27.03.2011
Zwei Eigentore bringen Tabellenspitze zurück
SVK schlägt SpVg. Brakel II 3:0
(svk) Wer bei einer denkbar knappen Führung von 1:0 derart viele Chancen zum zweiten Tor in Überzahlsituationen liegen lässt, der wird normalerweise durch ein dem Spielverlauf aber so gar nicht entsprechenden Ausgleich womöglich in letzter Sekunde bestraft. Oft schon haben Fußballer diese bittere Erfahrung machen müssen. Nicht aber die des SV Kollerbeck am heutigen Tag. Denn heute hieß der Gegner Brakel II. Und der war offenbar in Geberlaune. Denn das nach der Führung durch Kollerbecks Neuzugang Christian Foest längst überfällige Tor zum 2:0 machten die Gäste gleich selber. Und weil das so gut geklappt hat, beförderten sie den Ball zum 3:0 auch noch gleich selbst über die Linie. Ein Stück aus Kuriositätenkabinett hat also den SVK zurück an die Tabellenspitze befördert. Denn Brenkhausen verlor zeitgleich in Hembsen.

Gegenüber der Startaufstellung in Istrup nahm Norbert Dölitzsch nur eine einzige Veränderung vor. Der wieder genesene Alexander Rheker rückte für Benedict Lange in die Startelf. Und die übernahm nach kurzer Eingewöhnungsphase auch direkt die Initiative in diesem Spiel. Die Reservemannschaft der SpVg Brakel stand derweil tief bis sehr tief am eigenen Sechzehner. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die ersten grün-weißen Chancen etwas auf sich warten ließen. Ähnliches hatte ja auch Norbert Dölitzsch vor dem Spiel schon gemutmaßt.
In der 15. Minute war es dann aber endlich so weit. Stefan Klocke testete den gegnerischen Torwart erstmals per Kopf, der diesen aber ohne Probleme bestand. Fünf Minuten später war es dann wieder das Duell Stefan Klocke gegen Brakels Torwart, der sich dieses Mal schon etwas mehr strecken musste. Wiederum zwei Minuten später scheitert auch Lukas Meyer mit dem lockigen Haupt.
Und so war es dem Neuzugang Christian Foest vorbehalten, gleich in seinem Heimspieldebüt das wichtige 1:0 zu machen. Nach einer langen Ecke von Michael Meyer drosch er den Ball aus kurzer Entfernung humorlos ins kurze Eck. Dass der Brakeler Schlussmann in dieser Szene alles andere als gut ausgesehen hatte, verschweigen wir einmal geflissentlich.
Noch vor der Pause hätte auch gut und gerne das 2:0 fallen können. Doch in der 39. Spielminute kommt zunächst Stefan Klocke einen kleinen Schritt zu spät, in der 40. Minute setzte Pascal Ewers einen wunderschönen Seitfallzieher etwas hoch an und in der 42. Spielminute verweigert der Schiedsrichter einen von vielen Kollerbeckern trotz mancher Staubschwaden gesehenen und vehement geforderten Handelfmeter.
So ging es mit einer knappen Führung in die Halbzeitpause, in der sich Norbert Dölitzsch im Großen und Ganzen ganz zufrieden zeigte: „Wir haben uns hier das 1:0 redlich verdient, Leute. Brakel muss jetzt mehr machen. Wir müssen nun die Ruhe bewahren und die sich ergebenden Räume in der Offensive nutzen!“
Doch genau das sollte eben nicht gelingen. Denn die Freiräume an vorderster Front ergaben sich jetzt tatsächlich. Und das sogar oft genug in Überzahl. Aber wie dann die Bälle im gegnerischen Sechzehner im wahrsten Sinne des Wortes verdaddelt wurden, das war gleichsam lustig wie grausam. Der Trainer wusste allerdings, was er davon halten sollte. Seine Miene wurde mehr und mehr düster. Das konnte doch wohl nicht wahr sein.
Zunächst war Lukas Meyer in der 58. Spielminute zu sehr Mittelstürmer. Nachdem er sich den Ball wunderschön an der Sechzehnerecke erkämpft hatte, wählt er den eigenen Abschluss. Der Pass auf die mitgelaufenen Kameraden wäre an der Stelle mit Sicherheit die bessere Wahl gewesen. Auch Torben Rheker brachte in der 70. Spielminute den Ball nicht zum eigenen Mann.
In der 72. Spielminute dann aber die Erlösung. Zunächst hatte es allerdings wieder nach einem Kollerbecker Bock im Angriffspiel ausgesehen. Denn auch Stefan Klocke fand in Überzahl nicht den Weg zum eigenen Mann. Doch als viele Zuschauer sich schon wieder mit einem lang gezogenen „Oh nein!“ abwandten, da klärte der Brakeler Verteidiger doch einfach Mal relativ unbedrängt ins eigene Netz. Was soll man sagen? Danke schön!
Doch wer jetzt dachte, dass wohl jetzt die nötige Ruhe für ein konsequentes Konterspiel da wäre, der sah sich getäuscht. Denn das Gedaddel ging weiter. Und das so lange, bis sich erneut ein Brakeler einsichtig zeigte und eben selbst den Ball über die Linie bugsierte (86.).
Ach so: Chancen für Brakel gab es auch. Beide machte der am heutigen Tag weitestgehend beschäftigungslose Sascha Niemeier zunichte.
Und so hätte vielleicht auch das eine Tor von Christian Foest zum Sieg gereicht. Doch sicherer war es mit Sicherheit mit den beiden Eigentoren. Dass man damit jetzt allerdings jede Woche rechnen kann, da sollte man wohl eher nicht von ausgehen. Heute kann man getrost über die lausige Chancenverwertung lächeln. Doch wie sieht das im nächsten Spiel aus? Mal abwarten…
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Torben Rheker (83. Slava Neskoromny), Michael Meyer, Alexander Rheker, Lukas Meyer (78. Artur Ratzlaf), Martin Rheker, Marc Neumann, Pascal Ewers (87. Benedict Lange), Mikael Grunwaldt, Stefan Klocke, Christian Foest
So erträumt man sich wohl sein Heimdebüt: Christian Foest machte das wichtige 1:0