikael Grunwaldt per Hacke und Stefan Klocke stellte in der 84. Spielminute den Endstand her: 9:0.
Wie heißt es immer so schön im Fußballkommentatorenjargon: Bei konsequenter Chancenauswertung wäre durchaus auch ein zweistelliges Ergebnis im Bereich des Möglichen gewesen. Nie war der Spruch so wertvoll wie heute. Doch Schwamm drüber! Auch ohne das zehnte Tor war es ein sehr unterhaltsamer, wenngleich wenig spannender Fußballnachmittag gewesen. Und so manch ein Zuschauer hat mit Sicherheit auch zeitweise die mehr als dürftige Vorstellung der deutschen Elf am Vorabend vergessen. Und weiter auf diesem Weg des Vergessens konnte der Fan dann auch nach Abpfiff gehen: Denn die Mannschaft hatte es sich wie in den Vorjahren nicht nehmen lassen, 50 Liter eines köstlichen Kaltgetränkes kostenlos unter die Leute zu bringen. So sagten alle am Ende „Danke!“ für eine grandiose Saison, die ohne den FC Stahle noch ein großes Stück weit grandioser zu bewerten gewesen wäre und die im Übrigen ja auch noch gar nicht vorbei ist. Am kommenden Freitag um 19:00 Uhr will ja schließlich der FC Nethetal auch noch geschlagen werden.
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Martin Rheker, Pascal Wegener, Mikael Grunwaldt, Torben Rheker, Michael Meyer, Mario Mugabe (30. Pascal Ewers), Stefan Klocke, Lukas Meyer, Christian Föst (55. Martin Skatulla), Marc Neumann
Danke für alles, Mikael. Wie werden Dich vermissen. Glück-auf!