Die 67. Spielminute
SG Albaxen/Lüchtringen – SVK 1:1
(svk) Das Spiel schreibt die 67. Spielminute. Der SVK führt mit 1:0. Torben Rheker steht allein vor dem gegnerischen Torwart. Er kann das Spiel entscheiden. Er schießt. Der Torwart bekommt die Füße an den Ball. Trotzdem hat das Leder noch genug Fahrt. Niemand aus Kollerbeck zweifelt daran, dass der Ball ins Tor geht bzw. schon drin liegt. Die Kollerbecker Spieler drehen jubelnd ab. Doch dann wird es komisch. Nach und nach registrieren die Kollerbecker Spieler und Zuschauer, dass das Spiel einfach weitergeht. Ein Blick zum Schiedsrichter. Der signalisiert: "Weiter spielen! Weiter spielen!"Die besten Geschichten schreibt eben doch das Leben. Und diese Geschichte hielt das Happy End für die Albaxer und Lüchtringer bereit. Denn der Schiedsrichter Will Meyer entscheidet in dieser 67. Spielminute aus geschätzten 40 Metern Entfernung, dass der Ball in einer Wasserpfütze auf der Linie liegen geblieben sein soll. Keiner weiß nach dem Spiel so ganz genau, was in dieser 67. Spielminute tatsächlich geschehen war. Die "Zeugenaussagen" jedenfalls sind komplatt unterschiedlich.
Was jedoch gesichert ist: Nach diesem Zwischenspiel sammeln die Gastgeber noch einmal alle Kräfte und kommen in der 69. Spielminute zum nicht unverdienten Unentschieden.
Nicht unverdient war das Unentschieden deswegen, weil der Gastgeber in der zweiten Halbzeit einfach mehr vom Spiel hatte. Ganz im Gegensatz zum SVK, der große Teile der ersten Halbzeit dominiert hatte. Da passte es auch ins Bild, dass das 0:1 durch ein Eigentor der Spielgemeinschaft aus Albaxen und Lüchtringen fiel. Michael Meyer hatte einen Freistoß aus 40 Metern in den gegnerischen Strafraum gebracht, von wo ein Verteidiger den Ball in bester Stürmermanier im eigenen Tor versenkte. Und auch danach spielte eigentlich nur der SVK. Er vergaß es allerdings, das zweite Tor nachzulegen. Hauptverantwortlicher hierfür war der gegnerische Torwart, der heute einfach auf Zack war.
So kam der Gegner ab der 30. Spielminute besser ins Spiel und jetzt auch zu eigenen Torchancen. Doch auch sie wurden nicht genutzt, sodass es mit einer 1:0-Führung in die Kabine ging.
Waren die Grün-Weißen im letzten Spiel gegen Amelunxen wie verwandelt aus der Kabine gekommen, so traf das auch für das heutige Spiel zu. Doch war es heute eher die Verwandlung in die falsche Richtung. Und so nahm die SG das Heft des Handelns in die Hand. Das alles hätte ihr jedoch nichts genutzt, wenn das Tor in der 67. Spielminute gegeben worden wäre. Denn dann hätte es 0:2 aus Albaxer Sicht gestanden und der Drops wäre gelutscht gewesen.
Doch der Fußball mag keine Konjunktive und so stand es bereits zwei Minuten später 1:1. Vorangegangen war ein „Rumgestocher“ im Kollerbecker 16er, das notgedrungen zum Gegentreffer führte.
Das Tor wiederum führte zu noch mehr Hektik in der Partie. Beide Mannschaften spielten jetzt weitestgehend mit offenem Visier und wollten die drei Punkte. Seiner höchsteigenen Unruhe fiel dann Alexander Rheker zum Opfer, der in der 75. Spielminute den Ball leichtfertig vertändelt und die Situation nur noch mit einem zugegebenermaßen rüden Foul retten kann. Und da der Manndecker zuvor bereits die gelbe Karte gesehen hatte, war allen Beteiligten klar, was jetzt folgen würde. Doch zu diesem Abend passte eben auch, dass des Schiedsrichters Hand erst gar nicht Richtung Brusttasche, sondern direkt an das Gesäß ging. Will sagen: Alexander „Sanner“ Rheker sah glatt rot und wird für mindestens zwei Spiele fehlen. Klasse!
Doch auch in Unterzahl spielte der SVK weiterhin mit und suchte das Heil in der Offensive. Ehe es dann Jörg Hundertmark ein wenig sehr hoch herging und er seine Spieler zurück beorderte. Ein Punkt ist eben besser als keiner. Und diese Weisheit gilt umso mehr, wenn es auswärts gegen einen Mitkonkurrenten im Tabellenkeller geht. Und dort befinden wir uns nun mal!
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Jens Schölzel, Alexander Rheker, Marc Neumann, Torben Rheker, Michael Meyer, Mikael Grunwaldt, Niklas Rheker, Stefan Klocke, Matthias Loges, Pascal Ewers