Zuschauer verwöhnt
Fürstenau gewinnt das echte Spitzenspiel in Kollerbeck mit 3:2
(svk) Von Sebastian Buob. Kollerbeck. Rekordkulisse in Kollerbeck, Jubel in Fürstenau: Vor annähernd 400 Zuschauern gewann der SV Fürstenau/Bödexen das Spitzenspiel beim bisherigen Tabellenführer SV Kollerbeck (3:2) und erklomm nun selbst die Spitze. Nach bärenstarker zweiten Hälfte ein verdienter Gäste-Sieg. Das Spiel selbst hatte für A-Liga-Verhältnisses ein außergewöhnlich hohes Spielniveau und bauchpinselte das Publikum im zweiten Durchgang mit Spannung pur.
Kollerbeck, als einzige Mannschaft noch ohne Niederlage. Eine Statistik, die Vergangenheit ist. Dabei sah es hiernach zur Pause noch gar nicht aus. Kämpferisch und spielerisch schien der Gastgeber einen Tick frischer als Fürstenau zu sein und führte nicht unverdient. Torben Rheker hatte das 1:0 vorgelegt, Carsten Rheker schloss aus knapp 17 Metern Distanz ab (17.). Die Führung und eine der wenigen Großchancen überhaupt in Durchgang eins. Michael Meyer verpasste per Heber (24.) das 2:0. Eine versiebte Topchance, der Coach Jörg Hundertmark noch nach Schlusspfiff nachtrauerte. Fürstenau war vor allem aus der Distanz gefährlich, Christoph Toeberg (15., aus 35 Metern) und vor allem Fabio Mancini (43., Volleyschuss aus zwanzig Metern knapp über den Querbalken) verfehlten ihr Ziel aber.
Nach der Pause kam richtig Pfeffer ins Spiel. Vor allem deshalb, weil Fürstenau blitzartig vollendete Tatsachen schaffte. Erst Toeberg per Kopf zum 1:1 (47.), dann Fabio Mancini, nach Vorlage Toeberg, zum 2:1 (49.). Das Glück hatte sich gewendet, der Gastgeber musste nun das Spiel machen, kam auch zu Chancen – allerdings hatte Michael Meyer gestern einfach sehr viel Pech. Erst scheiterte er, völlig frei, aus vier, fünf Metern vor Reick – eine schon zweihundertprozentige Möglichkeit (55.). Wenig später zirkelte er einen direkten Freistoß an der Mauer vorbei – und an den Pfosten (57.).
Nach Pechsträhnen im Minutentakt noch ein kurzer Moment von Glück und Jubel, für Kollerbecks offensiven Spielgestalter Meyer. Nach umstrittener Freistoß-Entscheidung (Toeberg gegen Happe) bekam Meyer erneut einen seiner gefährlichen Freistöße und traf – 2:2 (61.). Alles wieder offen. Kollerbecks Abwehr hatte aber Probleme und Mancini war nur schwer in den Griff zu kriegen. Zweimal scheiterte der Torjäger, lupfte den Ball knapp am Tor vorbei (69./78.). Richtig bitter aus Sicht der Gastgeber: Ausgerechnet einem Kollerbecker war das letzte Tor vorbehalten. Nach einem tödlichen Fürstenauer Pass in den Rücken der Kollerbecker Defensive versuchen Andre Struck und Alexander Rheker vor dem lauernden Mancini zu klären. Struck versenkte den Ball im eigenen Netz – 2:3 (81.). In der Nachspielzeit mühte sich Kollerbeck. So forderten gut postierte Zuschauer in einer Szene Strafstoß, nach Foul an Schölzel. Anschließend hatte Elmar Happe, nach Freistoß und per Kopf, die Chance.
Kollerbeck: Niemeier – Reinhard, A.Rheker, Struck – Happe, Neumann, N.Rheker, Schölzel (90. M.Rheker), Meyer – T.Rheker (72.Hundertmark), C.Rheker
Fürstenau: Reick – Rü.Überdick, Toeberg, Bitterberg, Ra.Überdick – Tofote (66.Kociper), Mancusi, Th.Niemann (46.Hummel), Mertens – J.Hertel (82.Brandt), Mancini
Tore: 1:0 (17.) C.Rheker, 1:1 (47.) Toeberg, 1:2 (49.) Mancini, 2:2 (61.) Meyer, 2:3 (81./ET) Struck
Gelb-rote Karte: Hummel (90./Fürstenau)
Schiedsrichter: Meyer (Aa Nethetal)