Jahresrückblick 2016 der Radsportgruppe
Hohe Jahresleistungen und klasse Rennergebnisse
(svk) von Konrad Krüger
Wieder deutlich mehr Leben ist in die Radsportgruppe des SV Kollerbeck eingekehrt. Trotz des Wegfalls des jahrelang am Pfingstsamstag
durchgeführten Mountain-Bike-Rennens sind die Aktivitäten der Radsportler deutlich nach oben gegangen. Die Teilnehmerzahlen
an der jährlichen Sommerveranstaltung wie auch die Beteiligungen am Jahresabschluss-Event können sich durchaus sehen lassen.
Und auch die sportlichen Highlights sind nicht von Pappe. Zwei Sportler schafften Gesamtdistanzen von gut 10.500 und knapp 12.000 Kilometer
und auch bei den beiden bedeutendsten deutschen beziehungsweise europäischen Amateurveranstaltungen, den Hamburg Cyclassics und dem
Ötztalradmarathon in Sölden, waren Kollerbecker Sportler am Start.
Mallorca-Tour
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Richtig begonnen hatte das Radsportjahr 2016 mit der mittlerweile schon etablierten Mallorca-Tour in der ersten Maiwoche.
Insgesamt 9 Radsportler aus Kollerbeck und Umgebung nahmen auf der Mittelmeerinsel bei angenehmen Temperaturen an unterschiedlich
anspruchsvollen Touren kreuz und quer über die Insel teil. Nach 9 Tagen standen dann 6.300 Kilometer in Summe auf den Trainingszetteln.
Auch für 2017 ist die erste Maiwoche schon wieder gebucht. Dass diesmal sogar zehn Kollerbecker am 1. Mai in Paderborn in den Flieger
steigen, zeigt, welch besonderes Erlebnis es ist, auf den Balearen zu fahren. Selbst wenn man schon zum wiederholten Male dort war.
Hamburg Cyclassics
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Das erste richtige sportliche Highlight neben den vielen Trainingstouren und den damit immer wieder verbundenen gemeinsamen
Erholungsstunden waren die Hamburg Cyclassics am 21. August. Nachdem Josef Struck im Jahr zuvor bei seiner ersten Teilnahme
einen kaum für möglich gehaltenen 38. Platz nach Zeitwertung unter knapp 8.000 Startern erreicht hatte, galt es
im vergangenen Jahr, dieses Topergebnis noch einmal zu steigern.
Mit deutlich erhöhter Trainingsintensität, einem extra für die Charakteristik des Hamburger Rennens angeschafften
Rennrad und einer Motivation, die selbst seine Kollerbecker Hinterherfahrer angesteckt hatte, fuhr der lange Schlacks zum größten deutschen Rennen.
Obwohl Josef Struck mit 41,1 km pro Stunde fast genau die gleiche Durchschnittsgeschwindigkeit wie im Jahr zuvor erreichte,
war er am Ende doch ein wenig über seinen „nur“ 149. Platz enttäuscht. „Ich stand am Start in
der ersten Reihe und wollte gleich von Anfang an so richtig Gas geben, aber an einer etwas engeren Stelle habe ich mal nicht
aufgepasst und schon hatte ich den Anschluss verpasst“, musste „Jolle“ der fehlenden Rennroutine doch Tribut zollen.
Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt, dass die ersten 50 nur wenige Sekunden auseinander liegen, aber wenn so eine Gruppe erst
einmal ins Rollen kommt, ist es schier unmöglich, noch einmal Anschluss zu finden. Nach 100,2 Kilometern finishte der beste
Kollerbecker Radsportler in 2:26,15 Stunden. 5.40 Minuten hinter dem Sieger.
