Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten?
Viele Geschenke beim 3:3 gegen Vinsebeck
(svk) In einem packenden und hochemotionalen Match trennte sich der SVK 3:3 unentschieden vom TuS Vinsebeck. Der SVK war zwar über die gesamte Partie hinweg die Spiel bestimmende Mannschaft, verteilte aber insbesondere bei den Gegentoren Nummer eins und drei fleißig Geschenke und muss so mit dem einen Punkt zufrieden sein.
Von Beginn an war die Mannschaft gegenüber dem Hembsen-Spiel nicht wieder zu erkennen. Das lag weniger an den personellen Änderungen – Mikael Grunwaldt und Pascal Ewers hatten Benedict Lange und Jörg Hundertmark ersetzt – als an der Art und Weise, wie die Jungs zu Werke gingen. Und weil die Vinsebecker ihrerseits ebenfalls keinen Meter verloren gaben, entwickelte sich schnell ein sehr unterhaltsames Fußballspiel.
So dauerte es nur bis zur sechsten Spielminute, bis es 1:0 aus Kollerbeck Sicht hieß. Stefan Klocke hatte mit seinem ersten Treffer nach der Winterpause die frühe Führung erzielt. Michael Meyer hatte die Vorarbeit beigesteuert. Ein Auftakt nach Maß also.
Nur vier Minuten später allerdings hieß es schon wieder 1:1. Jens Schölzel und Jens Rendorf waren sich dabei nicht so ganz einig gewesen, wer den Ball denn nehmen wollte oder auch sollte. Schließlich behinderten sich die beiden Teampartner ein Stück weit gegenseitig und der Vinsebecker Stürmer konnte in aller Ruhe ins leere Tor einschieben. Es sollte nicht das letzte Geschenk an diesem Tag sein.
Insbesondere in der Folgzeit zeigten die Vinsebecker ihre Zähne. Positiv ausgedrückt heißt das heutzutage wohl „gallig“. Andere nennen es „nickelig“. Da wurde kein Zweikampf verloren gegeben, solange der Kollerbecker noch irgendwie in der Nähe war. Wo der Ball war, spielte nicht immer die ganz große Rolle. Wie dem auch sei, in der 37. Spielminute ist Pascal Ewers durch, wird gelegt und hat Pech, dass die Aktion vor dem Sechzehner stattgefunden hat. Es gibt also nur einen Freistoß, der nicht gefährlich wird. Was jedoch verwunderte: Es gab noch nicht einmal „gelb“ für den Übeltäter.
So ging es mit einem 1:1 in die Kabine, wo Jörg Hundertmark frohlockte: „Leute, wir haben das Spiel im Griff. Und das, weil wir schnell spielen. Weiter so! Wir müssen jetzt die Vinsebecker noch mehr unter Druck setzen. Es riecht nach Sieg heute!“
Diese Zuversicht erhielt allerdings in der 50. Spielminute einen herben Dämpfer. Denn urplötzlich steht es 2:1 für den Gast aus Vinsebeck. Vorausgegangen war ein Freistoß, der den Weg ins Kollerbecker Tor findet.
Zwei Minuten später erzielte Pascal Ewers den Ausgleich per Elfmeter. Stefan Klocke soll im Strafraum gefoult worden sein. Die Vinsebecker protestieren ohne Erfolg. Jörg Hundertmark meint: „Den Elfmeter kann man geben.“ Kann man wohl, muss man aber nicht. Glück gehabt!
In der Folgzeit entwickelt sich ein wahrer Schlagabtausch. Hinten rettet Jens Rendorf auf der Linie (61.). Vorne scheitern die Grün-Weißen immer wieder am bestens aufgelegten Gästekeeper.
Dann jedoch der nächste Schock für alle SVK-Anhänger. Wieder ein Geschenk unserer Defensive. Dieses Mal ist Mikael Grunwaldt Hauptakteur. Der Vördener machte insgesamt ein überragendes Spiel. Dann allerdings der Blackout, der zum 2:3 führt (62.).
Wütende Angriffe der Kollerbecker waren die Folge, die aber einfach nicht zum Ziele führen wollten. So bedurfte es schließlich der Hilfe eines Vinsebecker Abwehrspielers, der eine Flanke von Michael Meyer im eigenen Tor unterbrachte (75.). Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass hinter ihm bereits der wieder erstarkte Stefan Klocke lauerte.
Am Ende hatten die Vinsebecker noch einmal die ganz großen Gelegenheiten zum Sieg. In der 87. Spielminute war Jens Schölzel bereits geschlagen. Doch statt seiner rettete Torben Rheker auf der Linie. Oder vielleicht auch dahinter? Man weiß es nicht. Der Schiedsrichter entschied auf „weiter spielen“. Und auch drei Minuten später noch einmal Glück für den SVK, als der Vinsebecker Stürmer alleine aufs Kollerbecker Tor zuläuft, dann aber den Ball neben das selbige setzt.
So muss man wohl am Ende wieder einmal zufrieden sein mit diesem Punkt. Denn unter dem Strich hatte der SVK zwar mehr vom Spiel gehabt. Wenn man dann allerdings die ganz klaren Torchancen gegenüber stellt, dann kann man mit diesem Punkt sehr gut leben. Und was den Unterhaltungswert der Partie angeht: Daumen hoch!
Machte wie schon gegen TIG ein bombiges Spiel: Manndecker Alexander Rheker