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23.10.2011

0:2-Rückstand noch in 5:2-Sieg gedreht

Vier Tore durch Michael Meyer im Derby gegen Bredenborn

(svk) Bredenborn (krü). In einem durch und durch kuriosen Nachbarschaftsderby bezwang der SV Kollerbeck die Bredenborner „Germanen“ mit 5:2 Toren. Mann des Tages war ohne jeden Zweifel Mittelfeldlenker Michael Meyer. Der lange Schlacks aus Bönekenberg erzielte vier Tore selbst und beim 5. Tor durch Mittelstürmer Mario Mugabe legte er per Ecke vor. Dass ihm dabei zwischen der 55. und 61. Spielminute drei Treffer am Stück und somit ein lupenreiner Hattrick gelang, untermauerte nur dieses Prädikat.

In der ersten Viertelstunde sah alles nach einer deutlichen Packung für die Dölitzsch-Truppe aus. Zu diesem Zeitpunkt stand es nicht nur völlig überraschend 2:0 für Bredenborn. Die ganze Spielanlage und die Körpersprache der Kollerbecker ließ gar nichts Gutes erahnen. Behäbig und schlafmützig wie nach einer durchzechten Nacht bewegten sich die Grün-Weißen. Am Gegner war man ständig zu spät und wenn man mal ausnahmsweise in Ballbesitz kam, unterliefen durch die Bank haarsträubende Abspielfehler.
 
So dauerte es auch nicht lange, ehe Schwarz-Geld das erste Mal jubeln konnte. Auf der rechten Abwehrseite rutschte Torben Rheker aus und schwupps hatte sich sein Gegenspieler durchgespielt und auf den völlig freistehenden Mittelstürmer passen können. Der wiederum hatte keinerlei Mühe, aus kurzer Distanz chancenlos für Keeper Sascha Niemeier einzuschießen.
 
Obwohl Kollerbeck anschließend noch zwei hochkarätige Chancen zum eigenen Torerfolg hatte (Christian Föst donnerte einen Kopfball an die Latte und Stefan Klocke verpasste eine Ewers-Hereingabe nur um Millimeter), war es erneut Bredenborn, das Jubeln durfte. Fast als Kopie vom 1:0 konnte sich der SVB-Linksaußen nach einem Wegener-Fehlpass frei spielen und erneut auf seinen Mittelstürmer auflegen. 2:0 nach nur 15 Minuten. Ein Schock, der so leicht nicht verdaut wurde.
 
Bei Kollerbeck gelang weiterhin kaum etwas. Die Bewegungen zum Ball blieben halbherzig. An ideenreiches Aufbauspiel war gar nicht zu denken. Selbst als Michael Meyer in der 27. Minute ein Geschenk der „Germanen“ eiskalt ausnutze, änderte sich nicht viel. Ein Bredenborner Verteidiger spielte den Ball unbedrängt zu seinem Torwart zurück. Michael Meyer sprintete dazwischen und erreichte den Ball vor dem Germanen-Keeper. Dass sein Schuss von der Sechszehnergrenze ins fast leere Tor zum 1:2 einschlug, war gar nicht mal so einfach, wie es den Anschein gehabt haben mag.
Bis zum Wechsel kam die Versen-Elf noch zu weiteren Torgelegenheiten. Dies aber weniger, weil man selbst so überragend spielte, als vielmehr, weil die Kollerbecker völlig von der Rolle waren. Insbesondere die Abwehr leistete sich eine derart schwache Halbzeit mit Querschlägern und Fehlpässen sowie verlorenen Zweikämpfen, dass einem für die zweiten 45 Minuten nur Angst und Bange sein konnte.
 
Doch zum Glück gab es ja die Halbzeitpause. Die dauerte erstaunlich lange, was wohl in erster Linie daran gelegen hat, dass Norbert Dölitzsch mehr Zeit als sonst brauchte, um jedem seiner elf Akteure die Haare zu waschen. Dass diese Maßnahme fruchtete, konnte man nicht nur schnell sehen, sondern auch am Ergebnis messen. Drei Minuten nach dem Wechsel wuchtete sich Mittelstürmer Mario Mugabe in eine Meyer Ecke und egalisierte so die Bredenborner Führung mit einem herrlichen Flugkopfball.
 
Danach war es dann um Schwarz-Gelb geschehen. Insbesondere, weil Michael Meyer nunmehr zur Höchstform auflief. Jeder Ball und jeder Schuss fanden den Weg ins Netz. Dass es so ganz nebenbei noch zum Hattrick reichte, ist umso schöner, zumal es in einem Nachbarschaftsderby passierte.
 
In der 55. Minute war Michael Meyer einen Tuck schneller als sein Gegenspieler am Ball und aus vollem Lauf donnerte der Kollerbecker „Zehner“ das Leder unhaltbar ins lange untere Toreck.
 
Drei Minuten später schaffte er das gleiche Kunststück mit einem ruhenden Ball. Einen Freistoß jagte der lange Mittelfeldmann an der Mauer vorbei ins kurze obere Toreck. Und wiederum nur drei Minuten später war es Meyer, der einen Konter nach Zuspiel von Mario Mugabe zum 5:2-Endstand abschloss.
 
Das Spiel zwar vom Ergebnis her zu diesem Zeitpunkt zwar gegessen, aber wenn die Grün-Weißen nun die sich ihnen bietenden Chancen besser genutzt hätten, wäre selbst ein zweistelliges Ergebnis nicht unrealistisch gewesen. Allein Mario Mugabe hatte zwei so genannte hundertprozentige Chancen auf dem Fuß (69. und 77. Spielminute). Und wenn von den restlichen Torchancen nur jede zweite rein gegangen wäre, wären die zehn Tore erreichbar gewesen. Torben Rheker (85.), Kevin Mönks (86.), Pascal Ewers (88. und 90.) hätten mit etwas mehr Konzentration und Durchschlagskraft den Germanen ein Debakel verpassen können.
 
Die zweite Hälfte in Bredenborn zeigte einmal mehr, dass beim SVK viel über die mentale Einstellung zu machen ist. Zwei völlig gegensätzliche Halbzeiten wie jetzt in Bredenborn, darf es eigentlich nicht geben. Im zweiten Durchgang deutete man – ohne gänzlich zu überzeugen – das Potenzial an. In den ersten 45 Minuten zeigte man, dass in der A-Liga mit halber Kraft und halben Willen kein Blumentopf zu gewinnen ist. Aber wer kann schon ständig unter Hochspannung agieren. Es sollten auch solche Phasen toleriert werden, zumal der Fußball für die meisten immer noch die schönste Nebensache der Welt ist. Aber halt nur Nebensache…
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Christian Föst, Marc Neumann, Mario Mugabe (78. Kevin Mönks), Pascal Ewers, Torben Rheker, Stefan Klocke, Mikael Grunwaldt (65. Steffen Rheker), Jens Schölzel (85. Benedikt Lange), Michael Meyer, Pascal Wegener

Konnte es in Halbzeit Nummer eins kaum fassen: Sacha Niemeier