Kein Spiel für schwache Nerven
Kollerbeck schüttelt auch Verfolger Nethetal mit 3:2 ab
(svk) Das war wahrlich kein Spiel für schwache Nerven. Zwei Mal in Rückstand geraten. Zwei Mal zurückgekommen. Und dann noch gewonnen durch ein Tor in letzter Minute. Spannender geht es wohl kaum. Torschützen für den SVK waren einmal mehr Michael Meyer, Torben Rheker und Elmar Happe.
Das Spiel begann temporeich und athletisch, wobei Kollerbeck von Beginn an die besseren Chancen auf seiner Seite hatte. Denn bereits nach neun Minuten hatte Michael Meyer den gegnerischen Torwart bereits per Heber ausgetrickst, konnte dann aber den Ball nicht im Tor unterbringen. Und auch für Torben Rheker verpasste kurze Zeit später. Auf der Gegenseite dann die erste große Chance für Nethtal (17.). Sascha Niemeier pariert jedoch gekonnt. Danach gönnten sich beide Mannschaften ein wenig Ruhe bis zum nächsten Aufreger in der 37. Minute. Doch Stefan Bielefeld traf mit seinem Kracher aus 20 Meter nur den Pfosten.
Noch 0:0 also zur Halbzeit. Ein Ergebnis, mit dem man durchaus hätte zufrieden sein können. Nicht aber die Spieler des SVK, die erstmal vom Trainer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden mussten: „Mensch Leute. Wir spielen hier gegen einen Verfolger. Und das auf fremden Platz . Und wir liegen nicht zurück. Besser kann es doch fast nicht laufen. Spielt also ruhig weiter.“
Und es schien auch so, als hätte diese Standpauke geholfen, denn fortan ergaben sich wieder Chancen im Minutentakt für Niklas Rheker (47.), Michael Meyer (48.) und Jens Schölzel (51.). Doch das Tor fiel überraschend auf der anderen Seite durch eine Standardsituation per Kopf (55.). Kein Grund zur Panik, dachte sich Michael Meyer dann jedoch nur fünf Minuten später, als er einen erneuten Aussetzer der Nethetaler Abwehr zum Ausgleich nutzte.
Wiederum fünf Minuten später dann allerdings der erneute Rückstand für den SVK. Lars Multhaupt, mit elf Treffern Torschütze der Liga, machte einmal mehr deutlich, warum er diese Position innehat. Von ihm sieht man nichts. Und dann schlägt er gnadenlos zu.
Und auch wenn jetzt viele Kollerbecker Zuschauer meinten, es würde nichts mehr gehen, sollte dem nicht so sein. Denn bereits in der 76. Minute sorgte der zuvor eingewechselte Jörg Hundertmark höchstpersönlich für den erneuten Ausgleichstreffer. Jens Rheker hatte zwei, drei gegnerische Spieler an der Mittellinie ausgetanzt und mustergültig auf seinen Trainer aufgelegt. Dieser ließ mit einem Heber dem Ex- Oberliga Torwart Klaus Stiewe keine Chance und netzte ein.
Hätte zu diesem Zeitpunkt der Gegner ein Unentschieden angeboten, so ziemlich jeder Kollerbecker hätte wohl ohne Zögern unterschrieben. Doch Netheal dachte nicht im Traum daran und drängte auf den erneuten Führungstreffer. Ebenso stürmte auch der SVK mit, sodass den Zuschauern ein echter Schlagabtausch geboten wurde.
Und das mit einem guten Ende für den SVK. Denn Elmar Happe ist es in der 85. Spielminute gewesen, der einen Freistoß von der Mittellinie durch André Struck perfekt verarbeitete. Der Jubel war schon jetzt riesengroß. Doch nach dem Schlusspfiff kannte dieser wahrhaftig keine Grenzen mehr.
Drei Verfolger innerhalb von drei Wochen geschlagen. 8 Siege in 8 Spielen. Spitzenreiter mit 5 Punkten Vorsprung auf den Zweiten. Mit nur 8 Gegentoren die beste Abwehr der Liga. Im Pokal Kreisgrößen wie Beverungen und Fürstenau geschlagen. Im Offensiv-Cup auf Platz drei. All das kam in diesem Augenblick zusammen.
Und so titelte auch die Neue Westfälische in ihrer Ausgabe vom 18.10.04 „Kollerbecks Motor läuft weiter ohne Probleme“. Und weiter „Es scheint fast so, als wäre der SVK momentan nicht zu schlagen.“
Knifflige Aufgabe des Trainers wird es jetzt sein, seine Jungs nach diesen „Tagen der Topspiele“ auch gegen Gegner wie den VfL Eversen zu motivieren und optimal einzustimmen. Denn gewonnen ist im Moment noch gar nichts. Und deswegen dauern sie auch weiterhin an, die Wochen der Wahrheit. Hoffentlich noch eine ganze Weile…