Hembsen von den Toten auferweckt
SVK unterliegt Hembsen 3:4
(svk) Über dieses Spiel wird zu sprechen sein. Wir schreiben die 60. Spielminute im Duell des SVK gegen den TuS Hembsen. Der Tabellenführer von der Nethe liegt mausetot am Boden. Hat in der ersten Halbzeit ein einziges Mal aufs Kollerbecker Tor geschossen. Aus 40 Metern. Der SVK musste schon zur Halbzeit wesentlich deutlicher als 1:0 führen. Legt dann aber nach und hat soeben hoch verdient das 3:0 erzielt. Alles bestens bisher. Doch dann das…
Zeitsprung. 90. Minute. Auf Kollerbecker Seite nur fassungslose Gesichter. Geschockt verfolgt man das ausgelassene Treiben der Schwarz-Gelben. Die bejubeln ihren Sieg wie einen Aufstieg. Wer will es ihnen verdenken? Innerhalb von 30 Minuten sind sie aus dem Kollerbecker Grab in den Fußballhimmel aufgestiegen. Kaum zu glauben, aber wahr. Der SVK gibt dieses eigentlich bereits gewonnene Spiel noch verloren. Wie konnte das passieren?
Die erste Halbzeit hatte komplett den Grün-Weißen gehörte. Bereits in der 7. Spielminute hätte Torben Rheker das 1:0 machen müssen, als er alleine aufs Hembser Tor zuläuft und noch einmal auf seinen Sturmpartner ablegen will. In diesem Fall eine Fehlentscheidung. Machte aber nichts, denn in der 23. Spielminute macht er es aus ähnlicher Position besser und schiebt zum viel umjubelten 1:0 ein.
Danach bemüht sich zwar der TuS Hembsen, etwas mehr Initiative zu zeigen. Der SVK jedoch ließ keine einzige gegnerische Torchance zu und bleibt zu jeder Zeit das gefährlichere Team. Glück für den TuS Hembsen, dass der Schiedsrichter Thamm aus Lauenförde nach Handspiel im Hembser Sechzehner nicht auf Absicht entscheidet. Kein Elfmeter also. Alle Beteiligten grün-weißer Färbung waren trotzdem zur Halbzeit hochzufrieden – allenfalls die Torausbeute ließ zu wünschen übrig. Der Sack musste längst zu sein!
Und selbst das gelang in der zweiten Halbzeit. Jens Rendorf erzielte nach Meyer-Freistoß in der 56. Spielminute das 2:0. Und nur vier Minuten später erzielt Stefan Klocke – zurzeit mit beängstigender Torausbeute – das 3:0. Na also! Heimsieg gegen den Tabellenführer unter Dach und Fach! Was will man mehr? Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt auch nur einen Pfifferling auf den Gast aus Hembsen gesetzt!
Das alles änderte sich jedoch in der 63. Spielminute. Und das nur aufgrund einer total verunglückten Flanke aus dem Halbfeld. Die nämlich dreht sich so was von blöde auf den Kollerbecker Kasten zu, sodass Torwart Jens Schölzel nicht heran kommt und der Ball an die Latte und von dort wieder ins Feld springt. Hier hat der eingewechselte Hembser Stürmer keine Probleme und drückt den Ball über die Linie.
Aber OK. Schwamm drüber Kann ja mal passieren. Noch führen wir ja 3:1. Was jedoch noch keiner ahnte: Dieses Tor wirkte – was zwar schlimm war - wie die Initialzündung für den Hembser Sturmlauf. Gleichzeitig wirkte sie aber auch – was noch viel schlimmer war - wie eine Schlaftablette für den SVK. Dessen Konzentration vor allem in der Defensive ging vollends flöten. Und er fing sich jetzt ein Tor nach dem anderen - mal durch katastrophale Stellungsfehler, mal durch individuelle Patzer. Der Genickschlag zum 3:4 fiel dann in der 84. Spielminute. Nun war also Kollerbeck mausetot! „Jetzt kann man sich ungefähr vorstellen, wie das in Dalhausen abgelaufen sein muss!“ Hermann Struk zog die durchaus berechtigte Parallele zum 3:4 in Dalhausen. Nur war die heutige Niederlage noch um einiges unverständlicher als die Pleite am letzten Sonntag. Wie gesagt: Über dieses Spiel wird noch zu sprechen sein…
Musste sich nur bis zur 60. Spielminute mit Cola wach halten: Torhüter Jens Schölzel