Ötztal-Marathon
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Hamburg war nur eine Woche später schnell vergessen, sollte mit dem Ötztal-Marathon doch der eigentliche sportliche
Höhepunkt auf Josef Struck und Johannes Niemann vom SVK warten. 234 Kilometer Distanz, vier Berge über 2000 Meter
und insgesamt 5.500 Höhenmeter hieß es anzugehen. Keine Radsportveranstaltung in Europa hat sich in den letzten
Jahren solch einen Namen unter den Radsportlern gemacht wie dieser Alpenklassiker.
Und darum hieß es für Johannes Niemann und Josef Struck schon früh, trainieren, trainieren und immer wieder
trainieren. Tagestouren zum Brocken im Harz oder zur Mühlenkopfschanze nach Willingen im Sauerland, waren da keine Besonderheit.
Gegen mittags kam meist die verabredete SMS, „Wir sind da“. Und spätestens um 16 Uhr sah man die Beiden,
oft begleitet von Achim Rubel aus Schwalenberg, schon wieder in Kollerbeck.
Dass sich derart intensives Training auszahlt, konnte zumindest Johannes Niemann unterstreichen. Er landete in 9:00.25 Stunden
auf einem hervorragenden 669. Platz unter 4.000 Finishern. Der Sieger, Bernd Hornetz aus Deutschland, war in 6:57,04 nur gut
eine Stunde früher im Ziel. Übrigens direkt vor dem ehemaligen Radprofi Jörg Ludewig aus Versmold, der mit
38 Sekunden Rückstand Zweiter bei diesem Klassiker wurde.
„Jolle“ Struck trieb seinen daheim gebliebenen Fans die Sorgenfalten in die Stirn. Bis zur Mitte des Rennens
konnte man ihn im Internet noch bei seinem Trainingspartner Johannes Niemann finden, so wurden die Fragezeichen dann doch
immer größer, als er nicht bei den nächsten Bergwertungen ankam.
Sogar Stunden nach dem Rennen, war nicht klar, was passiert war. Dass etwas passiert sein musste, war allen sofort klar,
als keinerlei Zwischenzeit mehr im Netz mehr auftauchte. Da kann man trainieren wie man will, in der Form seines Lebens sein,
doch wenn man einen Plattfuß hat, kann man noch so viel Kilometer in den Beinen haben. Laufend bekommt man die Räder
einfach nicht mehr eingeholt. Und nicht nur ein Plattfuss war das Problem, sondern ein zweiter kurz nach der ersten Panne.
Wer rechnet auch schon mit so viel Pech und nimmt zwei Schläuche mit. Mal ganz abgesehen von der Zeit, die ein solcher
Wechsel dann auch noch kostet.
„Franz-Fuhrmann-Gedächtnistour“
Und wenn man schon kein Glück hat, kommt oftmals auch noch Pech dazu. Just an dem Ötztal-Wochenende hatte die
Radsportgruppe ihr Sommerevent veranstaltet. Die „Franz-Fuhrmann-Gedächtnistour“. Hier war die teilnehmende
Gruppe trotz des Fehlens der beiden Spitzenfahrer Josef Struck und Johannes Niemann groß wie niemals zuvor. Ein weiteres
Indiz dafür, dass sich der Radsport auch in Kollerbeck zunehmenden Interesses erfreuen kann.
Und wenn man frühmorgens um halb sechs dann sieht, wie bei Wind und Wetter, tagein und tagaus schon die Beine geschwungen
werden, wird man sich vielleicht zunächst die an die Stirn fassen. Aber mittlerweile dürfte den meisten Kollerbeckern
nicht entgangen sein, dass Rainer Mönks praktisch jeden Tag mit dem Rad zum Steinheimer Bahnhof strampelt, um abends von
Steinheim oder gar Paderborn nach Hause zurück zu kehren. Auf diese Weise und vor allem durch gut und gerne 270
zusätzliche Tagestouren hat sich der zweitjüngste SVK-Radsportler 10.511 GPS-überwachte Kilometer in
2016 erfahren.
Eine nur schwer vorstellbare Strecke, wenn man sich länger damit beschäftigt.