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09.04.2012

SVK besiegt Fürstenau, Wind und Wetter

SVK I vs.SV Fürstenau/Bödexen 2:1 

(svk) Schiedsrichter Helge Heinemann hatte bereits zwei Minuten zuvor die Hand mit den zwei Fingern in den kalten Aprilwind gehalten. Zwei Minuten Verlängerung hieß das. Und die waren also so gut wie um. 1:1 der Spielstand. Zu wenig für den SVK und seine Ambitionen. Ein allerletztes Mal ist es der eingewechselte Lukas Meyer, der beim Stand von 1:1 noch einmal seinen Mannschaftskameraden Torben Rheker auf dem linken Flügel auf die Reise schickt. Der flankt scharf vor das gegnerische Tor und dann ist es tatsächlich ein Fürstenauer Spieler, der das Spielgerät in allerletzter Sekunde über die eigene Torlinie bugsiert. Kollerbeck gewinnt mehr als glücklich mit 2:1 und trägt einmal mehr Beweise für gleich zwei Fußballweisheiten bei. Zum einen dauert ein Spiel eben doch 92 Minuten. Und zum anderen gewinnst du solche Spiele eben nur dann, wenn du oben stehst. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Machen wir es also kurz. Die erste Halbzeit war grausam gewesen. Klar kann man nun dem mehr als böigen Wind im Kollerbecker Rehbergstadion eine Teilschuld in die Fußballschuhe schieben. Denn mit dem hatten beide Mannschaften tatsächlich schwer zu kämpfen. Und doch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch bei absoluter Flaute der Angriff des SVK derselben geglichen hätte. Zu viele technische Fehler durchzogen das Kollerbecker Aufbausspiel.
 
Dabei hatte doch alles so gut angefangen. Es waren nämlich keine sechs Minuten gespielt, da bot sich Mario Mugabe bereits die erste Einschussgelegenheit. Allein sein Schuss mutierte leider zum Schüsschen. Nur fünf Minuten später war es dann Christian Föst, der mit einem Heber aus 16 Metern fast Erfolg gehabt hätte. In allerletzter Not kann ein gegnerischer Verteidiger den Ball jedoch mit dem Kopf am Einschlag hindern.
 
Dann jedoch geriet das Spiel mehr und mehr ins Stocken. Der Gegner aus Fürstenau und Bödexen kontrollierte zusehends das Geschehen auf der Asche und kam in der 16. Spielminute zur Führung. Bei dem vorausgegangenen Konter hatte  die Kollerbecker Hintermannschaft freilich nicht allzu gut ausgesehen. Erst verlor Pascal Wegener den entscheidenden Zweikampf auf links mehr oder weniger unglücklich. Dann war die Innenverteidigung bestehend aus Martin und Alexander Rheker einfach nicht auf dem Posten. Und weil Jens Schölzel bereits halb aus seinem Tor geeilt war, hatte der gegnerische Stürmer wenig Probleme damit, zu zeigen, wie ein Heber richtig geht. Erste Chance also und erster Treffer. Dumm gelaufen!
 
Hatte das Spiel der Kollerbecker bereits vor dem Gegentor gehakt, so mussten nun die etwa 80 Zuschauer den kompletten Bruch in grün und weiß mitansehen. Da wollte einfach nichts mehr gelingen. Seinen Teil dazu bei trug natürlich auch der Gegner, der ordentlich zu Werke ging und so kaum noch eine Kollerbecker Chance zuließ. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff des Unparteiischen wurde es noch zwei, drei Mal brenzlig vor dem Fürstenauer Tor. Ausgangspunkt waren jeweils Standardsituationen. In der 38. Spielminute war es Martin Rheker gewesen, der im Anschluss an eine Ecke den Ball mit seinem Haupt nur neben das Tor setzte. Empfindlich knapper wurde es dann schon zwei Minuten später, als wieder eine Ecke durch Michael Meyer für Gefahr sorgte. Dieses Mal fand der Ball ohne Zutun eines weiteren Spielers allein den Weg an die Querlatte. Wie gesagt, den Wind musste man immer mit auf der Rechnung haben an diesem Tag. Ob nun als Mit- oder als Gegenspieler, das wechselte minütlich. Und noch einmal hätte es 1:1 heißen können nach einer Ecke. Denn in der 42. Spielminute hatten nach einem Kopfstoß von Pascal Ewers schon viele Kollerbecker den Torschrei auf den Lippen. Doch dieses Mal klärte ein gegnerischer Verteidiger auf der eigenen Torlinie.
 
So ging es mit einem 0:1 in die Kabine, wo – soviel darf gesagt werden – der Trainer alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Jungs war. Was auch immer er aber seinen Spielern mit auf den Weg gab, es scheint gefruchtet zu haben. Denn der SVK kam nun aggressiver und williger aus der Kabine. Glücklicherweise dauerte es dann  auch nur eine einzige Minute bis zum Ausgleich.
 
Das Geburtstagskind Marc Neumann – er wurde heute 25 – beschenkte sich selber mit einem tollen Passe auf Torben Rheker und trug so einen gehörigen Anteil an der Beruhigung des Kollerbecker Spiels bei. Nicht auszudenken, wenn es längere Zeit 0:1 gestanden hätte. So aber schloss Torben Rheker den Angriff ruhig und abgeklärt mit dem 1:1 ab und es war noch 45 Minuten Zeit, um das Siegtor zu erzielen.
 
Machen wir es auch hier wieder kurz: 45 Minuten reichten nicht für den Sieg. Vielmehr waren es 47 Spielminuten, die erforderlich waren, bis das eingangs geschilderte und viel umjubelte Tor zum 2:1 fiel. Und bis dahin waren – das sollte nicht verschwiegen werden – auch einige brenzlige Situationen zu überstehen. Dazu gehört beispielsweise die 47. Spielminute, als es Keeper Jens Schölzel noch so eben gelingt, den Ball an den Pfosten zu lenken. Andernfalls wäre man wieder in Rückstand geraten.
 
Aber sei es drum, am Ende stand es 2:1 und in ein paar Tagen respektive Wochen fragt wohl niemand mehr nach dem Zustandekommen dieses Sieges. Oder vielleicht doch? Vergessen sollte man nämlich nicht, dass der SVK ein gutes Stück seiner Souveränität in der Hinserie hat liegen lassen. Last-Minute-Siege gegen Brakel und insbesondere gegen Altenbergen und jetzt Fürstenau/Bödexen jedenfalls werden zwar auch mit drei Punkten belohnt und lassen so den Abstand auf Tabellenführer Stahle nicht anwachsen. So richtig beruhigend fürs Nervenkostüm allerdings sind sie auch nicht. Von daher bleibt abzuwarten, ob der SVK bis zum Spiel gegen Stahle am 6. Mai den Titelkampf noch einigermaßen offen halten kann. Eins ist jedoch bereits klar: Dominanz geht anders.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Pascal Ewers wegen zu exzessiven Torjubels gelb und gelb-rot bekam. Die Folgen jedoch sind glücklicherweise überschaubar.
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Martin Rheker, Alexander Rheker, Pascal Ewers, Torben Rheker, Michael Meyer, Pascal Wegener, Mario Mugabe (63.Stefan Klocke), Benedict Lange (78. Lukas Meyer), Christian Föst, Marc Neumann
Heute der Matchwinner mit anderthalb Toren von seiner linken Seite aus: Torben Rheker