Die ganz große Unterhaltung
VFB Borgholz – SVK 2:2
(svk) Diese 80 km am Mittwochabend hat wohl keiner der etwa 30 mitgereisten Kollerbecker Zuschauer bereut. Denn was ihnen beim Spiel VFB Borgholz gegen den SVK an Unterhaltungswert geboten wurde, ist wohl schwer zu überbieten. Es war ein Spiel mit ungeheurer Leidenschaft, viel Kampf, drei Elfmetern, zwei gelb-roten Karten, vier Toren und vielen zumindest diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen – um es einmal diplomatisch auszudrücken. Und selbst über das Endergebnis kann man noch trefflich diskutieren. Denn die Frage ist mal wieder, ob man sich über das dritte Unentschieden im dritten Auswärtsspiel freuen oder ärgern soll. Ganz großes Kino also.
„Die spielen dieses Jahr erstmals ernsthaft mit Viererabwehrkette. Das ist unsere Chance“, so lautete das Credo von Elmar Happe vor dem Spiel. Wesentlich mehr Respekt hatte der 32-Jährige vor den Offensivkräften des Gastgebers. Und das wahrscheinlich auch zu Recht. Ganz viele Chancen aus dem Spiel ließen seine Jungs allerdings gar nicht zu. Ein Indiz für eine insgesamt gute Abwehrleistung. Wie überhaupt: der SVK begann druckvoll und ging bereits in der neunten Spielminute durch ein Tor von Mikael Grunwaldt mit 1:0 in Führung. Vorausgegangen war ein Ausrutscher des VFB-Keepers, der es dem Vördener ermöglichte, den Ball relativ unbedrängt ins Tor zu schieben. Ein Auftakt nach Maß also, der durchaus noch hätte verbessert werden können. Denn der Neuzugang hatte in den zwei Minuten nach der Führung noch zwei sehr gute Möglichkeiten zum Torerfolg. Beim ersten Mal machten dem Youngster allerdings seine Nerven und beim zweiten Mal der Schiedsrichter mit einem zweifelhaften Abseitspfiff einen Strich durch die Rechnung. Nicht die letzte Entscheidung des Schiedsrichters, die für einigen Unmut insbesondere bei den Kollerbecker Zuschauern hervorrief. Dass der Schiedsrichter aus Brilon an diesem Abend unter Beobachtung des Verbandes stand, macht die Sache für ihn nicht unbedingt besser.
Mitte der ersten Halbzeit gewannen die Gastgeber dann die Oberhand und kamen zu einigen Möglichkeiten auch aus dem Spiel. Das Gegentor für den SVK hätte also durchaus fallen können. Wie es dann allerdings kurz vor der Pause zum Ausgleich kam, war dann doch sehr strittig. Fakt ist, dass Marc Neumann im eigenen Sechzehner den Ball klärt. Auch eine Berührung mit dem Gegner hat stattgefunden. Dies allerdings als „gestrecktes Bein“ zu deuten, verlangte den Kollerbecker Zuschauern jedoch schon einiges an Phantasie ab. Der Schiedsrichter hatte es aber so gesehen und auf Elfmeter entschieden. Der saß und es stand nur noch 1:1 (42.).
Elmar Happe war in der Pause jedoch sehr zufrieden mit seinen Leuten: „Kompliment, Leute. Heute war alles gut: Konzentration, Zweikampfstärke und Leidenschaft. So muss es weiter gehen!“In der 62. Spielminute fiel dann allerdings der Führungstreffer für den VFB. Und es waren ähnliche Umstände wie die vor dem ersten Gegentreffer. Wieder Foul durch Marc Neumann, woran es diesmal nichts zu deuteln gab. Und wieder war der Elfer drin (62.). Dazu noch gelb-rot für Marc Neumann. Das war schon schlimm. Hätte aber durchaus noch schlimmer kommen können. Denn bereits eine Minute später hätte es durchaus „rot“ für André Struck heißen können. Ob er allerdings der berühmte „letzte Mann“ war, als er seinen Gegner irregulär von den Beinen holte, war fraglich.
So ging es also mit zumindest zehn Leuten gegen elf weiter. Dabei blieb es aber nicht lange, denn in der 70. Spielminute dezimierte sich der Gastgeber ebenfalls. Ein Verteidiger hatte Carsten Rheker wie von diesem gewünscht im Sechzehner vor das Schienbein getreten. Elfmeter also auch hier genauso die Konsequenz wie die gelb-rote Karte für den Sünder. Der Unterschied zu den vorherigen Elfmetern allerdings war, dass Michael Meyer erstmals in seiner Senioren-Karriere den Ball nicht im Tor unterbringen konnte. Allerdings kam eine Ecke heraus, die dann Elmar Happe per Kopf zum viel umjubelten 2:2 nutzen konnte (70.).
Was dann noch folgte, waren einige mittelprächtige Chancen für den SVK und ein „linker Hammer“ vom aufgerückten Alexander Rheker aus 20 Metern (81.). Statt jedoch im Tor landete der Ball nur an der Unterkante der Querlatte, von wo der Ball wieder ins Feld sprang.
So gesehen wäre ein Sieg also durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Aber: das Eichhörnchen ernährt sich eben nun einmal mühsam.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Alexander Rheker, Matthias Brisgies, Elmar Happe (85. Martin Rheker), Marc Neumann, Michael Meyer, Niklas Rheker, Carsten Rheker, Mikael Grunwaldt (65. Torben Rheker), Pascal Ewers (65. Jens Schölzel)