André Struck schießt Kollerbeck an die Tabellenspitze
Hart umkämpfter 3:1 Sieg in Langeland
(svk) Nach ziemlich genau acht Jahren darf der SVK erstmals wieder als Tabellenführer die restliche B-Liga grüßen. In einem mehr als glücklichen Spiel gelingt den Kollerbeckern Spielern zu zehnt das, was lange Zeit keiner mehr für möglich gehalten hat: nämlich ein Sieg. Eindrucksvoll bewahrheitete sich mal wieder die altbekannte Fußball-Regel „Wer oben steht, gewinnt auch solche Spiele“. In einem superspannenden Fußballkrimi war es der Libero André Struck, der mit seinen Treffern zum 2:1 und 3:1 jeweils per Freistoß für das Unmögliche sorgte. Doch der Reihe nach.
Lediglich mit zwölf mehr oder weniger gesunden Spielern war der SVK beim Gastgeber TuS Sandebeck/Langeland angereist. Nach mehreren siegreichen Spielern war es nicht etwa Arroganz, die den Trainer Jörg Hundertmark zu diesem Schritt verleitete. Vielmehr ließ dem Sabbenhausener die Tatsache, dass Andreas „Porsche“ Krüger für das zeitgleich stattfindende Spiel der zweiten Mannschaft ebenfalls nur zwölf gesunde Spieler zur Verfügung stand, keine andere Wahl. Es besteht allerdings die begründete Hoffnung, dass sich die Personalmisere für das nächste Spiel gegen den SV Altenbergen etwas entspannt, da sich wohl einige Rekonvaleszenten bzw. Urlauber zurückmelden werden.
Das Spiel selber begann temporeich mit Chancen hüben wie drüben. Dass die beiden Abwehrreihen ein ums andere Mal nicht ganz glücklich aussahen blieb nur deswegen zunächst ohne Folgen, weil sich beide Torhüter immer wieder durch hervorragende Paraden auszeichnen konnten.
In der 20. Minute gelang dem SVK jedoch das, was er in den letzten Spielen immer wieder geschafft hat. Eine relativ frühe 1:0-Führung. Dieses Mal war es Jens Rheker, der mustergültig von Carsten Rheker bedient wurde und den Ball trotz einiger Blessuren vom letzten Spiel(tag) aus 16 Metern cool ins lange Eck befördern konnte. Auch in der Folgezeit war immer wieder Carsten Rheker Unruheherd in der gegnerischen Abwehr. Wie er zurzeit zusammen mit seinem Bruder Thorben die Abwehrreihen der B-Liga durcheinander wirbelt, ist schon bemerkenswert.
Doch auch für den Gastgeber aus Sandebeck gab es in der Folgezeit sehr gute Möglichkeiten. In der 33. Spielminute war es Jochen Mönks, der mit seiner zweitletzten Aktion in diesem Spiel den Ball aus allerhöchster Not noch so eben über das Tor klären kann. Seine letzte Ballberührung im Spiel tätigte er zwei Minuten später mit der Hand, was folgerichtig mit einer roten Karte durch den Schiri geahndet wurde. „Es war doch nur ein Reflex!“ beteuerte der Unglücksrabe immer wieder. Nützte aber nichts. So musste es eben zu zehnt weiter gehen.
Der Pausenpfiff zehn Minuten später wurde vom Spielertrainer Jörg Hundertmark wie schon im letzten Spiel gegen Hembsen als Erlösung begrüßt, denn die Überlegenheit der Gastgeber wuchs von Minute zu Minute. Entsprechend dann die Stimmung in der Halbzeitpause. Mehrere Minuten lang herrschte Totenstille in der Kabine.
Und auch nach Wideranpfiff machte der Gastgeber dort weiter, wo er in der ersten Halbzeit aufgehört hatte: Druck für die Kollerbecker ohne Ende, der dann auch folgerichtig bereits in der 50. Spielminute zum mehr als verdienten 1:1 für Sandbeck führte. Wieder einmal hatte Sascha Niemeier super pariert, doch gegen den Nachschuss war auch er machtlos. Und auch jetzt wollte sich der Druck nicht lösen. Das 2:1 für Sandebeck lag förmlich in der Luft, aber wer machte das Tor? Kollerbeck, und zwar durch einen 40-Meter-Freistoß vom Libero André Struck. Dass der Torwart den Ball nicht einfach fing, war allein Matthias Brisgies zu verdanken, der denselben allein durch seine Anwesenheit derart verwirrte, dass der Ball in aller Ruhe ins lange Eck rollen konnte.
Weiter ging es mit Chancen für beiden Parteien, mehrheitlich jedoch für Sandebeck. Für Kollerbeck war in dieser Phase Thorben Rheker Aktivposten Nr. 1. Mit einem Linksschuss aus sehr spitzem Winkel traf er allerdings nur den Pfosten. So musste in der 80. Spielminute André Struck zum Zweiten das Spiel entscheiden. Diesmal ruhte der Ball nicht 40 aber gute 20 Meter vor dem Tor. Distanz bei diesem Freistoß also eine andere, aber das Ergebnis das gleiche wie beim ersten Streich. Ohne Regung verfolgte der gegnerische Keeper, der im Übrigen ein ähnlich gutes Spiel wie Sascha Niemeier machte, den Ball auf seinem Weg ins lange Eck. 3:1.
Ein bisschen hektisch wurde es dann noch einmal in der Schlussphase, als ein gegnerischer Verteidiger mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Die Kollerbecker blieben jedoch weitestgehend ruhig und schaukelten so den Sieg über die Zeit.
Der SVK hatte also den zweiten Platz mit Mann und Maus verteidigen können. Dass der Sieg sogar für den ersten Platz in der Tabelle reichte, das erfuhren die Spieler erst in der Kollerbecker Vereinskneipe. Wer hätte denn auch damit rechnen können, dass der bisherige Liga-Primus Albaxen gegen Bergheim strauchelt? Egal, Freude und Durst waren umso größer. Und wie es jetzt als Gejagter weitergeht, dass kratzte heute Abend erst mal niemanden.