Keine guten Wettquoten
FC Nieheim – SVK 2:2
(svk) Wer vor dem Spiel beim FC Nieheim auf ein 2:2 getippt hätte, wäre wohl trotz des richtigen Tipps nicht reich geworden. Denn die Quoten standen ungünstig für dieses Ergebnis. Zum vierten Mal im vierten Auswärtsspiel kehrt der SVK also mit jeweils zwei Toren und einem Punkt zurück an die Niese. Und ähnlich wie in den drei vorherigen Versionen des 2:2 wusste man am Ende wieder nicht, ob man lachen oder weinen soll. Denn zum wiederholten Male führten unsere Kicker bereits mit 1:0, ehe man mit 1:2 in Rückstand geriet. Wenn man dann doch noch auswärts das Ausgleichstor macht und zumindest den einen Punkt rettet, dann muss man jedoch wohl zufrieden sein. Die Torschützen für den SVK hießen Niklas und Torben Rheker.
Bereits vor dem Spiel sorgte die Unparteiische aus Warburg, die ihre Sache gut machen sollte, für Unterhaltung in der Kabine: „Leute, legt Euren Schmuck ab. Ansonsten bin ich gezwungen, die gelbe Karte zu ziehen. Und das wäre ja schade. Die kann man sich doch auch für andere Sachen aufheben.“ Und damit sollte sie Recht behalten, denn es folgte ein Spiel mit sehr vielen Zweikämpfen.
Jens von Heesen hatte wegen Erkältung und Kniebeschwerden nicht auflaufen können. Für ihn war Elmar Happe zurück in die Anfangsformation gerückt. Im Sturm gab es insoweit eine Überraschung, als dass Jens Schölzel als zweite Spitze neben Carsten Rheker auflief. Hiermit reagierte Elmar Happe auf die anhaltende Abschlussschwäche der letzten Spiele. Ansonsten forderte er von seinen Mannen einmal mehr den rigorosen Körpereinsatz. Die Marschroute hieß für heute Konterfußball. Vor allem wollte Happe hinten sicher stehen.
Und die Taktik schien aufzugehen. Denn was der SVK insbesondere im Durchgang Nummer eins an Chancen aus dem Spiel zuließ, war nicht der Rede wert. Zwar kam man selber aus dem Spiel heraus nach vorne auch nicht so gut zur Entfaltung. Gefährlich waren aber allemal die Standardsituationen. Und eine davon sollte dann in der 14. Spielminute zur Führung genutzt werden. Andrè Struck hatte einen Freistoß lang vor das gegnerische Tor gebracht. Und als viele der etwa 120 mitgereisten Kollerbecker Fans schon dachten, die Flanke sei dann doch zu lang, tauchte Elmar Happe auf und legte klasse per Kopf auf Niklas Rheker ab. Der hatte wenig Mühe und brauchte nur noch den Fuß zum viel umjubelten Treffer hinhalten.Und auch in der Folgzeit schafften unsere Jungs es, den ewigen Aufstiegsaspiranten vom eigenen Tor fern zu halten. Das war allerdings auch insofern nicht allzu schwer, als dass die Nieheimer allzu planlos und pomadig nach Vorne spielten. So stand es zur Halbzeit 1:0 für den SVK und Happe war restlos zufrieden mit der Umsetzung seiner Wünsche. Anschließend warnte er seine Leute noch vor den Gastgebern, die jetzt „heiß wie Frittenfett“ aus der Kabine kommen würden.
Er sollte Recht behalten, denn nun erhöhte der Gastgeber tatsächlich den Druck und konnte innerhalb von nur sechs Minuten das Spiel drehen. In der 60. und 66. Spielminute hieß es jeweils nach Standardsituationen Tor für Nieheim.
Doch wer jetzt glaubte, der SVK würde sich in sein Schicksal ergeben, der sah sich getäuscht. Nicht gewillt, sich das vierte 2:2 entgehen zu lassen, spielten unsere Jungs jetzt wieder nach vorne und kamen in der 78. Spielminute tatsächlich zum verdienten Augleichstreffer. Alex Rheker hatte sich mit in die Angriffsbemühungen eingeschaltet und eine klasse Flanke aus dem linken Halbfeld in den gegnerischen Sechzehner gebracht. Dort irritierte Jens Schölzel den Torwart hinreichend, sodass Torben Rheker einschieben konnte.
Auch danach blieb der SVK am Drücker und hätte mit ein wenig Glück auch noch das 3:2 machen können. Doch insbesondere Torben Rheker kommt in der 87. Spielminute einen winzigen Schritt zu spät.
Am Rande notiert sei noch die gelb-rote Karte für den Nieheimer Ralf Otte wegen Meckerns. Diese kam ganz und gar aus heiterem Himmel, hatte Otte doch in den 87 Minuten zuvor kein einziges Wort verloren (Achtung: Ironie-Modus aus).
Kollerbeck holt also auswärts beharrlich Punkt für Punkt und wartet auf die entsprechend Heimserie.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Alexander Rheker, Matthias Brisgies, Elmar Happe, Marc Neumann, Michael Meyer, Niklas Rheker (55. Mikael Grunwaldt), Jens Schölzel (90. Martin Rheker), Carsten Rheker (65. Torben Rheker), Pascal Ewers
Alex Rheker wird beobachten von Pascal Ewers (l.) und Mikael Grunwaldt