03.10.2010
Königschießen besiegt HonkyTonk
SVK vs. Altenbergen/Vörden 3:0
(svk) „Gott sei Dank!“ Hans Struck sprach unmittelbar nach dem Schlusspfiff das aus, was viele dachten. Und das nicht etwa, weil das Spiel auf des Messers Schneide gestanden hätte. Vielmehr stellte das Signal auf eine gänzlich andere Art eine Erlösung dar. Denn endlich hatte man die neunzig Minuten Fußball hinter sich. Oder besser gesagt: Man hatte die neunzig Minuten Pöhlerei hinter sich. Jochen Mönks ergänzte: „Stell Dir vor, wir hätten heute noch schlechtes Wetter gehabt!“ Gar nicht auszudenken. Und so war es tatsächlich alleine das herrliche Herbstwetter, das diesen Fußballnachmittag erträglich machte. Ach ja, die drei Tore wollen wir nicht vergessen. Erzielt wurden sie durch Niklas Rheker und Pascal Ewers im Doppelpack.
Schon vor der Partie ahnte Norbert Dölitzsch Böses: „Leute, was ich hier beim Warmmachen gesehen habe, gefällt mir gar nicht. Konzentriertes Arbeiten sieht für mich anders aus. Und aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass sich so etwas aufs Spielgeschehen überträgt!“
Wie Recht der Fußballlehrer hatte, zeigte sich schon in den ersten Spielminuten. Klar, der SVK war die dominante Mannschaft und drängte den Gegner aus Altenbergen und Vörden tief in die eigene Hälfte. Wobei das eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denn dort standen sie schon von Anfang an. Schöne Spielzüge und gute Torchancen sollten jedoch von Beginn an Mangelware sein an diesem Tag.
Denn zu konzeptionslos gingen die Grün-Weißen vor. Der Versuch, mit langen Bällen die Spitzen zu bedienen, scheiterte kläglich. Immer wieder rief Norbert Dölitzsch seinen Leuten zu: „Schneller!“ Und damit meinte er zum einen natürlich die Geschwindigkeit mit dem Spielgerät. Zum anderen war aber auch mit Sicherheit das Tempo mit den kleinen, grauen Zellen gemeint. Denn fast schon resignierend ergänzte er: „Das ist alles eine Frage des Kopfes!“

Gut, dass irgendwann auch das 1:0 gefallen war. Das Spiel schrieb die 15. Spielminute, als der SVK einen Freistoß von halbrechts zugesprochen bekam. Niklas Rheker schnappte sich das Leder und zirkelte den Ball aus 22 Metern mit seinem starken linken Fuß ins lange Eck. Der Schuss war zwar nicht unhaltbar gewesen, aber sei es drum. Es stand 1:0 und jetzt sollte doch vieles besser laufen, oder?
Pustekuchen! Es ging so weiter wie bisher und die ersten Unmutsäußerungen von außen und innen brachen sich Bahn. Nicht auszudenken, wenn es lange 0:0 gestanden hätte. Dann wäre es bestimmt noch ganz anders zur Sache gegangen.
So aber ging es mit einem knappen 1:0 in die Pause, wo der Trainer natürlich alles andere als zufrieden war. Nein, dies war wahrlich nicht das Spiel eines Tabellenführers.
Leider glich die zweite Halbzeit fast dem Spiegelbild der ersten. Das aber nur fast, denn ab und zu wurde es jetzt sogar noch spannend vor dem Kollerbecker Tor. Allen Anhängern des SVK rutschte in der 61. Spielminute das Herz in die grün-weiße Hose, als Keeper Jens Schölzel weit vor seinem eigenen Kasten gleich mehrere Zweikämpfe unmittelbar hintereinander zu absolvieren hatte. Das ging glücklicherweise gut und nur drei Minuten später war dann die Partie auch endlich entschieden.
Pascal Ewers hatte einen Abpraller aus elf Metern direkt genommen und im kurzen Eck versenkt. Aus der gleichen Entfernung erzielte er auch wiederum drei Minuten später das 3:0. Dieses Mal ruhte der Ball jedoch vorher auf dem berühmten Punkt aus Kalk. Stefan Klocke war im Sechzehner gelegt worden und der Schiedsrichter hatte auf Strafstoß entschieden.
Bei diesem Resultat blieb es dann auch. Glücklich konnte sich im Nachgang derjenige schätzen, der den Nachmittag anders verbracht hatte. Der ohnehin verletzte Sascha Niemeier war zum Beispiel einer von diesen Glücklichen. Er hatte Aufgaben zu erfüllen beim Papenhöfener Königschießen. Apropos Königschießen: Denkbar ist auch, dass das Kollerbecker Königschießen vom Vortag Auswirkungen auf das heutige Spiel gehabt hat. Wenn man dann noch weiß, dass im Gegenzug der Gast fast geschlossen beim HonkyTonk-Festival in Paderborn gewesen ist, dann erklärt sich vieles. Schön wäre es, das demnächst vorher zu wissen.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Torben Rheker Martin Rheker, Alexander Rheker, Lukas Meyer (72. Benedict Lange), Michael Meyer, Marc Neumann, Pascal Ewers (87. Alexander Stecker), Niklas Rheker, Mikael Grunwaldt, Stefan Klocke
Machte das wichtige 1:0: Niklas Rheker