Ein Auf und Ab beim SVK
Die erste Mannschaft des SV Kollerbeck macht es am Ende nochmal spannend, gewinnt aber letztendlich verdient gegen den Spitzenreiter aus Steinheim mit 4:3
(svk) (Bericht von Raphael Föst)
Bei herrlichem Wetter gastierte der Tabellenführer TSC Steinheim im Rehbergstadion. Die Vorzeichen standen alles andere als gut für die Grün-Weißen. Denn neben dem gelbgesperrten Michael Meyer musste Coach Andreas Niemann im Vergleich zur unnötigen Schlappe am vergangenen Freitag in Hembsen auch auf David und Justin Alsleben, sowie auf Julian Reinhardt verzichten. Dafür rückten Dennis Zobel als Rechtsverteidiger, Jens Schölzel als Torwart und Andreas Begemann als einziger Auswechselspieler erneut in den Kader. Somit fanden sich auch Raphael Föst und Tim Ewers in der neuen 4-3-3 Formation von Beginn an wieder.
Der Wechsel der Spielweise erwies sich als cleverer Schachzug vom Trainer der Heimmannschaft. Der SVK spielte taktisch eine erste Halbzeit, die selbst die langjährigen treuen Fans so schon lange nicht mehr gesehen hatten.
Und in der Tat war es schon beeindruckend, wie der Gastgeber gegen die favorisierten Steinheimer auftrat und das Spiel bestimmte. Defensiv stand die Mannschaft um Kapitän Jens Schölzel sicher, verschoben sehr diszipliniert und machten den Platz für die sonst so ballsicheren Kicker vom TSC sehr eng. Der Gast hatte zwar mehr Ballbesitz, war durch die Spielweise der Niemann-Equipe in seinen Angriffsbemühungen aber immer wieder zu langen Bällen gezwungen, die die stark aufspielende Viererkette des SVK, allen voran Tim Ewers, dankbar verteidigen konnten. Offensiv setzten die drei Sechser, Torben, Dirk und Raphael die drei offensiven Magnus, Jannik und Lukas mit schnellen Pässen in die Tiefe immer wieder in Szene. Die daraus entstandenen gefährlichen Torchancen konnten vorerst noch nicht in Zählbares umgemünzt werden.
Aber nach einer guten Viertelstunde war es dann tatsächlich so weit. Dennis Zobel spielte einen punktgenauen Pass in den Lauf von Youngster Magnus Johlen, der dem Gästekeeper keine Chance ließ und cool zum 1:0 einschob.
Wer meinte, dass Dennis diesen Pass nicht mehr toppen konnte, hat die Rechnung ohne die Nummer 2 der Grün-Weißen gemacht.
Nur 4 Minuten später kam der Rechtsverteidiger erneut an den Ball, sah, dass Lukas Meyer startete und zauberte einen Pass aus dem Fußgelenk, bei dem sich der Eine oder Andere erst verwundert die Augen rieb und nachdem man dann bemerkte, dass man doch nicht gerade von der Bundesliga träumte, sondern ein Spiel in der Kreisliga sah, die Zunge schnalzte.
Luki vollendete diesen Traumpass und stellte das Ergebnis auf 2:0. Spielerisch änderte sich auch in der Folgezeit nichts. Kollerbeck spielte weiter konzentriert und setzte durch schnell vorgetragene Konter nach vorne immer wieder Nadelstiche. Die Führung war zu dem Zeitpunkt hochverdient.
Doch in der 30. Minuten stimmte nach einer Ecke einmal die Zuordnung nicht und Steinheim erzielte den Anschlusstreffer. Wer jetzt befürchtete, dass das Spiel kippen würde, hatte sich geirrt. Kollerbeck zeigte sich unbeeindruckt. Nach einem Freistoß von Rapha wurde Magnus im 16er gefoult, und die sehr gute Schiedsrichterin entschied richtig auf Elfmeter. Jannik schnappte sich den Ball und traf zum 3:1. Damit noch nicht genug in Halbzeit eins. Nach einem erneuten Freistoß von Raphael konnte der Torwart der Gäste den Schuss von Magnus noch parieren, war aber beim Abstauber von Abwehrhüne Jan Dyballa machtlos.
