28.08.2011
Schwere Geburt in Tietelsen
SVK gewinnt 2:1
(svk) Tietelsen (krü). „Das war eine schwere Geburt“, brachte Karl-Heinz Mönks nach dem Schlusspfiff des gut pfeifenden Unparteiischen vom TSC Steinheim die 90 Minuten beim Aufsteiger in Tietelsen das auf einen treffenden Nenner, was zumindest alle Kollerbecker Zuschauer auch dachten. Mit Kampf und am Ende noch einmal Glück gewannen die Grün-Weißen im Bergdorf knapp aber hoch verdient mit 2:1 Toren. Mario Mugabe in der 55. und Stefan Klocke zwei Minuten später drehten ein Spiel, dass zumindest im ersten Spielabschnitt völlig verschlafen wurde. Spannend wurde es, als 26 Minuten vor Spielende Kapitän Marc Neumann mit gelb-rot vom Platz musste. In Unterzahl kamen die zu diesem Zeitpunkt drückend überlegenen Kollerbecker noch das ein und andere Mal gefährlich in Bedrängnis.
Wegen des Bezirksschützenfestes im Nachbardorf Dalhausen wurde die Partie gegen den Neuling drei Stunden später als normalerweise angepfiffen. Doch wer gedacht hatte, dass das Team von Norbert Dölitzsch ob dieser Verschiebung ausgeschlafen ans Werk gehen würde, sah sich böse getäuscht. So wie sich die favorisierten Grün-Weißen in den ersten 25 Minuten präsentierten, konnte man leicht den Verdacht haben, dass das Spiel im Kopf schon vor dem Anpfiff gewonnen hatten.
Ohne jeden Biss und ohne Laufbereitschaft wurden die leichtesten Bälle vertändelt. Bestes Beispiel für diese hochnäsige Spielweise war der schnelle Treffer zur Tietelser Führung in der 14. Spielminute. Stefan Klocke verlor zehn Meter in der Hälfte des Gastgebers den Ball, mit zwei, drei schnellen Pässen hatte der Aufsteiger die kaum präsente SVK-Abwehr ausgespielt, Mittelstürmer Güthoff ließ mit einer Körpertäuschung Pascal Wegener ins Leere laufen und mit einem trockenen Spannschuss war auch Keeper Sascha Niemeier schnell überwunden.
Wer jetzt geglaubt hatte, dass dieser Rückstand so was wie ein Wachrüttler sein würde, sah sich abermals getäuscht. Kollerbeck kam zwar bis zum Seitenwechsel zu einigen Torchancen, aber diese resultierten allesamt nur aus Einzelaktionen und weniger aus gelungenen Kombinationen.
Insbesondere Stefan Klocke war es, der seinen Patzer vor dem 1:0 wettmachen wollte. Er allein kam mit mächtigen Distanzschüssen (16. und 18. Minute) und einem prächtigen Kopfball in den Winkel (44. Spielminute) zu bemerkenswerten Chancen, aber das war es dann auch schon. Dass Norbert Dölitzsch mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden war, merkte man weniger in der Halbzeitpause, als die Besprechung von außen recht ruhig aussah, als vielmehr an der Spielweise der Kollerbecker nach dem Wechsel.
Endlich mal wurde gefightet, endlich wurde auch mal Druck gemacht. Die Tietelser machten bereits zur Pause einen doch recht schlappen Eindruck. Ob die Kraft und vor allem die Technik für die A-Liga reichen wird, muss doch jetzt schon in dieser frühen Meisterschaftsphase bezweifelt werden. Da sind doch zu viele spielerische und technische Mängel im Team auszumachen, die auf eine sehr schwere Saison in der ersten Kreisklasse für die Bergdörfler hindeuten.
Ob es nun also an der körperlichen Schwäche der Tietelser oder mehr am Druck der Kollerbecker lag, sei einmal dahin gestellt. Die Antwort wird wie so oft in der Mitte liegen. Auf jeden Fall dauerte es nur 12 Minuten, da hatte der SVK aus dem 0:1 ein 2:1 gemacht. In der 55. Minute war es Neuzugang Mario Mugabe, der eine Ecke von Michael Meyer mustergültig mit dem Kopf in den Winkel wuchtete und nur zwei Minuten später war es Stefan Klocke, der eine schöne Vorarbeit von Alexander Rheker ins lange Eck zum zweiten SVK-Treffer nutzen konnte.
Danach spielte sich das Spiel nur noch in der Hälfte der Gastgeber ab. Kaum jemand zweifelte an einem deutlichen Sieg der Grün-Weißen, doch dann kam ein erneuter Knick ins Spiel. Marc Neumann reklamierte wegen eines Allerweltsfouls an der Mittellinie beim Schiri so lange, bis er nach dem ersten Gelb auch das zweite Gelb, gleichbedeutend mit dem Verweis vom Platz, bekam. Seine Beteuerungen „Ich habe nichts gesagt“, halfen weder ihm noch seinem Team. Der SVK-Kapitän musste runter und die Kollerbecker mussten in den verbleibenden 26. Spielminuten unnötig Stress durchstehen. Die an sich harmlosen Gastgeber wurden nun wieder munterer und sie erarbeiteten sich auch die ein oder andere Chance, aber mit ständigen Kontern und vor allem letzten Einsatz verstanden es die Dölitzsch-Jungs nun, die Partie glücklich und verdient nach Hause zu schaukeln.
Insgesamt ein schwer erarbeiteter Sieg, der zahlreiche Wünsche offen ließ. Wenn eine Erkenntnis aus dem Sonntagabendspiel gezogen werden kann, dann die, dass es ohne entsprechende Einstellung selbst gegen einen vermeintlich harmlosen Gegner nicht geht. Vielleicht wird die Partie ja Warnung genug sein, um gegen Altenbergen/Vörden am kommenden Donnerstag anders motiviert zu Werke zu gehen…
Der SV Kollerbeck gewann in Tietelsen mit folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Christian Föst, Martin Rheker, Pascal Wegener (58. Lukas Meyer), Marc Neumann, Alexander Rheker, Pascal Ewers, Mario Mugabe (80. Torben Rheker), Stefan Klocke (86. Steffen Rheker), Michael Meyer, Mikael Grunwaldt.