Hundertmark: „Halbgas reicht auch gegen Laueförde nicht“
SC Lauenförde vs. SV Kollerbeck 1:1
(svk) Hatte die Niederlage gegen Stahle nach der fast schon beängstigenden Serie zuvor einen Knacks innerhalb der Mannschaft bewirkt? Das war die große Sorge von Jörg Hundertmark vor dem Spiel gegen den SC Lauenförde gewesen. Und tatsächlich stellten sich nach Spielende nicht wenige Zuschauer die Frage, ob denn auch eine mangelnde Einstellung zum Punktverlust geführt hatte. Doch hätte der SVK nur eine zweite von seinen vielen Chancen genutzt, dann hätte man sich über diese Frage gar nicht unterhalten müssen. So aber endete das Spiel mit einem äußerst unbefriedigenden Unentschieden mit vielen Verlierern.
Jörg Hundertmark hatte im Vergleich zur Vorwoche gegen Alhausen die Startaufstellung leicht verändert. Matthias Loges rückte für Torben Rheker in den Sturm. Seine Position übernahm Marc Neumann. Als Manndecker durfte Jens Schölzel ran.
Dem SC Lauenförde merkte man an, dass er mit wenigen Punkten Vorsprung zur Abstiegszone über den Kampf dieses Spiel gestalten wollte. Oftmals am Rande der Legalität – so manches Mal auch weit darüber hinaus – suchten sie die Zweikämpfe. Die Kollerbecker hatten mit dieser Gangart am Anfang so ihre Probleme.
So dauerte es eine ganze Weile, bis das Spiel an Fahrt aufnahm. Die erste Chance des Spiels hatte der SC Lauenförde in der 16. Spielminute, ehe Michael Meyer im Gegenzug fast schon verzweifelt einen Kunststoß aus 40 Metern versucht.
In der 22. Spielminute dann doch die Führung für den SVK. Vorausgegangen war ein Freistoß von Michael Meyer, den der Torwart zwar entschärfen kann. Dies allerdings auf Kosten einer Vorlage für Stefan Klocke. Der nutzt die Möglichkeit zum Abstauber und erzielt aus kurzer Distanz das 1:0.
Aber auch das Tor machte den SVK nicht sicherer. Diese Sicherheit allerdings hätte Michael Meyer in der 41. Spielminute herbei zaubern können. Matthias Loges war im Sechzehner am Trikot gezogen worden und der Bönekenberger trat zum fälligen Elfmeter an. Entgegen aller sonstigen Gepflogenheiten setzte er allerdings den Ball an die Querlatte. So hieß es weiterhin nur 1:0. Hätte man ja auch zur Halbzeit mit leben können…
Zu dem Zeitpunkt sollte es allerdings schon 1:1 stehen. Der SC Lauenförde hatte eine seiner ganz weniger Chancen genutzt und per Konter den Ausgleichstreffer erzielt.
Dementsprechend bedient war Jörg Hundertmark in der Kabine: „Leute, dieser Gegner ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Ich vermisse den unbedingten Siegeswillen. Was ich sehe, sind nur 80 Prozent! Halbgas reicht aber auch gegen Lauenförde nicht.“
Die Wirkung dieser emotionalen Ansprache ließ nicht lange auf sich warten. Denn nun stellten sich auch Chancen ein. Insbesondere die Phase zwischen der 65. und 85. Spielminute war geprägt von Tormöglichkeiten in Hülle und Fülle für den SVK. Insbesondere der zur 55. Spielminute eingewechselte Torben hätte das Spiel alleine entscheiden müssen. Doch auch Michael und Meyer und Pascal Ewers schaffen es nicht, den Ball über die Linie zu bringen.
Stattdessen wurde das Spiel immer emotionaler. Je länger das Spiel andauerte desto mehr ließen sich auch die Kollerbecker auf das spielerisch eher bescheidene Niveau der Lauenförder hinab. Fouls ohne Ende waren die Folge. Erstaunlich nur, dass es jetzt Karten für Kollerbeck hagelte, die der Schiedsrichter wohl in der ersten Halbzeit in der Kabine vergessen hatte.
Der unrühmliche Höhepunkt des Spiels folgte dann in der Nachspielzeit. Nach einem überharten Zweikampf sehen Alexander Rheker und sein Gegenspieler wegen Tätlichkeiten die roten Karten.
Entsprechend frustriert waren die Kollerbecker Spieler und Zuschauer nach dem Spiel. Die Lauenförder allerdings konnten mit diesem – wohl nicht unbedingt einkalkulierten Punkt – sehr gut leben.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, André Struck, Marc Neumann, Michael Meyer, Jens von Heesen, Alexander Rheker, Niklas Rheker, Pascal Ewers, Stefan Klocke, Jens Schölzel (55. Torben Rheker), Matthias Loges (85. Mikael Grunwaldt)