12.04.2015
SVK holt Dreier gegen Tabellenführer
SVK schlägt Nieheim 2:1
(svk) Stell Dir vor, es gibt eine handfeste Überraschung und keiner bekommt es mit: Aufgrund der vielen Kommunionfeierlichkeiten fügt der SVK dem bisher ungeschlagenen Tabellenführer Nieheim die erste Saisonniederlage fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei. Und so wird es nicht wenige Kollerbecker Stammzuschauer etwas ärgern, warum der FC Nieheim gerade am Weißensonntag die Reise ins Rehbergstadion antreten musste. Sei es, wie es ist. Für die kleine Sensation in grün und weiß sorgten die Torschützen Jan Dyballa und Marvin Köhne. Vor allem aber war es Keeper Jens Schölzel, der seine gute Form bestätigte und einfach einen Sahnetag erwischt hatte. Nicht nur einmal hatte er die drei Punkte in seinen neuen Handschuhen festgehalten.

Zunächst allerdings hatte es gar nicht danach ausgesehen. Im 1:1-Vergleich waren die Gäste den Kollerbeckern in sehr vielen Bereichen überlegen gewesen. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis Jens Schölzel hinter sich greifen musste. Im Anschluss an eine Ecke hatte es im Kollerbecker Kasten geklingelt und Stadionsprecher Volker Böddeker war bestimmt nicht der einzige Kollerbecker, der zu diesem Zeitpunkt mit schlimmeren rechnet. Verraten hat ihn seine unmissverständliche Betonung bei Bekanntgabe des Zwischenstandes: „Das war das erste Tor für den FC Nieheim. Es steht 0:1“
Und tatsächlich sah es auch im Anschluss aus, als ließe das zweite Tor nicht lange auf sich warten. Der Gast dominierte das Spiel, gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe, bekam viele Freistöße zugesprochen und kam auch regelmäßig zu Torchancen. Allein das Tor wollte nicht fallen. Zumindest nicht auf der einen Seite. Denn das Spiel schrieb die 30. Spielminute, als es urplötzlich 1:1 stand. Für diese Art von Tor wurde wohl die Begrifflichkeit „aus heiterem Himmel“ erfunden. Michael Meyer hatte einen Freistoß aus 35 Metern vor das Gästetor gebracht. Der Ball brauchte dann zwar lange, um sein Ziel im Nieheimer Sechzehner zu erreichen. Doch umso erstaunlicher war es dann, dass dort urplötzlich und mutterseelenallein Abwehrrecke Jan Dyballa auftauchte und mal so gar keine Probleme mit seinem Kopf und dem Tor zum Ausgleich hatte. Na, das war ja mal eine Überraschung gewesen.
Ebenso überraschend war es dann, dass der FC Nieheim tatsächlich eine Reaktion zeigte und ein wenig den Faden verlor. Aus der anfänglichen Dominanz der Gäste entwickelte sich zusehends ein heiß umkämpftes Spiel zwar immer noch mit Feldvorteilen für den Gegner. Aber auch die Kollerbecker kamen jetzt mehr und mehr in die Zweikämpfe und gestalteten das Spiel etwas offener. Gleichwohl hätte wohl auch zu diesem Zeitpunkt niemand geglaubt, dass der SVK gar mit einer Führung in die Halbzeitpause gehen würde. So war es aber. Denn in der 45. Spielminute war dem SVK wiederholt ein Freistoß zugesprochen worden, den abermals Michael Meyer vor des Gegners Hütte gebracht hatte. Dort flutschte der Ball zunächst durch Freund und Feind hindurch, ehe der Gästekeeper den komplizierten Ball nur abklatschen konnte und Marvin Köhne erstens goldrichtig stand und es sich zweitens nicht nehmen ließ, die Kugel im Tor unterzubringen.
Mit dem 2:1 ging es also in die Kabine und wieder hinaus. Wie zu erwarten gewesen war, machten die Nieheimer nach dem Wiederanpfiff nun mächtig Druck und kamen bereits in der 50. Spielminute zu Zählbarem. Zwar nicht in Form von Toren, aber immerhin hatte ihnen der Schiedsrichter einen unzweifelhaften Elfmeter zugesprochen. Jan Dyballa hatte sich nicht mehr anders als mit rechtswidrigen Mitteln zu helfen gewusst. Der fällige Strafstoß fand allerdings nur den Weg an den linken Torpfosten. Zunächst hatte es für einige Beteiligte gar so ausgesehen, als hätte Jens Schlözel seine Finger noch mit ihm Spiel gehabt. Dem war aber nach Auskunft des Keepers nicht so. War aber nicht schlimm, denn Jens Schölzel hatte in der Folgezeit noch genügend Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Immer wieder brannte es nun nämlich im Kollerbecker Strafraum. Doch mit einer gehörigen Portion Disziplin, Ordnung und etwas Glück überstanden die Grün-Weißen die zweite Halbzeit komplett schadlos und freuten sich am Ende riesig über drei Punkte gegen den Abstieg und für das eigene Ego. Hach, wie war das schön.
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel, Jan Dyballa, Sven Abitz (85. Marius Marx), Tim Ewers, Simon Reinhard, Marc Neumann, Michael Meyer, Lukas Meyer, Marvin Köhne, Torben Rheker (68. Jonas Stecker), Alexander Rheker
Packende Zweikämpfe prägten das Spiel: Hier erwehrt sich Torben Rheker