Mit einer 4:1 Führung für den SV Kollerbeck ging es in die Pause. Es muss noch gesagt werden, dass es bis zu diesem Zeitpunkt ein faires Spiel war. Warum dies und eine Einwechselung von TSC überhaupt erwähnenswert ist, zeigte sich nach dem Pausentee. Denn Steinheim wechselte in der Pause zweimal und damit änderte sich vieles. Einer der beiden Einwechselspieler bestimmte maßgeblich Halbzeit zwei. Und das nicht mit fußballerischen Leckerbissen sondern mit verbalen Äußerungen, die das Spiel immer hektischer werden ließen und einer unfassbaren Tätlichkeit, die allerdings nicht bestraft wurde.
Aber alles der Reihe nach.
Kollerbeck spielte weiter seinen Stiefel runter, ließ kaum eine Torchance zu und hatte gute Möglichkeiten, das Spiel endgültig zu entscheiden. Doch diese wurden nicht konsequent genug ausgespielt. Im hektischen Spielverlauf, der immer mehr von Foulspielen und Diskussionen der Gäste geprägt wurde, ereignete sich dann 10 Minuten vor Schluss vor dem inzwischen aufgeheizten Publikum der traurige Höhepunkt der Partie.
Der eben angesprochene Einwechselspieler krönte seine glorreiche Leistung und ließ seiner Drohung an Torben Rheker: „Pass auf deine Füße auf!“ Taten folgen. Unabhängig vom Spielgeschehen und im Rücken der Schiedsrichterin trat er dem filigranen Techniker aus Kollerbeck mit Absicht in die Kniekehle, sodass dieser erst 7 Minuten auf dem Platz behandelt wurde und anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht unter Mithilfe zweier Mitspieler humpelnd den Platz verlassen musste. Es ist fraglich, ob Torben in dieser Serie noch einmal seine Fußballschuhe schnürt. An dieser Stelle wünschen wir Torben gute Besserung und eine schnelle Genesung. Komm schnell wieder, denn die Mannschaft braucht dich.
Übrigens hatte TSC Trainer Kücüker ein Einsehen und wechselte den erst zur Halbzeit gekommenen Stürmer und Übeltäter wieder aus. Ob es daran lag, dass dieser stark gelb-rot gefährdet war oder an der Tatsche, dass er sich total unsportlich präsentierte, bleibt fraglich. Festzuhalten ist, dass solche Aktionen nicht zu dem selbstausgesprochenen verbesserten Verhalten des TSC in dieser Saison passen. Leider erfolgte diese Auswechslung 37 Minuten zu spät.
Da Andreas Niemann 10 Minuten zuvor seine einzige Wechseloption bereits gezogen hatte, mussten seine Schützlinge die restlichen 8 Minuten Spielzeit plus 7 Minuten Nachspielzeit mit 10 Akteuren überstehen. In dieser Unterzahl musste Jens Schölzel in den letzten 5 Minuten zwar noch zweimal hinter sich greifen, doch der Elfmeter zum 4:3 war die letzte Aktion des Spiels.
Das aber nach dem überraschenden aber verdienten Sieg des SVK die großen Jubelstürme ausblieben, lag an der traurigen Erkenntnis, dass es Spieler gibt, die dem Spiel einen ganz faden Beigeschmack geben und den Amateurfussball, in dem es ja hauptsächlich um Spaß gehen soll, völlig fehlinterpretieren. Natürlich gehören Emotionen, Diskussionen und Foulspiele zu einem Fußballspiel dazu und ohne diese drei Attribute wäre es auch ein stückweit langweiliger, aber Spieler, die anscheinend durch Beleidigungen, Meckereien und Tätlichkeiten das Ziel verfolgen, ein friedliches Spiel um 180 Grad zu drehen, haben auf keinem Sportplatz etwas verloren und schädigen dem Image ihres Vereins erheblich.
Lobend muss man neben dem starken Auftritt das Verhalten der Grün Weißen erwähnen. Sie haben sich nicht anstecken lassen und das Spiel anständig über die Bühne gebracht.
Eine weitere erfreuliche Nachricht gab es am Wochenende noch außerhalb des Platzes. Simon Reinhard, 2. Vorsitzender und Spieler der zweiten Mannschaft, der aber häufig auch in der ersten Mannschaft aushilft, und seine Freundin Carolin gaben sich am Freitag das Ja-Wort. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für eure gemeinsame Zukunft.
Der SVK spielte in folgender Aufstellung; Jens Schölzel, Dennis Zobel, Tim Ewers, Jan Dyballa, Dominik Abitz, Dirk Dähling, Torben Rheker, Raphael Föst, Jannik Reinhard, Magnus Johlen, Lukas Meyer (Andreas Begemann, 72.)