Pokal-Debakel in der ersten Runde
SVK geht 1:4 beim B-Ligisten Rolfzen/Sommersell unter
(svk) Trainer Jörg Hundertmark hatte vor Anpfiff von einer Bestandsaufnahme innerhalb der Vorbereitung gesprochen. Neunzig Minuten später stand fest, dass die Mannschaft in der heute gezeigten Form nicht im Ansatz ihre Saisonziele erreichen kann. Denn was die Elf in Sommersell ablieferte, das war unter aller Kanone. Deswegen kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Grün-Weißen mit dem 1:4 noch gut bedient waren. Zu überlegen waren die Gastgeber vor allem in den Punkten Kampfgeist, Zielstrebigkeit und Tempo.
Große Konfusion hatte im Vorfeld dieses Spiels bezüglich der Anstoßzeit geherrscht. Fassen wir zusammen: Normalerweise werden Kreispokalspiele im Unterschied zu Meisterschaftsspielen unter der Woche auf 18:00 Uhr terminiert. Es könnten ja Verlängerung und Elfmeterschießen folgen. Da sieht es an manchen Regentagen ohne Flutlicht schon ganz schön duster aus. Nun gut. Entgegen dieser Tradition hatte Kreispokalspielleiter Josef Pürschel dieses Mal alle Spiele auf 18:30 Uhr angesetzt. Bis jetzt noch alles klar. Dann aber gab die SpVg. Rolfzen/Sommersell via Westfalenblatt am Montag bekannt, dass das Spiel um 19:15 Uhr stattfinden würde. Ist ja schön und gut. Dann könnte man aber auch dem gegnerischen Verein Bescheid geben. Tat man dann auch irgendwann mal am Donnerstag. Neue Uhrzeit: 19.00 Uhr. Angepfiffen wurde dann tatsächlich um 19:15 Uhr. So viel dazu…
Aus Kollerbecker Sicht hätte das Spiel aber auch gar nicht angepfiffen werden müssen. Denn so gespannt alle Beteiligten vor dem Spiel auch waren, wo denn der SVK stehen würde, so ernüchtert war man schon nach wenigen Minuten. Zwar standen bis auf Niklas Rheker alle Spieler inklusive Neuzugänge zur Verfügung. Das war allerdings auch das einzige Positive.
Die einzige Torchance in der ersten Halbzeit für den SVK hatte Jens Schölzel in der 15. Spielminute nach einem schönen Flankenlauf von Pascal Ewers. Ganz anders die Gastgeber, die in der 25. Spielminute nach einem geschenkten Freistoß mit 1:0 und in der 32. Spielminute sogar mit 2:0 in Führung gingen.
Michael Meyer brachte es in der 32. Spielminute nach seiner gelben Karte wegen eines Frustfouls auf den Punkt: „Irgendwann müssen wir ja mal wach werden!“ Diesen Gefallen tat ihm allerdings keiner.
Kein Wunder, dass Jörg Hundertmark in der Halbzeitpause einfach nur ratlos war. „Ich brauche jetzt gar nicht anfangen, an irgendwelchen Kleinigkeiten rum zu drehen. Hier und heute fehlt das ganze Gerüst für einen erfolgreichen Fußball. Wo sind die jungen Wilden? Es ist jetzt egal, ob wir verlieren oder nicht. Ihr geht jetzt raus und beweist den Leuten, dass Ihr Fußball spielen könnt.“
Doch wenn es überhaupt so etwas wie Aufbruchstimmung gegeben hatte, wurde diese bereits in der 46. Spielminute wieder brutal zunichte gemacht. Denn schon stand es 3:0.
Im Anschluss hatte der SVK zwar mehr Ballbesitz. Gefährlicher waren allerdings immer die Sommerseller. Sie machten in der 70. Spielminute das 4:0, ehe Neuzugang Benny Dobrott mit seinem ersten Pflichtspieltor für den SVK in der 87. Spielminute den Kollerbecker Ehrentreffer markierte.
Markus Struck kommentierte schon vor zehn Jahren eine schlechte Leistung in Sommersell mit folgendem Ausspruch: „Früher sind wir nur zum Apfelsaft holen hier hin gefahren.“ Markus war dieses Mal nicht mit dabei. Glück für ihn...
Das Wetter war schlecht. Aber schlechter war das Kollerbecker Spiel.