10.10.2010
Remis in Riesel
FC Aa-Nethetal – SVK 2:2
(svk) Siebzig Minuten lang ahnte niemand, was dieses Spiels in den letzten zwanzig Minuten plus Nachspielzeit noch bereithalten würde für den Zuschauer. Siebzig Minuten ohne Tore, kaum Torraumszenen und picke-packe-voll mit Abspielfehlern und Ungenauigkeiten. Gut, letzteres sollte sich auch jetzt nicht mehr ändern. Aber immerhin fielen noch vier Tore, die Emotionen kochten hoch und eine gepflegte Rudelbildung mit Spielern und Zuschauern nach Abpfiff war auch noch zu bestaunen. Beste Unterhaltung also für den neutralen Zuschauer. Der Anhänger in grün und weiß, dessen Mannschaft gleich zwei Mal in Führung gegangen war und sich den Ausgleich in letzter Sekunde nach einem Einwurf eingefangen hatte, hätte mit Sicherheit gerne auf ein bisschen Unterhaltung zugunsten zweier Punkte verzichtet.


Über die erste Halbzeit zu schreiben lohnt fast nicht. Gegenüber der Startaufstellung in Stahle ergab sich nur eine Änderung. Jan Durgeloh rückte für den auf Sylt urlaubenden Alexander Rheker ins Team. Torraumszenen blieben in der ersten Halbzeit Mangelware. Eine Schocksekunde hatte der SVK in der 22. Spielminute zu überstehen, als Torwart Jens Schölzel eine Flanke durch die Finger gleiten ließ und der Ball im Anschluss zwei Mal nur in letzter Sekunde geblockt werden kann. Auf der anderen Seite hatte Stefan Klocke die einzige richtige Torchance erst in der 42. Spielminute. Er kam jedoch einen Schritt zu spät, sodass der Nethetaler Keeper einen Tick eher am Ball war.
Norbert Dölitzsch sprach in der Pause sachlich die Probleme an: „Wir spielen viel zu viel klein-klein und viel zu ungenau. Ich weiß, wie schwer das hier heute ist nach dem Kräfte raubenden Spiel am Freitag in Stahle. Spielt trotzdem einfacher!“
Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit schürten Hoffnung auf Besserung. Zunächst hat Stefan Klocke eine Riesenchance. Er war von Niklas Rheker schön frei gespielt worden, scheiterte aber aus acht Metern freistehend am Torwart. Seinen Meister im Keeper fand auch drei Minuten später Torben Rheker aus 14 Metern. Sein Schuss war einfach zu unplatziert gewesen. Dann allerdings dauerte es mit der nächsten Torchance auch schon wieder bis zur 67. Spielminute. Dieses Mal hatte Pascal Ewers sein Glück mit links versucht. Sein Schuss ging jedoch über die Querlatte.
Besser machte es dann endlich Lukas Meyer in der 70. Minute. Ein langer Ball hatte den Weg durch die gegnerische Verteidigung gefunden und der Bönekenberger hatte den Torwart aus acht Metern im kurzen, flachen Eck überwinden können. 1:0.
Diese Führung sollte jedoch nicht lange Bestand haben. Denn bereits sechs Minuten später stand es schon wieder 1:1. Vorausgegangen war ein Kollerbecker Einwurf zum Gegner, weil dieser den Ball wegen einer Verletzung ins Seitenaus befördert hatte. Norbert Dölitzsch war außer sich: „Na klar spielen wir den Ball zum Gegner zurück. Aber doch nicht so kurz!“ Es nützte nichts, es stand 1:1. Danach war erst einmal zehn Minuten Pause angesagt. Ein verletzter Nethetaler Spieler musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden.
Es war die Ruhe vor dem Sturm. Denn die letzte Viertelstunde des Spiels hatte es noch einmal in sich. Emotionen kochten nun hoch und die Kollerbecker Anhänger wähnten sich bereits im siebten Fußballhimmel, als der eingewechselte Benedict Lange in der 93. Spielminute das 2:1 macht. Pascal Ewers hatte einen Freistoß aus 22 Metern hart aufs Tor gebracht, wo der Torwart den Ball nur abklatschen ließ und der soeben eingewechselte Borner den Ball über die Linie drücken konnte.
Nur noch zwei Minuten. Das musste es doch jetzt gewesen sein. Oder eben nicht! Nein, eben nicht! Denn tatsächlich fingen sich unsere Jungs jetzt noch den Ausgleich. Wieder war ein Einwurf Ausgangspunkt gewesen. Und die Frage war nun: „War das nicht einen Abseitssituation?“ Weil der Schiedsrichter direkt im Anschluss das Spiel abpfiff, konnte diese Frage schön auf dem Platz unter Beteiligung vieler Spieler, Verantwortlicher und Zuschauer ausdiskutiert werden. Gut, dass es dabei nicht zu Handgreiflichkeiten kam. Gelassen blieb im Getümmel typischerweise Mikael Grunwaldt: „Ob das abseits war? Jooaah. Vielleicht. Kann sein. Vielleicht auch nicht. Weiß ich auch nicht!“ Torwart Jens Schölzel sah es freilich anders: "Der Torschütze steht fast neben mir. Klar war das abseits!" Was nun stimmt, kann dahin gestellt bleiben. Denn ändern wird sich dadurch ohnehin nichts mehr.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Torben Rheker, Martin Rheker, Alexander Rheker, Lukas Meyer, Jan Durgeloh, Michael Meyer, Marc Neumann, Pascal Ewers, Niklas Rheker (85. Benedict Lange), Mikael Grunwaldt, Stefan Klocke
Wer hat denn nun Einwurf? Nicht die einzige strittige Entscheidung an diesem Tag...