Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt
SVK - RSV Barntrup 0:5
(svk) Selten liegen Freud und Leid so eng beieinander wie auf dem Fußballfeld. Was sich heute nach dem Spiel im Kollerbecker Rehbergstadion abspielte, war mal wieder ein Paradebeispiel für diese alte Binsenweisheit. Auf der einen Seite jubelnde Barntruper, die ihr unverhofftes Aufstiegsglück kaum fassen können. Auf der anderen Seite tief enttäuschte Kollerbecker, die sich natürlich mit dem Abstieg längst abgefunden hatten. Doch diese Klatsche am letzten Bezirksliagspieltag hätte man natürlich sich und den Kollerbecker Anhängern gerne erspart. So bleibt nur die tiefe Depression. Aber an die Adresse von Barntrup: Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt den Aufstieg verdient!
Im Laufe der Woche hatte sich auch noch Sascha Niemeier mit Verdacht auf Muskelfaserriss krank gemeldet und so das ohnehin stark belegte Kollerbecker Lazarett um einen weiteren Spieler bereichert. Zudem stand Carsten Rheker nicht zur Verfügung. Ein Umstand, an den man sich wohl oder übel gewöhnen muss. Denn der Vollblutstürmer wird zukünftig seine Fußballschuhe nicht mehr schnüren. Grund genug also für Sascha Niemeier, ihm vor dem Spiel noch einmal im Namen der ganzen Mannschaft zu danken.Dann ging es aber auch schon rein in das Spiel. Und die Leistung gegen den bis dato Tabellenzweiten war in der ersten Halbzeit vollkommen in Ordnung. Vor allem das Engagement stimmte. Allerdings konnte der SVK erst zum Ende des ersten Durchgangs Akzente nach Vorne setzen. Doch Stefan Klocke (32.) scheiterte genauso wie Torben Rheker in der 43. Spielminute. Auf der anderen Seite hätte aber auch der SVK gut und gerne zurückliegen können. Doch Jens Schölzel im Kollerbecker Kasten parierte ein ums andere Mal sehr erfolgreich und nicht minder spektakulär.
Und so stand es zur Halbzeit tatsächlich 0:0 zwischen designiertem Absteiger und Aufstiegskandidat. Und da in Horn die Erkelner mit 0:2 hinten lagen, schien es, als könne der SVK dem TuS Erkeln tatsächlich Schützenhilfe gewähren mit einem Punktgewinn gegen Barntrup. Denn der TuS Erkeln lag vor dem Spieltag drei Punkte vor Barntrup.Doch nach der Pause kam alles ganz anders. Es sollten die entscheidenden fünfzehn Minuten des Spiels folgen. Zum einen wurde Torben Rheker in der 47. Spielminute rüde von hinten von den Beinen geholt. Ergebnis war eine Auskugelung im Ellenbogengelenk. Die weitere Folge war der Abtransport mit Krankenwagen. Nebensächlich war eigentlich, dass der Schiedsrichter bei dieser Aktion noch nicht einmal auf Freistoß entschied. Doch die Emotionen kochten natürlich hoch. Und diese wurden auch nicht dadurch weniger, dass der Schiedsrichter in der 55. Spielminute ein Handspiel des Barntrupers Spieler übersah, das zum 0:1 führte.
Was dann folgte, war vorauszusehen. Die Kräfte der Kollerbecker schwanden ebenso wie die Motivation und die Barntruper spielten jetzt groß auf. Im Schongang kamen sie zu ihren Treffern zwei bis fünf. Michael Meyer holte sich in der 77. Spielminute noch die völlig gerechtfertigte rote Karte wegen Nachtretens ab. Diese Szene triefte nur so vor Frust.
Viel spannender war jetzt allerdings die Frage, ob Erkeln in Horn verlieren würde. Als die Kunde vom Endstand aus Horn per Telefon nach Kollerbeck kam, kannte der Jubel unter den Barntruper Spielern und Zuschauern keine Grenzen. Dass das eigene Spiel noch gar nicht abgepfiffen war, spielte in diesem Augenblick beim Spielstand von 0:5 wahrlich keine Rolle. So spielte man eben noch einmal die paar Sekunden runter und konnte sich dann umso mehr nach dem eigenen Schlusspfiff freuen.
Da wurde getanzt und getrunken auf dem Platz. Bier wurde vergossen und vielleicht sogar auch Tränen. Bei den Kollerbeckern wurde hingegen die Erinnerung wach an den eigenen Aufstieg vor ziemlich genau einem Jahr an gleicher Stelle. Da war der SVK obenauf gewesen. Diesmal sind sie ganz unten. Aber auch das gehört zum Spiel. Tschüß Bezirksliga! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Alexander Rheker, Andrè Reinhard (46. Mikael Grundwaldt), Niklas Rheker (46. Elmar Happe), Marc Neumann Matthias Brisgies, Michael Meyer, Torben Rheker (56. Alexander Stecker), Stefan Klocke, Jens von Heesen, Pascal Ewers