Kollerbeck gewinnt „schwerstes Spiel der Saison“
SC Lauenförde – SV Kollerbeck 2:3
(svk) Dank zweier Tore von Michael Meyer, eines Traumtores von Jens Schölzel, sowie einer gut aufgelegten Abwehr gelang dem SV Kollerbeck ein wichtiger 2:3 Auswärtssieg im Verfolgerduell beim SC Lauenförde.
Der samstägliche 33. Bundesligaspieltag war nicht einmal 24 Stunden her, da schwor Jörg Hundertmark seine Mannen mit einem kleinen Resumee desselben auf das seiner Meinung schwerste Spiel der Saison ein. „Zeigt, dass Ihr oben mitspielen wollt, seid der VFB Stuttgart von Lauenförde, seid nicht so blöd wie die Schalker“, so der Erfolgstrainer, der wohl noch nicht ganz die Niederlage seiner „Blauen“ im Meisterschaftsendspurt verdaut hatte. Wie auch immer, die Botschaft kam an, und es sollte sich ein echtes Spitzenspiel auf dem feuchten Lauenförder Grün entwickeln. Dominik Sprenger fing für den an einer Zerrung laborierenden Carsten Rheker im Sturm an, und Simon Reinhard rückte, wie schon in den Spielen gegen Alhausen/Pömbsen und Ottbergen/Bruchhausen, für den verletzten Matthias Brisgies in die Innenverteidung. Und er sollte seine Sache gut machen.
Die erste Torchance verzeichnete allerdings der SCL. Einen gefährlichen Freistoss in der 12. Min. entschärfte der gewohnt sicher auftretende Sascha Niemeier. Der Kopfball nach der folgenden Ecke wäre wohl im Kollerbecker Tor eingeschlagen, doch Simon Reinhard rettete mit der Brust für seinen geschlagenen Keeper. Nur eine Minute später die nächste Chance für Lauenförde, doch mit etwas Glück überstanden die Grün Weißen die erste Drangperiode der Heimelf. Und nicht nur das; in der 17. Min. setzte sich Dominik Sprenger schön auf der Außenbahn durch, bediente mustergültig Michael Meyer, der noch einen Verteidiger aussteigen ließ, und unhaltbar ins linke Eck einschoss. 0:1 nach der ersten Kollerbecker Torchance.
Wer jetzt dachte, dass Spiel würde sich etwas beruhigen, sah sich allerdings getäuscht. Chancen gab es hüben wie drüben bis zur Halbzeit im Minutentakt. In der 18. Min. hält der Lauenförder Torhüter einen wuchtigen Kopfball von Elmar Happe, in der 28. Min. eine Doppelchance für den SCL: erst rettet Sascha Niemeier in höchster Not vor dem heranstürmenden Angreifer, nur Sekunden später landet der Ball nach einem schön vorgetragenen Angriff des Heimteams nur am Pfosten, der Abpraller konnte durch Simon Reinhard aus der Gefahrenzone befördert werden. Zwei Minuten später eine dicke Chance für den SVK durch Niklas Rheker. Von der 40. Min. bis zur 45. Min. hätten die Kollerbecker dann schon alles klar machen können. Zwei mal Torben Rheker, sowie Michael Meyer und Dominik Sprenger vergaben jeweils frei stehend vor dem Lauenförder Keeper.
In der Halbzeit ermahnte Jörg Hundertmark seine Schützlinge, das Spiel nicht in einem offenen Schlagabtausch ausarten zu lassen, blieb jedoch optimistisch. Simon Reinhard holte sich noch ein verdientes Sonderlob ab und Jan Durgeloh kam für Marc Neumann, dem schwindelig war.
