Die schillerndste Bezirksliga aller Zeiten
FUSSBALL: Wie die Bezirksliga-Trainer auf den Spielplan reagieren
(svk) Kreis Höxter (dm/um). Einige sind schon seit einer Woche im Training, andere haben gestern begonnen und wieder andere starten erst in dieser Woche. Aber eins ist bei allen Bezirkligisten gleich: Es wird heiß über die Titelaspiranten, die Abstiegskandidaten und die ersten Gegner diskutiert.
Der SV Höxter will den Abstieg aus der Landesliga reparieren. Der TuS Erkeln und der FC Nieheim wollen endlich aus dem Schatten des ewigen Favoriten stürmen. Der TuS Vinsebeck und der VfB Beverungen wollen nicht mehr zittern und der SV Kollerbeck will Liga und Euphorie erhalten. Die Bezirksliga ist interessanter und schillernder denn je. Nicht nur, weil sich sechs Mannschaften aus dem Sportkreis Höxter darin tummeln.
"Ein Hammerprogramm zum Auftakt. Das wird schwer", sagt Wolfgang Wächter. Der neue Trainer des FC Nieheim findet besonders das zweite Spiel unangenehm: "Das erste Auswärtsspiel gleich in Barntrup auf Asche: Da bin ich nie gerne hingefahren, obwohl wir da immer ein Unentschieden oder sogar einen Sieg geholt haben. Aber ich habe da nie ein schönes Spiel gesehen."
Der Fahrplan für die ersten fünf Spiele steht. Kaum ein Trainer findet das Auftaktprogramm seines Teams leicht. Und es hängt viel davon ab. Der SV Höxter gilt als Topfavorit. Der Absteiger aus der Landesliga muss ein deftiges Programm bewältigen. "Wir haben in den ersten fünf Spielen bis auf Nieheim so ziemlich alle Mannschaften, die in der vorigen Saison oben mitgespielt haben. Ein schwieriges Auftaktprogramm", urteilt Höxters Trainer Norbert Dölitzsch. Der Ex-Vinsebecker will mit seiner Mannschaft unter die ersten Sechs kommen: "Das sollte machbar sein." Auch der FC Nieheim wird - wie eigentlich in jeder Saison - zum engen Favoritenkreis gezählt. Trainer Wolfgang Wächter, der in der vorigen Saison mit dem VfL Lüerdissen überraschend Meister wurde, wiegelt ab: "Wir wollen unter die ersten Fünf, aber das wird sicher nicht einfach werden. Man kann bestimmt nicht sagen, dass Nieheim der Topfavorit ist. Aber wenn wir gut durch die ersten Spiele kommen und sich eine Euphorie entwickelt, ist sicher einiges möglich." Der erfahrene Coach erwartet eine ausgeglichene Klasse: "Ich glaube nicht, dass einer groß abfallen wird." Addi Chust, der neue Trainer des TuS Vinsebeck, sieht dem Auftaktprogramm relativ gelassen entgegen: "Zuerst in Horn, dann kommt mit Aufsteiger Kollerbeck eine sehr motivierte Mannschaft - einfach ist unser Auftaktprogramm ganz sicher nicht. Aber: Jedes Spiel ist schwer, egal gegen wen."
Elmar Happe, Spielertrainer des Aufsteigers SV Kollerbeck, geht zwar mit Respekt in die erste Bezirksligasaison, ist aber optimistisch, dass sein Team den Klassenerhalt packen kann. Zudem freut er sich, dass gleich vor eigenem Publikum gestartet wird. "Das ist natürlich klasse. Und dann auch noch ein Derby. Erkeln ist zwar ein Hammer, weil die bestimmt ins obere Drittel der Tabelle gehören. Aber dann wissen wir gleich, ob wir in der Liga angekommen sind", sagt Happe. Danach gehts gegen Vinsebeck und den Warburger Aufsteiger FC PEL. "Das sind schon zu Beginn sehr wichtige Spiele, denn das sind unsere Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt", weiß der 32-jährige Ex-Höxteraner wie wichtig der Start ist.
An einen guten Start glaubt auch Beverungens Trainer Hubertus Wrede. "Wir haben das erste Spiel in Dringenberg, daran habe ich gute Erinnerungen." In der vergangenen Saison gewann der VfB beim SVD und startete dann seine Aufholjagd, die letztendlich mit dem Klassenerhalt belohnt wurde. Aber nach dem Auftaktspiel kommt es für Beverungen knüppeldicke. Der Geheimfavorit Lemgo kommt, dann geht’s zum SV Höxter und dann folgen die Spiele gegen Borgholz und den Vizemeister Detmold. "Zumindest wissen wir nach vier Wochen, wo wir leistungsmäßig stehen. Dass wir wieder zu den Abstiegskandidaten gehören, ist aber klar", so Wrede.
Mit den unteren Tabellenregionen will Rytis Narusevicius, neuer Trainer des TuS Erkeln, nichts zu tun haben. Trotz einiger Abgänge schätzt er seine Elf als gut besetzt ein. Vor dem Auftaktgegner Kollerbeck hat er Respekt. "Ein Aufsteiger. Das wird ein schwerer Brocken auf dem kleinen Platz", glaubt er an einen heißen Tanz vor über 500 Zuschauern.