Den Frust von der Seele geschossen
SVK – TuS Hembsen 8:1
(svk) Na, bitte! Geht doch! Der SVK schießt den TuS Hembsen mit sage und schreibe acht zu eins Toren aus dem Rehbergstadion. Bei noch konsequenterer Torausbeute wäre sogar ein höheres Resultat im Bereich des Möglichen gewesen. Denn die Hembser spielten trotz des Debakels bis zum Ende mit und drangen auf weitere Ehrentreffer, blieben dabei aber erfolglos. Die Torschützen für den SVK waren Torben Rheker, Pascal Ewers (3), Michael Meyer (3) und ein unbekannter Hembser Spieler.Im Vergleich zum Donnerstag-Spiel gegen Albaxen/Lüchtringen rückte Matthias Brisgies für den rotgesperrten Alexander Rheker in die Innenverteidigung, Jens von Heesen in das zentrale Mittelfeld und Torben Rheker für Stefan Klocke in die Sturmreihe. Ob es nun an den personellen Änderungen lag, an dem relativ bescheidenen Wetter oder an was auch immer. Die Kollerbecker kam auf jeden Fall sehr gut in das Spiel. Vor allem der Kampfgeist stimmte. Gut zu erkennen an den weißen Trikots, die bereits nach kurzer Zeit nicht mehr wirklich porentief rein waren. Von Ausnahmen wie Jens Schölzel einmal abgesehen, der nach eigenen Angaben jedoch „einfach clever gespielt habe!“ Unabhängig davon: Es wurde gegrätscht und es wurden die Zweikämpfe gesucht, dass es eine wahre Pracht war.
Dumm nur, dass der TuS Hembsen das 0:1 macht (20.). Wie aus heiterem Himmel – bei dem Sauwetter nur sprichwörtlich gemeint – tauchte auf einmal ein Hembser Stürmer vor Sascha Niemeier auf und macht eiskalt das Tor.
Doch kaum, dass Jörg Hundertmark seinen Appell ausgesprochen hatte, doch jetzt bitte nicht die Ordnung zu verlieren, fällte der Ausgleich zum 1:1 (21.). Vorausgegangen war eine Ecke durch Michael Meyer, die Matthias Brisgies zwar nur an die Latte setzen kann. Den Abpraller aber stochert Torben Rheker geschickt über die Linie. Glück gehabt!
Noch mehr Glück dann nur fünf Minuten später. Michael Meyer schlägt einen Freistoß wie aus dem Lehrbuch flach und scharf vor das Tor, wo ein Hembser Spieler nur ins eigene Tor „retten“ kann. 2:1.
Und auch das 3:1 ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal scheitert Torben Rheker am Torwart, aber Pascal Ewers setzt erfolgreich nach (28.).
Danach folgte eine relativ ruhige Phase bis zur 41. Spielminute und wiederum einem Treffer durch Pascal Ewers zum 4:1. Michael Meyer hatte sich wunderschön auf links durchgesetzt und den Ball scharf vor das Tor gebracht. Eine Jubeltraube war – wie auch bereits bei den ersten Toren – die Folge und wird nur deswegen erwähnt, weil der heute offensichtlich sehr treffsichere Pascal Ewers doch tatsächlich Niklas Rheker außer Gefecht setzte. Sein Finger ramponierte das rechte Auge des Langenkämpers. Wir gehen einmal davon aus, dass das unabsichtlich passierte. Niklas Rheker allerdings musste die Segel streichen.
Das allerdings tat der Spiellust der Kollerbecker keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Auch wenn Jörg Hundertmark und wahrscheinlich viele Kollerbecker Anhänger Sorgen hatten, wie denn nun die Mannschaft aus der Pause kommen würde. Diese Sorge war unberechtigt. Denn die zweite Halbzeit war erst zwei Minuten alt, da stand es bereits 5:1. Einmal mehr war Pascal Ewers nach einer Ecke per Kopf erfolgreich gewesen (47.) – sein drittes Tor heute. Allerdings kein Hattrick, denn zwischen seinen Toren lag ja schließlich die Halbzeitpause.
Wohl nur aus diesem Grunde wollte Michael Meyer ihm und den anderen staunenden Zuschauern zeigen, wie das geht mit dem so genannten „lupenreinen Hattrick“. Und in gerade einmal dreißig Minuten, nämlich von der 53. bis zur 82, Spielminute gelang ihm das Kunststück. Dabei machte der Bönekenberger zwei der drei Tore von außerhalb des Sechzehners jeweils mit dem linken Fuß.
Vielleicht hätte er seinem Bruder Lukas sogar ein Tor hiervon abgegeben. Der spielte erstmals eine komplette Halbzeit durch und hatte auch einige gute Torchancen. Doch diese auf einem solch tiefen Platz ohne angemessenes Schuhwerk zu nutzen, ist natürlich sehr schwierig. Aus diesem Grund könnte sich ja gegebenenfalls die Investition in Schraubstollen lohnen?!
Doch damit genug der Meckerei. Denn dieses Spiel war für die Kollerbecker Anhänger sehr schön anzusehen. Und das gibt natürlich Hoffnung für den weiteren Verlauf der Saison. Dementsprechend gelassen konterte Jörg Hundertmark dann auch die Kritik, dass man doch die ganzen Tore wohl besser auf mehrere Spiele verteilt hätte: „Lasst die Jungs mal ruhig ihren Frust von der Seele schießen!“
Recht hat er! Denn wenn der Frust erst mal weggeballert wurde, dann kommen wir ja demnächst eventuell wieder regelmäßig in den Genuss der alten Fußballlust. Schön wär`s jedenfalls!
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Jens Schölzel, Matthias Brisgies, Marc Neumann, Torben Rheker, Michael Meyer, Mikael Grunwaldt, Niklas Rheker (46. Lukas Meyer), Jens von Heesen, Matthias Loges (46. Stefan Klocke), Pascal Ewers