Lachen oder Weinen?
SVK und TIG Brakel trennen sich 3:3
(svk) So richtig wusste nach dem Spiel niemand, ob er denn lachen oder weinen sollte. Nicht die Kollerbecker, die zunächst 0:2 zurückgelegen hatten, dann das Spiel noch drehen konnten und trotzdem am Ende nur einen Punkt in den Händen hielten. Und auch nicht die Türken, die in Unterzahl noch den Ausgleich erzielt hatten, aber denen in den letzten 5 Minuten gleich zwei Mal der Siegtreffer aberkannt wurde. Gewonnen haben im Endeffekt jedoch alle Zuschauer, die ein sehr unterhaltsames und an Spannung kaum zu überbietendes Spiel mit offenen Visieren gesehen hatten. Die Tore für den SVK erzielten einmal mehr Carsten Rheker (2) und Elmar Happe.
Seinen Respekt gerade vor der Abwehrleistung der Türken hatte Jörg Hundertmark auch vor dem Spiel noch einmal deutlich zu erkennen gegeben. Zusätzlich hatte der Trainer im Hinblick auf die in Spielen gegen Türken oft hoch kochenden Emotionen kurzerhand den Strafenkatalog unter anderem für gelbe und rote Karten wegen Meckerns und andere Unsportlichkeiten auf das Doppelte erhöht. Eine Maßnahme, die griff, denn die Kollerbecker hielten sich trotz mancher Provokation vorbildlich zurück.
Nicht zurück hielten sich die Hundertmark-Jungs dagegen in spielerischer Hinsicht. Das ließ sich schon sehr gut anschauen, was die Elf gerade in den ersten zehn Minuten bot. Da lief der Ball gut durch die Reihen und da wurden sich Torchancen überwiegend per Kopf erspielt. Was dann in der 11. Spielminute jedoch folgte, war ein Schock für alle Kollerbecker Anhänger. Der im bisherigen Saisonverlauf sehr starke spielende Matthias Brisgies verlor als Manndecker den Ball in einem unnötigen Zweikampf und die Brakeler nutzten die sich dadurch ergebende Chance eiskalt zum 0:1. Und in der 26 Spielminute fiel auch schon das 0:2. Wie genau dieser Ball schließlich seinen Weg in das Kollerbecker Gehäuse fand, darüber konnte kaum jemand Auskunft geben. Fakt ist aber, dass auch bei diesem Tor die Abwehr alles andere als souverän agiert hatte. Doch auch von diesem Tor ließen sich die Kollerbecker nicht entmutigen. Sie spielten weiter frisch nach vorne und kamen praktisch mit dem Pausenpfiff zum verdienten Ausgleichstreffer durch Carsten Rheker. André Struck hatte von der halblinken Seite einen Freistoß in den Sechzehner gebracht und Elmar Happe gekonnt mit dem Kopf auf Carsten Rheker abgelegt. Der ließ sich es sich nicht nehmen, den Ball per Flugkopfball zu versenken.
„Mensch, das hier ist nicht die Abwehr, die bisher so wenig Gegentore bekommen hat. Die ist doch zu knacken“, so ein vor Zuversicht und Optimismus strotzender Trainer Hundertmark in der Kabine. und weiter: „Das Spiel gewinnen wir. Da bin ich mir sicher!“
Und tatsächlich brannten seine Jungs nach der Pause noch einmal ein richtiges Feuerwerk ab. Jetzt ergaben sich Chancen hüben wie drüben im Fünfminutentakt. Die beste Gelegenheit des Tages hatte dabei sicherlich Carsten Rheker in der 55. Spielminute, als der Torwart bereits ausgespielt worden war und „Schmettjan“ eigentlich nur einschieben braucht. Doch der Ball versprang und es verblieb beim knappen Rückstand. Allerdings nicht mehr lange, denn in der 62. Spielminute war es Elmar Happe, der einmal mehr seine Kopfballstärke ausspielte und eine Flanke von Jens Schölzel perfekt verarbeitete. Und keine Minute später führten die Kollerbecker bereits durch Carsten Rheker, der eine Flanke von Elmar Happe sensationell mit links und volley in den Kasten donnerte. Und als dann die Gäste in der 63. Spielminute wegen Nachtretens auch noch dezimiert wurden, glaubten viele an den fünften Sieg im fünften Heimspiel. Doch die Kollerbecker ließen sich jetzt trotz Überzahl zu weit in den eigenen Sechzehner drängen und fingen sich zwangsläufig den erneuten Ausgleich nach einer Ecke. Und auch danach spielten nur noch die Türken, die auch noch zwei Mal den Ball im Tor versenkten. Beide Treffer wurden jedoch vom Unparteiischen wegen Abseitsstellung und Foul an Sascha Niemeier nicht anerkannt. Zumindest die zweite Entscheidung war höchst fragwürdig. Dass jetzt jedoch die Nerven einiger Türken durchgingen und einzelne Spuckattacken gefahren wurden, dafür kann das keine Entschuldigung sein.
Der SVK spielte mit folgender Besetzung: Sascha Niemeier, André Struck, Matthias Brisgies, Alexander Rheker, Stefan Bielefeld, Elmar Happe, Jens Schölzel, Niklas Rheker, Michael Meyer (82. Jörg Hundertmark), Torben Rheker (87. Simon Reinhard), Carsten Rheker