Die Anfangsphase der Zweiten Halbzeit gehörte wieder der Heimelf, für die sich nach einer Unaufmerksamkeit in der Kollerbecker Defensive eine Riesenchance ergab, die aber glücklicherweise nichts zählbares ergab. In der 56. Min. musste erneut in höchster Not vor dem Kollerbecker Tor gerettet werden, diesmal durch Elmar Happe. Die nächsten 15 Minuten gehörten jedoch alleine den Kollerbeckern und hier sollte sich das Spiel entscheiden. In der 56. Min. hatte Dominik Sprenger noch eine gute Torgelegenheit, musste aber schon eine Minute später nach Wadenkrämpfen ausgewechselt werden. Carsten Rheker kam ins Spiel. Und dieser sollte fünf Minuten später auch schon im Mittelpunkt stehen. Nachdem der Schiedsrichter die Situation eigentlich schon unterbrochen hatte, kam der auch gerade erst eingewechselte Christian Menke von hinten herangerauscht, und holte den Kollerbecker Stürmer rüde von den Beinen. Dem manchmal etwas kleinlich, aber insgesamt gut pfeifenden Unparteiischen blieb überhaupt keine Wahl und er schickte den Lauenförder auch schon wieder zum Duschen. Warum es hier heftige Proteste der Lauenförder Spieler und Zuschauer gab, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.Dann wurde auch wieder Fußball gespielt und in der 67. Min. gab es Elfmeter für den SVK. Torben Rheker war mit Tempo in den gegnerischen Strafraum eingedrungen und konnte nur noch regelwidrig gestoppt werden. Nachdem in letzter Zeit André Struck und Elmar Happe Unsicherheiten beim Schuss vom Punkt gezeigt hatten, nahm sich Michael Meyer den Ball und verwandelte sicher zum 0:2. Nur eine Minute später war wieder Michael Meyer der Ausgangspunkt. Er hatte Jens Schölzel schön auf links freigespielt und alles rechnete eigentlich mit einer Flanke. Doch nicht der dynamische Rechtsaußen. Mit voller Wucht knallte er zur Freude der vielen mitgereisten Kollerbecker Zuschauer und seiner Mitspieler das Leder mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß ins linke obere Toreck. 0:3. Damit sollte das Spiel eigentlich entschieden sein, doch in der 76. Min konnte sich Ralf Schönwald gegen seinen sonst sicheren Bewacher Alexander Rheker durchsetzten und erzielte das 1:3. „Das wird noch mal eng“ dachte sich wohl nicht nur Meinolf Köhne. Doch es hätte gar nicht noch einmal eng werden dürfen, wären die sich nun zahlreich bietenden Konter konzentriert abgeschlossen worden. Ein ums andere Mal gelang es nicht, nach einer vier – gegen – zwei oder sogar vier – gegen – eins – Situation das entscheidende 1:4 oder sogar 1:5 zu erzielen. Nicht wenige Kollerbecker brachte diese Fahrlässigkeit sprichwörtlich auf die Palme. In der 82. Min. wechselte sich Jörg Hundertmark für Jens Schölzel ein um das Spiel zu beruhigen. Doch es wurde doch noch mal spannend. In der 86 Min. rettete erneut Simon Reinhard vor einem einschussbereiten Lauenförder Angreifer, war in der 92. Min. aber auch machtlos, als der ebenfalls eingewechselte Lauenföder Spielertrainer Sven Maihack das Leder nach einer Ecke über die Linie drücken konnte. Doch das sollte die letzte Situation in diesem absoluten Spitzenspiel gewesen sein, und die Kollerbecker konnten nach dem Schlusspfiff Ihren insgesamt verdienten Sieg bejubeln. Versüßt wurde dieser noch durch das 1:1 der Fürstenauer gegen Amelunxen, sodass man den Aufstieg nun wieder in der eigenen Hand hat. Dies sollte jedoch noch schwer genug werden, muss man ja eben noch in zwei Wochen zum Derby nach Fürstenau reisen und empfängt nächste Woche die Zweitvertretung aus Höxter und am letzten Spieltag die Kunstrasenspezialisten aus Bad Driburg.
Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: S. Niemeier, S. Reinhard, A. Rheker, A. Struck, E. Happe, M. Neumann (46. J. Durgeloh), N. Rheker, J. Schölzel (82. J. Hundertmark), T. Rheker, M. Meyer, D. Sprenger (C. Rheker)