„FüBö“ kaltgestellt und trockengelegt
SV Fürstenau/Bödexen – SVK 1:3
(svk) Alter Schwede, was war das für ein Nachmittag! Der SVK bezwang am letzten Sonntag den Meisterschaftsfavoriten aus Fürstenau und Bödexen auswärts mit 3:1. Damit hat die Hundertmark-Elf das Tor zur Bezirksliga ganz weit aufgestoßen. Denn es trennt den SVK nun nur noch ein Sieg gegen die Badestädter aus Driburg, um erstmals in der Vereinsgeschichte – von Lauenförde einmal abgesehen - außerhalb des Kreisgebietes auf Tore- und Punktejagd gehen zu dürfen. In einem gleichermaßen fairen wie spannenden Spiel war eindeutig Dominik Sprenger Mann des Tages. Kurz nach der Halbzeit eingewechselt bereitete der Bremerberger das 2:1 vor und machte das 3:1 höchstselbst.
„Leute, wir haben nichts zu verlieren. Fürstenau dagegen alles!“ Jörg Hundertmark versuchte vor dem Spiel, seiner Mannschaft die vermeintliche Nervosität zu nehmen. Festzuhalten ist an dieser Stelle allerdings, dass nur vom Sabbenhausener überliefert ist, Probleme im Magenbereich und auch tiefer gehabt zu haben. Seine Jungs hingegen waren ausschließlich hochkonzentriert. Von Aufregung weder vor dem Spiel noch auf dem Platz trotz ca. 800 Zuschauern etwas zu spüren. So war auch Hundertmark nach dem Spiel immer noch tief beeindruckt von seiner Mannschaft: „Woher haben die Bengels bloß diese Nerven? Da war ja nicht ein Stockfehler drin, der auf Nervosität zurückzuführen war!“
Prunkstück im Kollerbecker Spiel war – wie so oft schon in dieser Serie – der Defensivverbund um André Struck mit seinen Manndeckern Simon Reinhard und Alexander Rheker. Aber auch Elmar Happe und Marc Neumann verrichteten Großartiges. Um Elmar Happe allerdings machten sich nicht wenige Kollerbecker Zuschauer sehr frühzeitig Sorgen. Nach mehreren kleinen Fouls sah der Höxteraner bereits in der 8. Spielminute die gelbe Karte und musste dementsprechend vorsichtiger agieren. Nur gut, dass die Fürstenauer ab diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch mit langen Bällen das Mittelfeld überbrückten. So konnte Happe die neunzig Minuten durchspielen. Und das war auch gut so, denn der Zweiunddreißigjährige brachte seine Farben bereits in der 18. Spielminute mit 1:0 in Front. Nach einer Meyer-Ecke hatte er den Ball mit dem Kopf über die Linie gedrückt.
Danach allerdings erarbeiteten sich die Gastgeber ein leichtes Übergewicht, das sie aber nur selten in echte Torchancen ummünzen konnten. Allenfalls nach Standards waren sie gefährlich. Und so wären die Kollerbecker auch fast mit einer Führung in die Halbzeitpause gegangen. Wenn da nicht eine Verkettung unglücklicher Umstände dazu geführt hätte, dass Fabio Mancini plötzlich mutterseelenallein vor dem leeren Kollerbecker Tor auftaucht und gewohnt sicher vollstreckt (45. +2)
Das Tor änderte allerdings nichts an der grundsätzlichen Zufriedenheit von Jörg Hundertmark. Er strahlte Zuversicht aus, verlangte allerdings noch mehr Engagement in der Vorwärtsbewegung. Und er kündigte für die 50. Minute bereits einen Wechsel an, der die positive Wendung an diesem Tag für den SVK bringen sollte: Dominik Sprenger sollte für Torben Rheker kommen.
Und der von seinem Naturell her an sich etwas ruhigere Bremerberger brachte mächtig viel Unruhe in „FüBös“ Defensivabteilung. In der 65. Spielminute tankte er sich gleich gegen mehrere Gegenspieler auf der linken Seite durch und drosch den Ball in die Mitte. Dort konnte Fürstenaus Kapitän Rüdiger Überdick den Ball nur noch ins eigene Tor klären. 2:1 für den SVK und viele Zuschauer erinnerten sich sofort an das Hinspiel, in dem ein Eigentor durch André Struck die Entscheidung für den Gastverein herbeigeführt hatte.Aufregend wurde es dann noch einmal, als Niklas Rheker nach einem Foul seinen Gegenspieler umrempelte und daraufhin zwei Bierflaschen aus einer Fürstenauer „Fan-“Gruppe auf den Rasen flogen. Der gute Schiedsrichter Paul Meier reagierte auf beide Taten besonnen. Niklas Rheker sah nur gelb und die Bierflaschen wurden entfernt. Kurz darauf allerdings wurden uniformierte Beamte im Köterbergstadion gesichtet. Und nicht nur sie sahen in der 83. Spielminute die Entscheidung zugunsten Kollerbecks. Abermals Dominik Sprenger - der sich im Übrigen immer noch standhaft weigert, seinen Steckbrief für den Internetauftritt des SVK abzugeben – nutzte in der 83. Spielminute ein perfekt getimtes Zuspiel von Michael Meyer, um den Ball über den aus seinem Tor heraus eilenden Christian Reick hinweg ins selbige zu befördern. Grenzenloser Jubel bei den vielen hundert mitgereisten Kollerbecker Fans war die Folge. Und der hielt sich auch bis Spielende und darüber hinaus.
Noch lange saßen die Spieler anschließend auf dem Rasen und konnten ihr Glück kaum fassen. Insbesondere Jörg Hundertmark fiel das augenscheinlich schwer. Seine Gedanken beschäftigten sich schon mit kommendem Sonntag. Hatte er vor dem Spiel noch gesagt, dass seine Jungs nichts zu verlieren hätten, hat sich das nun um 180 Grad gedreht. Denn nun haben sie alles zu verlieren. Darauf machten auch die vielen Fürstenauer Gratulanten mit einem Augenzwinkern aufmerksam. Insbesondere die Spieler zeigten sich als sehr faire und sympathische Verlierer. Da könnten sich einige Mannschaften aus dem Spitzentrio gerne etwas von abschneiden.
Bald darauf waren die sorgenvollen Gedanken verflogen und man freute sich nur noch über das „Hier und jetzt!“ Dieses „Hier und jetzt“ gebührend mit Kaltgetränken zu feiern, war allerdings gar nicht so leicht. Denn es dauerte nicht lange, da war das Köterbergstadion schlicht und ergreifend „trockengelegt“. Was wäre nur passiert, wenn FüBö den Aufstieg perfekt gemacht hätte? Aber egal, denn in der Vereinskneipe „Zum Fuhrmann“ konnte man dem Defizit abhelfen. Und das sogar bis tief in die Nacht…
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, André Struck, Alexander Rheker, Simon Reinhard, Elmar Happe, Marc Neumann, Jens Schölzel (79. Jan Durgeloh), Niklas Rheker, Michael Meyer, Torben Rheker (52. Dominik Sprenger), Carsten Rheker (88. Matthias Brisgies)













