29.03.2015
Klarer Kollerbecker 5:0-Derbysieg in Altenbergen
Hinspielniederlage mehr als eindrucksvoll ausgeglichen
(svk) Altenbergen (krü). Solche Spiele haben immer wieder ihren Reiz. Trotz Dauerregens und Matsch bis zu den Knöcheln ließen es sich die Kollerbecker nach dem deutlichen 5:0 Auswärtssieg in Altenbergen nicht nehmen, im Mittelkreis den schon zur Tradition gewordenen „Derbysieger-Tanz“ aufzuführen. Selten hat aber auch eine Kollerbecker Mannschaft ein Derby so dermaßen klar dominiert wie am Sonntag der SVK beim Kantersieg gegen die Spielgemeinschaft Altenbergen/Vörden. Zweimal Sven Abitz, Michael Meyer, Marvin Köhne und Raphael Föst schossen die Tore in einem Spiel, in dem die durchnässten Zuschauer es nie bereuten, den Weg ins Nachbardorf angetreten zu haben.
Vor dem Spiel waren nicht wenige Zuschauer unschlüssig, ob das Nachbarschaftsduell überhaupt stattfinden könnte. Der Dauerregen hatte dem Altenbergener Platz nach dem Spiel der beiden Reservemannschaften schon mächtig zugesetzt, aber beide Teams waren froh, dass angepfiffen wurde, weil die personelle Situation bei einer Absage unter der Woche auch nicht besser gewesen wäre. Und um es vorweg zu nehmen. Der Platz ließ phasenweise nur Kampffußball zu und die Spieler agierten auch ab und an mehr wie auf Schmierseife, aber unter dem Strich lief das Leder vor allem auf Kollerbecker Seite doch erstaunlich flüssig.
In der ersten halben Stunde hatte Kollerbeck „bergab“ ein leichtes Übergewicht und durch Sven Abitz (5. Spielminute) und Jan Dyballa (13. Minute) auch die ersten Chancen. Aber ansonsten dominierte hier der gegenseitige Respekt vor einander. Bei Kollerbeck saß die 0:2-Hinspielniederlage noch zu fest in den Köpfen und Altenbergen/Vörden konnte am Sonntag wohl einfach nicht den letzten Biss bringen. Leben ins Spiel kam dann in der 32. Spielminute, als Marvin Köhne einen Freistoß vom bestens aufgelegten Michael Meyer aus halblinks mit dem Kopf zur 1:0 Führung in die Maschen drückte.
Während beide Teams sich ob dieses plötzlichen Treffers noch erstaunt anschauten, kam die nächste Dusche für den Gastgeber. Erneut war es ein Meyer-Freistoß. Diesmal aus halbrechts getreten. Und wieder war es für alle Beteiligten völlig überraschend, dass das 30-Meter-Geschoss plötzlich im linken oberen Winkel einschlug (34. Spielminute). Was als Flanke gedacht war, war mit einem Male das 2:0 für Kollerbeck. Altenbergen hatte bis zum Wechsel nur in der 42. Minute eine Chance, als das Leder aber von der Latte nach oben wegprallte und ins Aus ging.
Nach dem Wechsel hatten die Kollerbecker Zuschauer mit einem Aufbäumen in Form eines Sturmlaufs der Altenbergen/Vördener gerechnet, zumal die Jäger-Elf nun die deutlich bessere Seitenhälfte hatte. Aber weit gefehlt. Nur eine Minute nach dem Pausentee hätte es fast 3:0 gestanden, als das Leder gegen den Pfosten prallte. Aber hier hatte der bei den schwierigen Platzverhältnissen sehr gut pfeifende Matthias Thamm aus Lauenförde auch auf Abseits entschieden.
Aber Kollerbeck brachte diese ungenutzte Chance nicht aus dem Gleichgewicht. Im Gegenteil. Man dominierte nun von Minute zu Minute mehr. Dass dann die Tore zum 3:0 und 4:0 auch schnell fallen sollten, verwunderte nicht weiter. Erst war es Raphael Föst, der im Nachsetzen zum dritten SVK-Tor einnetzte (50. Minute) und dann der unermüdlich rackernde Sven Abitz, der in der 58. Spielminute nach blendender Vorarbeit von Marvin Köhne das 4:0 markierte.
Das 5:0 in der 70. Spielminute durch erneut Sven Abitz war der spielerische Höhepunkt. Der gerade erst eingewechselte Stephan Klocke bediente Raphael Föst auf rechts, der wiederum ging mit dem Leder bis zur Torauslinie, um mustergültig auf Sven Abitz vorlegen zu können. Hier schnalzten nicht wenige der mitgereisten SVK-Anhänger mit der Zunge. Wähnte man sich doch an Zeiten aus dem Aufstiegsjahr 2007 erinnert, als der Sturm der Grün-Weißen im Kreis ihres Gleichen suchte.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es dann dennoch, als Sven Abitz zehn Minuten vor dem Abpfiff die gelbrote Karte sah, und somit für das so prestigeträchtige Spiel gegen den Kollerbecker Ex-Trainer Norbert Dölitzsch am Karsamstag in Stahle ausfällt. Schade. Kurios dann auch eine Auswechslung auf Seiten der Gastgeber. Trainer Franz Jäger nahm zwei Minuten vor dem Abpfiff seinen Spieler vom Platz, ohne einen neuen einzuwechseln. Ob er hier schlicht aufgrund der deutlichen Packung vergessen hatte, einen Einwechselspieler zu bringen, oder ob er einfach nicht mit der Leistung des jedenfalls nicht verletzten eigenen Spielers unzufrieden war, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
Kollerbeck zeigte im Derby eine Leistung, die man lange Zeit nicht mehr vom Team gesehen hatte. Vom ersten bis zum letzten Mann waren alle SVKler topfit und hellwach. Der Gegner kam zu kaum einer nennenswerten Torgelegenheit und im Mittelfeld und im Angriff wurden die schön von hinten heraus gespielten Bälle immer wieder kombinationssicher zwischen den Gastgebern hin und her gepasst, dass die Altenbergen/Vördener ein ums andere Mal schwindelig geworden sein dürften. In dieser Verfassung ist dem McCurry-Team noch einiges zuzutrauen. Selbst eine Überraschung in Stahle an der Weser.
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel, Tim Ewers, Jan Dyballa, Simon Reinhard, Torben Rheker, Marvin Köhne (69. Stephan Klocke), Michael Meyer, Marc Neumann, Sven Abitz, Lukas Meyer (88. Jan Happe), Raphael Föst.