Negativserie in Herste fortgesetzt
SVK verliert verdient mit 0:1 – Sascha Niemeier rot
(svk) Am letzten Sonntag hat sich die Negativserie der I. Kollerbecker Seniorenmannschaft weiter fortgesetzt. In einem teilweise recht hektischen und harten Spiel erarbeitete sich der SVK kaum Chancen. Die wenigen Chancen, die sich ergaben, wurden allesamt kläglich versiebt, sodass mal wieder ein Gegentor zur Niederlage reichte. Zu allem Überfluss verlor man kurz vor Spielschluss auch noch Keeper Sascha Niemeier, der wegen eines unflätigen Spruchs in Richtung Gegenspieler rot sah.
Die Nerven liegen brach zurzeit. Und das sowohl vor dem Tor mit dem Ball am Fuß als auch im Umgang mit Gegenspielern, Schiedsrichtern und auch Mitspielern. Immer häufiger fällt es schwer, vor lauter Frust und Unzufriedenheit einfach mal die Luft anzuhalten und das Gedachte nicht auszusprechen. Keiner lässt sich von irgendjemanden etwas sagen.
Und das alles nur wenige Wochen nachdem man sich auf dem 5. Tabellenplatz sonnen und von noch höheren Dingen träumen konnte. Jetzt läuft man Gefahr, nach unten durchgereicht zu werden. Im Moment ist es der 10. Platz. Wer weiß, ob der freie Fall damit beendet ist. Im Moment sieht es nicht danach aus.
Als Entschuldigung die sicherlich schwache Personaldecke heranzuziehen ist sicherlich legitim aber nicht ausreichend. Am Sonntag fehlten zwar Carsten Rheker verletzungsbedingt, Rotsünder Jochen Mönks und Rekonvaleszent Stefan Bielefeld, der nach einer langwierigen Knieverletzung nach und nach wieder Tritt fasst und zuletzt gute Leistungen zeigte. Doch stehen immer noch genug Spieler auf dem Platz, die ein Spiel in die Hand nehmen und auch leiten können, und noch immer stehen Spieler auf dem Platz, die bei A- und Bezirksligisten durchaus willkommen wären. Auch am Sonntag wieder wusste Trainer Dietmar Ferlemann die schwache Leistung nicht zu erklären. „Ich erkenne meine Mannschaft nicht wieder!“ war von der Seitenlinie zu vernehmen. Vordergründig findet man sicher Begründungen. Wir sind „nicht aggressiv genug“, „wir sind zuweit weg von den Männern“, „wir zeigen zu wenig Laufbereitschaft“ und „wir nutzen einfach unsere Chancen nicht“. Aber warum lief es vor ein paar Wochen mit (fast) den gleichen Leuten ganz anders? Offensichtlich ist, dass die Mannschaft immer wieder in „Serien“ gerät. Eine Zeit lang läuft es gut und auch aus schlechten Spielen werden Punkte geholt. Und dann, so wie im Moment, läuft es über etliche Spiele gar nicht mehr. Und das sowohl kämpferisch als auch spielerisch. Mal sehen, wie lange diese Negativserie noch hält. Absteigen kann man ja fast nicht mehr…
Aber nun zum Spiel: Von Anfang an war der SV Herste die spielbestimmende Mannschaft, ohne sich allerdings übermäßig viele Chancen zu erarbeiten. Der SVK auf der anderen Seite war nur zwei oder drei Mal per Konter gefährlich, dann nämlich, wenn mal schnell über die Außen gespielt wurde. Die aussichtsreichste Chance vergab Detlef Schwarze, der freistehend einen Flugkopfball neben das Tor setzte. „Warum habe ich nicht den Fuß genommen?“ ärgerte sich der Brenkhäuser Spielmacher auch noch nach dem Spiel. Im Übrigen gibt es über die 1. Halbzeit nicht viel zu erzählen.
Wie so oft in letzter Zeit stand es also zur Halbzeitpause 0:0. Und wie so oft war es mal wieder ein Spiel, von dem man sagen konnte, dass derjenige, der das erste Tor schießt, auch das Spiel gewinnt. Und wieder einmal war es der SVK, der dieses Tor nicht erzielte…
Das Gegentor fiel bereits in der 57. Minute, nachdem der Ball im Mittelfeld in der Vorwärtsbewegung durch einen Fehlpass (nicht der einzige in dem Spiel) verloren ging. Zwar konnte der Ball noch zweimal von der Kollerbecker Abwehr geblockt werden, doch fielen die Abpraller symptomatisch für das ganze Spiel immer wieder einem Stürmer des SV Herste vor die Füße. Der letzte versenkte unhaltbar für Sascha Niemeier und es stand 0:1 aus Sicht des SVK.
Kurz darauf konnte man als treuer SVK-Fan, von denen vier mitgereist waren, noch einmal Hoffnung schöpfen. Denn ab der 65. Minute spielten die Herster nur noch zu zehnt, nachdem Alexander Rheker böse von den Füßen geholt wurde und der Sünder folgerichtig gelb-rot sah. Aber auch aus der zahlenmäßigen Überlegenheit konnte der SVK kein Kapital schlagen. Zeitweise musste man sogar überlegen, wer überhaupt mit einem Mann mehr auf dem Platz steht. Wenige Minuten nach dem Platzverweis hätte eigentlich der nächste für den Torwart des SV Herste ausgesprochen werden müssen. Dieser hatte es nach einem Foul von Jens Rheker auf die Männlichkeit desselbigen abgesehen und entsprechend nachgetreten. Der insgesamt schwache Schiri ahndete dies allerdings nicht. Nach dem Spiel ließ er im Beisein von Betreuer Rainer Mönks vernehmen, dass „dies wohl nicht sein Tag gewesen sei“.
In der Folgezeit ergab sich nur noch eine gute Möglichkeit zum Einschuss für Torben Rheker, dem hierbei der Ball allerdings gegen das Standbein rollte. Und so wäre das Spiel eigentlich bis zum Ende so vor sich hingeplätschert, wenn sich SVK-Keeper Sascha Niemeier nicht gedacht hätte, noch mal ein bisschen Action in das Spiel zu bringen. Als er gerade einen langen Ball aus der Hand abschlagen wollte, baute sich ein Herster Stürmer vor ihm auf. Diesen schnauzte der Papenhöfener Schlussmann kurz, prägnant, rotwürdig und für den Schiri hörbar an. Ein Ausraster, der zwar durch den ungeheuren Frust zu erklären, aber eigentlich nicht zu entschuldigen ist. In den letzten fünf Minuten konnte so der jetzt als Torwart fungierende Alexander Stecker beweisen, dass er jahrelang selbst im Tor gestanden hat. Seine Glanztat kurz vor Ende des Spiels konnte aber nichts daran ändern, dass es schlussendlich beim 0:1 und somit bei einer gerechtfertigten Niederlage blieb.