SV Kollerbeck

Service

Suche

Termine

2025

Keine Termine vorhanden.
28.10.2004

Neue Kollerbecker Generation

B-Liga-Spitzenreiter hat eigenen Geschichts-Rekord bereits verbessert

(svk) Abgetaucht. Für Jahre spielte der SV Kollerbeck im Fußballkreis Höxter nur noch eine untergeordnete Rolle. Das einstige Flaggschiff dümpelte in der B-Liga wie ein abgewrackter Kutter vor sich hin. Doch diese Zeiten sind endgültig Vergangenheit. Grün und weiß, die Vereinsfarben des SVK, sind wieder in. Eine junge, talentierte Mannschaft eilt in der B-Liga von Sieg zu Sieg und hat im Kreispokal bereits für zwei »Paukenschläge« gesorgt.

»Das kann wieder ein erstklassiger Dampfer werden«, sind sich nicht nur die Fans des SVK im Hinblick auf die Rückkehr in die A-Liga sicher. Neun Spiele, neun Siege. In der Tat steuert der SVK mit voller Kraft voraus zurück in die Erstklassigkeit des Fußballkreises Höxter. Dort, wo einst die Köhnes, Reinhards und Wittrocks für Furore sorgten. Nach Jahren der Entbehrungen und des Stillstands sorgt die neue Fußball-Generation »made in Kollerbeck« für Aufsehen und lässt Sonntag für Sonntag aufhorchen.
Aufwärts ging es bereits im abgelaufenen Spieljahr. Als der neue Spielertrainer Jörg Hundertmark die Regie übernahm und sich einige Youngster zur Mannschaft gesellten, überwogen die Erfolgs- endlich die Negativerlebnisse. Das Spieljahr 2003/2004 schlossen die Kollerbecker mit dem vierten Platz ab. »Mir war klar, dass wir ab August 2004 eine gute Rolle spielen würden. Doch das es so gut laufen könnte, daran hat bei uns niemand geglaubt«, so der 35-jährige Hundertmark.
Die Zuversicht vor dem ersten Meisterschaftsspiel gegen die SG Bökendorf/Bellersen (2:0) war berechtigt, denn mit guten Leistungen in der Vorbereitung und im Kreispokal - Bezirksliga-Absteiger VfB Beverungen und Bezirksligist SV Fürstenau/Bödexen wurden aus dem Wettbewerb befördert - hatte das Team bereits aufhorchen lassen. »Nicht ein Spieler aus der Vorsaison hat uns verlassen und vier weitere talentierte Juniorenspieler gesellten sich zur Mannschaft«, erklärt der Übungsleiter den Aufwärtstrend mit der deutlich verbesserten Personalstruktur. Doch damit nicht genug: Elmar Happe, bis Anfang Juni Verbandsligaspieler beim SV Höxter, kehrte zu seinem Heimatverein zurück. Routinier Happe, zunächst noch verletzt, stieg am 3. Oktober beim Spitzenspiel gegen die SG Sandebeck ins Geschehen ein. Der SVK gewann diese richtungsweisende Partie 2:1 und übernahm nach dem sechsten Spiel die Tabellenführung. »Elmar spielt bei uns im zentralen Mittelfeld und behält den Überblick«, stellt der ehrgeizige Trainer die Wichtigkeit des Heimkehrers heraus. Mit ihm ist der grün-weiße Express noch unberechenbarer und für die Konkurrenz fast uneinholbar geworden.
Waren es einst in den erfolgreichen Jahren die Reinhard-Brüder, die für das Namensübergewicht und die stabilen Leistungen sorgten, sind es nun die Rhekers. Die Brüder Carsten und Torben sowie der nun aus der A-Jugend aufgerückte Niclas können die Konkurrenz bei soviel Rheker schon einmal verwirren. Und überhaupt, der Niclas. Der 18-Jährige hat sich gemeinsam mit dem torgefährlichen Michael Meyer auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Jens Schölzel und Simon Reinhard, ebenfalls bis Juni noch bei den A-Junioren aktiv, sind auf einem sehr guten Weg. »Über kurz oder lang werden sie ebenfalls feste Größen sein«, so Hundertmark.
Einstellung und Stimmung könnten beim SVK angesichts der Rekord-Siegesserie nicht besser sein. »Wir bewegen uns auf einer Euphoriewelle. Alle Spieler kommen zu den Trainingseinheiten. Es macht einfach riesigen Spaß«, schwärmt Hundertmark, der ausschließlich über Kollerbecker Jungs verfügt und vor seiner SVK-Zeit den lippischen B-Ligisten TSV Rischenau coachte. Der Spielertrainer, der seine Stärken auf der rechten Mittelfeldseite hat, denkt daran, nur noch sporadisch ins Spielgeschehen einzugreifen. »Ich bin in einem Alter, in dem mir die Jungen davon laufen und wir verfügen inzwischen über genügend Alternativen.«
Am Sonntag soll Sieg Nummer zehn gegen den FC Stahle gelingen. Neun Siege in Folge hat es in der Vereinsgeschichte noch nicht gegeben. Am Ende steht aber das Wichtigste: »Aufstieg in die A-Liga«. So wie 1989, als die Kollerbecker letztmals und glorreich von der Zweit- in die Erstklassigkeit emporstiegen.