Der komplett falsche Film
SVK – FC PEL 0:3
(svk) Hätte ein SVK-Anhänger nur die ersten fünfzehn Minuten des Spiels gesehen und wäre ihm nach Ende des Spiels mitgeteilt worden, dass der SVK 3:0 verloren hat, der hätte sich tatsächlich im sprichwörtlichen falschen Film gewähnt. Doch im Fußball zählen bekanntlich keine Konjunktive. Und deswegen nutzen all diese Formulierungen nach dem Motto „Hätten wir in der Anfangsphase das Tor gemacht, wäre das Spiel ganz anders gelaufen“ überhaupt nichts. Fakt ist, dass es dem SVK nicht gelang, aus seinen Möglichkeiten die Tore zu machen. Ganz anders der Gast aus Peckelsheim, der gnadenlos seine Chancen konsequent nutze.
Elmar Happe hatte vor dem Spiel noch vor den gefährlichen Kontern des Gegners gewarnt und die berühmten 100% von seinen Spielern gefordert. Immerhin fehlten mit Jens von Heesen, Matthias Brisgies und Michael Meyer ganze drei immens wichtige Spieler. Statt ihnen rückten Elmar Happe, Dominik Sprenger und Martin Rheker als Manndecker in die Startelf. Und sie machten ihre Sache zu Beginn des Spiels sehr gut. Genau wie die restliche Mannschaft, die sich in den ersten fünfzehn Minuten eine Großchance nach der anderen erarbeitete. Das Spiel lief flüssig und der SVK kombinierte nach Belieben. Meinolf Köhne war wie der Rest der Kollerbecker Anhängerschaft geradezu euphorisiert: „Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, dann weiß ich es auch nicht.“ Und er lehnte sich insofern aus dem Fenster, als dass er Dominik Sprenger „mindestens ein Tor“ voraussagte.
Doch das war weit gefehlt, denn Tore sollten heute unverständlicherweise nur auf Seiten der Gäste aus dem Warburger Raum fallen. Das Unheil nahm ab der 30. Spielminute seinen Lauf, als eine Unachtsamkeit in der Kollerbecker Defensive zum 0:1 führte. Wäre ja für sich gesehen nicht weiter schlimm gewesen, denn noch wäre ja genug Zeit gewesen, den Ausrutscher auszumerzen. Dieses Vorhaben wurde aber in der 40. Spielminute dadurch erschwert, dass es plötzlich 0:2 hieß. Vorausgegangen war ein Patzer unseres Spielertrainers Elmar Happe. Was dann vor der Halbzeit noch folgte, war mehr Glück als Verstand für den SVK. Denn es hätte zur Halbzeit auch genauso gut 0:4 stehen können. Doch zum einen hatte der Schiedsrichter wohl Mitleid mit unseren Jungs, als er in der 41. Spielminute einem regulären Treffer aufgrund vermeintlicher Abseitsposition die Anerkennung verweigerte. Und zum anderen setzte PELs Spielertrainer Jürgen Voss einen Kopfball nur weniger Zentimeter neben das Tor anstatt hinein.In der Halbzeitpause versprühte Elmar Happe dementsprechend auch noch Optimismus. Und tatsächlich hatte dieser auch seine Berechtigung, denn insbesondere Carsten Rheker hatte in der 55. und 56. Spielminute zwei ganz dicke Möglichkeiten zum Hoffnung bringenden Anschlusstreffer. Hätte er eine dieser beiden Großchancen genutzt… Aber das wollten wir ja lassen.
Wir bleiben lieber bei der Realität und konstatieren, dass sich André Struck in der 67. Spielminute noch die gleichermaßen unnötige wie glückliche gelb-rote Karte abholte. Glücklich deswegen, weil sich der 30-Jährige eigentlich ganz klar für eine rote Karte per Nachtreten beworben hatte.
Jürgen Voss erhöhte dann in der 72. Spielminute sogar noch auf 3:0 und irgendwann war dann auch Schluss.
Was bleibt festzuhalten? Bei einem Punkt aus drei Spielen kann man durchaus von einem Fehlstart sprechen. Gleichwohl wird es Aufgabe des Trainers Elmar Happe sein, der Mannschaft den Umgang mit diesen Negativerlebnissen beizubringen. Eins steht fest: Frustfouls mit Anwartschaft auf rote Karten gehören mit Sicherheit nicht zu den Erfolg versprechenden Maßnahmen. Eher hierzu gehören noch mehr körperlicher Einsatz im legalen Bereich und noch mehr Leidenschaft. Denn die technischen Fähigkeiten, die unsere Kicker grundsätzlich vorweisen können, reichen alleine nicht für die Bezirksliga. Doch noch ist ja Zeit genug für ein „happy end“.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Alexander Rheker, Martin Rheker, Elmar Happe, Marc Neumann, Jens Schölzel (67. Stefan Klocke), Niklas Rheker, Carsten Rheker, Torben Rheker (46. Mikael Grunwaldt), Dominik Sprenger (72. Jan Durgeloh)