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31.10.2010

Und dann kam Brumann…

SVK – TuS Hembsen 2:1

(svk) Der SVK pfeift personell auf dem letzten Loch, gewinnt aber trotzdem aufgrund einer bärenstarken zweiten Halbzeit hochverdient mit 2:1 gegen den TuS Hembsen. In einer kämpferischen Partie auf tiefem Rasenplatz waren es Martin „Kiesel“ Rheker in der ersten und André „Brumann“ Struck in der zweiten Halbzeit, die die wichtigen Treffer für den SVK markierten. Zunächst hatte es lange Zeit 1:0 für den Gast von der Nethe gestanden.

Im Vergleich zur Startaufstellung vor Wochenfrist hatte Trainer Dölitzsch gleich mehrere Veränderungen vornehmen müssen. Zum einen fiel Torwart Jens Schölzel krankheitsbedingt aus. Für ihn stand wieder Sascha Niemeier zwischen den Pfosten. Zum anderen hatten sich Niklas Rheker und Stefan Klocke ein Wochenende in Amsterdam gegönnt. So spielten Benedict Lange und Slava Neskoromny von Beginn an. Auf der Ersatzbank – so mancher Zuschauer rieb sich verwundert die Augen – nahmen Platz: Alexander Stecker, André Struck, Jens von Heesen und zu guter letzt auch Meinolf Köhne. Und wir nehmen es vorweg: Bis auf Alex Stecker kamen alle Reservisten auch zum Einsatz. Respekt!
 
Doch von Beginn an: Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Zunächst hat der SVK eine gute Torgelegenheit, ehe quasi im Gegenzug ein trockener Schuss aus 20 Metern an die Unterkante der Kollerbecker Latte klatschte (5.). Wohin der Weg des Balles nun ging, kann nicht treffsicher beurteilt werden. Nicht wenige Zuschauer hatten den Ball auch hinter der Linie gesehen. Der Schiedsrichter hingegen zählte nicht zu dieser Personengruppe und ließ weiter spielen. Glück gehabt, SVK!
 
Zehn Minuten später stand es trotzdem 0:1 aus Kollerbecker Sicht. Vorangegangen war ein Einwurf, der schon unnötig war. Noch unnötiger war jedoch der grün-weiße Geleitschutz, den unsere Jungs den Hembser Spielern gewährten. Folge war ein schöner Abschluss aus 20 Metern, bei dem Sascha Niemeier nicht den Hauch einer Chance hatte.
 
In der Folgzeit erarbeitete sich der SVK zwar kleinere Feldvorteile. Richtig zwingend wurde das jedoch alles nicht, was da auf’s tiefe Grün gezaubert wurde. Allenfalls erwähnenswert wäre ein sehenswerter Angriff über die rechte Seite, auf der sich Alexander Rheker durchsetzen und eine schöne Flanke vor’s Hembser Tor bringen konnte. Hier war mit Michael Meyer aber nicht unbedingt der richtige Kopfballabnehmer zur Stelle.
 
Besser machte es in der Beziehung auf jeden Fall Martin „Kiesel“ Rheker in der 38. Spielminute. Dieses Mal hatte Michael Meyer die Vorbereitung per Freistoß von halbrechts beigesteuert und der Innenverteidiger den Ball schön kontrolliert mit dem Kopf ins lange Eck versenkt. Na bitte!
 
In der 41. Spielminute zog sich Alexander Rheker in einem Zweikampf eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Für ihn kam André Struck zum Zuge. Der hatte nicht unbedingt mit einem Einsatz geliebäugelt, fand sich aber trotzdem auf einmal im Kollerbecker Sturm wieder. Torben Rheker rückte zwar wenig begeistert, aber eben ohne Alternative in die Vierer-Abwehrkette zurück. Hembsen wurde jetzt noch einmal kurzzeitig gefährlich und hätte fast in der 45. Spielminute die erneute Führung erzielt. Doch der Schuss geht am langen Pfosten vorbei.
 
Nicht unbedingt mit allen Einzelheiten der ersten Halbzeit zufrieden, fand Norbert Dölitzsch in der Pause offenbar die richtigen Worte: „Mir ist das zu viel klein, klein. Das wird auf diesem Platz nichts. Spielt klarer und notfalls auch länger!“
 
Das Rezept ging auf, denn der SVK brannte nun ein Offensivfeuerwerk ab, das auch auf der Gegenseite anerkannt wurde. Los ging das Ganze bereits in der 46. Spielminute, als André Struck einen Kopfball an die Latte des gegnerischen Gehäuses setzte. „Jetzt können wir aber mit dem 1:1 gut zufrieden sein“, so lautete in der 70. Spielminute das einhellige Urteil der Gästefans. Und das kann man wohl so unterstreichen, denn der SVK hatte sich nun Chance um Chance im Drei-Minuten-Takt erspielt. Michael Meyer, André Struck, Lukas Meyer und der mittlerweile eingewechselte Jens von Heesen. Alle hatten es mal versuchen dürfen. Allein das Tor schien wie vernagelt. Insbesondere Lukas Meyer hatte in der 65. Spielminute die ganz große Chance, als er den Torwart schon ausgespielt, dann aber Probleme mit dem Platz hatte und den Ball unter Bedrängnis noch neben das Tor setzte.
 
Und wie das immer so ist: Wer diese ganzen Chancen nicht nutzt, der guckt auch schon mal ganz dumm aus der Wäsche, wenn das Tor dann auf einmal auf der anderen Seite fällt. Es fiel in der 71. Spielminute glücklicherweise nicht. Viel fehlte aber nicht. Denn wieder sprang der Ball zunächst an die Unterlatte der Kollerbecker Latte und von dort wieder ins Feld. Durchatmen!
 
In der 79. Spielminute dann endlich das erlösende 2:1 für den SVK. Torben Rheker hatte eine saubere Flanke vor das Hembser Tor gebracht und André Struck mit den Spitzen seiner ohnehin kurzen Haare den Ball ins lange Eck gestreichelt (79.). Wunderbar! Wie in guten, alten Zeiten!
 
Was dann noch folgte, war Nervenflattern pur. Denn jetzt schmiss der TuS Hembsen verständlicherweise noch einmal alles nach Vorne. Auch verletzte sich Torben Rheker noch und musste ausgewechselt werden (84.). Für ihn kam tatsächlich unter großem Jubel der vielen Kollerbecker Anhänger Urgestein Meinolf Köhne. Mit seinen 48 Jahren wohlgemerkt vermochte er es noch immer mehr oder weniger locker, mit den Jungen und Wilden mitzumischen. Was er jedoch nicht mehr schaffte, war, den Torwart krabbeln zu lassen. Musste er aber auch nicht mehr, denn irgendwann war Schluss und die nächsten drei Punkte eingefahren.
 
Wie teuer die nun tatsächlich bezahlt worden sind, kann erst beurteilt werden, wenn die Schwere der Verletzung von Alexander und dem weder verwandten noch verschwägerten Torben Rheker feststeht. Denn wer soll jetzt noch aus dem Hut gezaubert werden? Es bleibt spannend!
 
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Torben Rheker (84. Meinolf Köhne), Martin Rheker, Lukas Meyer, Alexander Rheker (42. AndréStruck), Michael Meyer, Marc Neumann, Pascal Ewers, Benedict Lange, Slava Neskoromny (62. Jens von Heesen), Mikael Grunwaldt

So geht Ersatzbank heute: Glücklich kann sich der Trainer schätzen, der solch torgefährliche Leute in der Hinterhand hat