Derbysieg im Eichenwald
SVK siegt 2:1 in Bredenborn
(svk) Das war ein Spiel so ganz nach dem Geschmack der etwa 100 größtenteils mit Bus mitgereisten Kollerbecker Fußballfans. An Spannung kaum zu überbieten. Mit Sascha Niemeier und Michael Meyer gleich zwei Helden. Und am Ende ein Derbysieg in Bredenborn. Fußballherz, was willst Du mehr?
„Wer hier Nerven zeigt, verliert das Spiel“, war sich Trainer Hundertmark vor dem Spiel sicher. Gut, dass der SVK in der zweiten Halbzeit dann den Schalter umlegen konnte. Denn der erste Durchgang war so gar nicht das gewesen, was sich die Grün-Weißen vorgenommen hatten. Kein Kampf und keine Leidenschaft. Zwar hatten die Kollerbecker durchaus Feldvorteile, doch in zwingende Torchancen konnten sie diese nur selten ummünzen. Es fehlt im Moment ganz einfach die Durchschlagskraft in der Offensive. Folgerichtig fiel dann der Führungstreffer der Germania aus heiterem Himmel in der 37. Spielminute per Tempogegenstoß. Gerade noch hatte Torben Rheker eine der wenigen guten Chancen zur eigenen Führung auf dem Fuß. Und dann ging es ganz schnell in Richtung Kollerbecker Tor und schließlich hinein. Nur drei Minuten später dasselbe Bild noch einmal. Michael Meyer prüft Bredenborns Keeper per Distanzschuss. Danach dauert die Umstellung von Angriff auf Abwehr einfach wieder zu lange. André Struck, der nach nur zwei Spielen Sperre ins Team zurückgestoßen war, kann nur noch per Foul im Sechzehner retten. Und genau jetzt wurde der erste Held dieses Abends geboren, denn Sascha Niemeier parierte den halbhoch geschossenen Elfmeter bravourös. Riesenjubel unter den Kollerbecker Anhängern, die jetzt die Halbzeitpause herbeisehnten. Denn Bredenborn hatte jetzt seine bis dahin stärkste Phase des Spiels mit einigen guten Chancen.
In der Kabine wurde es dann erstmal lauter „Was ist denn hier los? Wo ist denn Euer Biss?“, so ein insgesamt enttäuschter Jörg Hundertmark. Nach dem Spiel sollte er dann zu Protokoll geben, dass er zur Halbzeitpause keinen Cent mehr auf einen Sieg gesetzt hätte. Doch das hätte er ruhig tun können. Denn anschließend konnten die mitgereisten Kollerbecker durchaus erkennen, dass die Mannschaft jetzt mehr wollte. Endlich kam so richtig Derbystimmung auf mit allem, was dazugehört. Das Spiel wurde ruppiger, die Zuschauer wurden lauter und die Torchancen ergaben sich jetzt auf beiden Seiten häufiger. Genutzt wurden sie allerdings nur noch vom zweiten Helden des Abends Michael Meyer. Und wie… In der 70. Spielminute Doppelpass mit Jörg Hundertmark und danach ein Schuss wie ein Strich aus 20 Metern direkt in den Winkel des Bredenborner Gehäuses. Jetzt schon kannte der Jubel kaum noch Grenzen. Übertroffen wurde er aber noch einmal fünf Minuten später, als der Bönnekenberger das Zweite Mal Bredenborns Keeper überwinden konnte. Nach Zuspiel von Jens Schölzel war dieser Schuss zwar nicht ganz so sehenswert, vom Ergebnis her aber kam das gleiche dabei heraus: ein Tor. Und das hieß Führung zum 2:1, die jetzt nur noch über die Zeit gerettet werden musste. Allerdings machten die Gastgeber jetzt natürlich noch einmal mächtig Druck und kamen zu einigen Chancen. Diese blieben jedoch mit ein wenig Glück ohne Folgen, sodass es schlussendlich beim 2:1 für die Grün-Weißen blieb. Zu erwähnen wäre noch die gelb-rote Karte für Elmar Happe in der 86. Minute nach einem Foul, das er in höchster Not hatte begehen müssen.
Nach dem Spiel war nicht nur Jörg Hundertmark überglücklich über den Derbysieg im Eichenwald, ohne allerdings die schwache erste Hälfte zu vergessen „In der ersten Halbzeit haben wir gespielt wie ein Pfund Wurzeln. Wir hatten einfach keine Eier. In der zweiten Halbzeit war dann vieles besser. Im Ergebnis war der Sieg zwar nicht verdient, aber warum sollen wir nicht auch mal Glück haben?“ Sprach es und stimmte das nächste Lied an: „Lebenslang grün-weiß“.
Kollerbeck spielte mit folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, André Struck, Jochen Mönks, Matthias Brisgies, Jens Rheker (60. Simon Reinhard), Elmar Happe, Niklas Rheker, Michael Meyer (80. Alexander Rheker), Jens Schölzel, Torben Rheker (89. Jan Durgeloh), Jörg Hundertmark