Tore schießen doch noch nicht verlernt
SVK siegt mit 6:1 beim Tabellenschlusslicht Phönix Höxter
(svk) „Sieh an, sieh an! Sie haben das Tore schießen doch noch nicht ganz verlernt.“ So oder so ähnlich war es von vielen Kollerbeckern zu vernehmen, die sich am Abend des 01.06.03 im Vereinslokal noch trauten, nach dem Ergebnis zu fragen. Viele andere haben sich dieses aber schon abgewöhnt. Erntete man doch in den letzten Wochen an dieser Stelle stets den nach unten geneigten Daumen. Nicht aber heute. Denn vorher hatte der SVK sage und schreibe 6 Tore geschossen. Dass diese zum einen gegen das Tabellenschlusslicht Phönix Höxter und zum anderen fast allesamt erst in der 2. Halbzeit fielen, muss man ja nicht unbedingt noch großartig erwähnen. Auch nicht, dass das Spiel sehr, sehr lange mit 1:1 auf der Kippe stand.
Doch der Reihe nach: von der Aufforderung des Trainers Dietmar Ferlemann, sich nicht noch vollends zu blamieren, angestachelt, legte der SVK los wie die Feuerwehr. Im Anbetracht der witterungsbedingten Umstände kann man diesen Vergleich auch wörtlich nehmen. Die 30 Grad im Schatten wurden locker dadurch übersprungen, dass man diesen Schatten nirgendwo auf dem Godelheimer Sportplatz (noch nicht einmal 3 km vom schönen Höxteraner Baggersee entfernt) finden konnte.
Das 1:0 fiel folgerichtig nur zwei Minuten nach Anpfiff. Roland Wöstefeld, der wegen Spielermangels aus der 2. Mannschaft ebenso aufgerückt war wie Jörg Lange und Rüdiger Brakweh, scheiterte noch mit seinem Linksschuss aus 16 Metern am Höxteraner Schlussmann. Den Abpraller schnappte sich allerdings Torben Reker und konnte mühelos einschieben. Das war ja mal ein Auftakt nach Maß. Und so ging es auch weiter. Torchancen im Minutentakt für den SVK, die jedoch allesamt vergeben wurden.
Und so kam es, wie es kommen musste. Zwei Aussetzer in der Kollerbecker Hintermannschaft und schon stand es 1:1. Dieses Tor verfehlte dann auch seine Wirkung nicht und fortan spielte fast ausschließlich Phönix Höxter. In dieser Phase hatte man viel Glück und einen glänzend aufgelegten Keeper Rüdiger Brakweh, der viele gefährliche Bälle abwehren konnte. Kurz vor der Halbzeit war dann allerdings auch er per Beinschuss geschlagen. Dafür aber nicht Libero Willi Struk, der hinter dem Keeper im eigenen Tor stehend noch in letzter Sekunde klären konnte. Warum die Höxteraner an dieser Stelle nicht vehementer auf Tor reklamierten, war vielen Kollerbecker Spielern ein Rätsel. Sie hatten den Ball weit hinter der Linie gesehen. Aber gut. Eben mal Glück gehabt.
So stand es zur Halbzeit zwar „nur“ 1:1 und das Spiel nach dem Gegentor war grottenschlechter Sommerkick gewesen. Doch heute lohnte es sich, einen Blick auf die Statistik zu werfen. Und so prophezeite der Trainer, dessen zweiter Vornamen Statistik sein könnte, ein Einbrechen Höxters in der 2. Halbzeit, wie es schon so oft passiert ist.
Und so kam es dann auch und das 2:1 für den SVK ließ nicht lange auf sich warten. In der 55. Minute war es Dirk Schoppmeier, der nach einem Freistoß von André Struck einschieben konnte. In der 66. Minute traf dann ein glänzend aufgelegter Roland Wöstefeld nach Vorarbeit von Torben Rheker. Und mit dem 4:1 von Dirk Schoppmeier in der 68. Minute war dann auch die endgültige Entscheidung für den SVK gefallen. Der zukünftige Bezirksligaspieler nahm ein Befreiungsschlag aus der Abwehr auf und ließ sich aus 16 Metern nicht lange bitten.
Aber auch die Chancen für Phönix Höxter in dieser Phase sollen nicht unerwähnt bleiben. „Wie konnten die Höxteraner am Ende noch so offen machen?“ fragte sich am Ende nicht nur der 2. Geschäftsführer Alexander Stecker. Tatsächlich spielten die Höxteraner in jeder Phase des Spiels immer nach Vorne. Kein Gedanken an Schadensbegrenzung oder dergleichen. Wenn man schon so früh abgestiegen ist, schleicht sich wohl so etwas wie Leichtigkeit in das Spiel. Die größte Chance für Phönix vergab allerdings ein Kollerbecker Abwehrspieler. „Den Ball locker aus 16 Metern zum eigenen Keeper zurückköpfen“ dachte sich Lukas Welling, der nicht mitbekommen hatte, dass Rüdiger Brakweh ebenfalls zum Ball gelaufen war. Dass der Ball dann langsam am Tor vorbei statt ins Tor rollte, war mehr Glück als Verstand. „Das kann eben so richtig cool nur Fons!“ dachte wohl nicht nur Lukas Welling.
In der 87. und 89. Minute trafen dann Dirk Schoppmeier zum Dritten und André Struck, sodass es am Ende tatsächlich 6:1 für den SVK stand. Wer hätte das gedacht? Sie haben es doch noch nicht ganz verlernt…