26.10.2014
Kollerbeck gewinnt Nordkreisderby in Vinsebeck mit 1:0
Keeper Jens Schölzel fliegt in 55. Spielminute vom Platz
(svk)
Vinsebeck (krü). Drei ganz wichtige Punkte gewann der SVK in einem packenden Nordkreisderby gegen den Dauerrivalen TuS Vinsebeck. Nach 95 äußerst intensiven Spielminuten stand es 1:0 für total abgekämpfte Grün-Weiße. Pascal Ewers hatte die Kollerbecker in der 27. Spielminute in Front gebracht und als dann SVK-Keeper Jens Schölzel in der 55. Spielminute nach einem Handspiel außerhalb des Sechszehners rot gesehen hatte, gab kaum noch jemand einen Pfifferling für die Maaßen-Elf. Doch mit erstaunlicher Abgebrühtheit brachten die Gäste den wichtigen Sieg sogar verdient über die Runden. Mit etwas mehr Konzentration und Glück hätte Kollerbeck das Ergebnis sogar noch höher schrauben können.

In den ersten 25 Spielminuten war die Partie weitgehend ausgeglichen. Beide Teams neutralisierten sich, ohne nach Vorne hin zu nennenswerten Chancen zu kommen. Hier war aber schon andeutungsweise zu sehen, unter welcher Brisanz dieses Spiel stand. Vinsebeck ist aufgrund zahlreicher Verletzter im Tabellenkeller angekommen und Kollerbeck wollte da partout nicht hin abrutschen. Und so richtig Pfeffer kam ins Spiel, als Pascal Ewers die Gäste in der 27. Spielminute in Führung brachte. Markus Esche war auf Linksaußen durchgebrochen, hatte schon den Torwart ausgespielt und sein zu weit vorgelegter Ball fand in Pascal Ewers einen dankbaren Mitspieler, der das freie Tor ohne Probleme traf.
Dieser Gegentreffer war dann so etwas wie das Startsignal für die Vinsebecker Teutonen. Das ohnehin schon prickelnde Derby wurde zusehends hektischer und emotionaler. Die Zuschauer auf beiden Seiten hatten mehr als genug Szenen, in denen sie ihren Unmut kundtun konnten. Und das taten sie dann auch recht lautstark. Für Kollerbeck hätten Pascal Ewers (43. Minute) und Markus Esche 32. Spielminute Chancen, zu erhöhen, während Richard Weißenburger in der 35. Minute nur ganz knapp an Jens Schölzel im Kollerbecker Kasten scheiterte.
Und eben dieser Jens Schölzel sollte noch eine zentrale Rolle spielen. Nachdem die Teutonen wie entfesselt aus der Kabine gekommen waren und der Ausgleich nur eine Frage der Zeit schien („Die betteln ja quasi ums Gegentor“, meinte Karl-Heinz Mönks unter den SVK-Zuschauern zu dem Powerplay der Vinsebecker), kam es in der 55. Spielminute zu einer verhängnisvollen Konstellation. Als viele Kollerbecker Abseits reklamierten, der Schiri aber nicht pfiff, musste Jens Schölzel das Leder außerhalb des Strafraums mit dem Oberarm abwehren. Der Pfiff und die rote Karte des Unparteiischen konnten da nicht weiter verwundern. Für den enttäuschten SVK-Keeper zog sich Alex Rheker dessen Trikot über. Und um es vorweg zu nehmen: Er machte seine Sache total gut. Bis auf eine Großtat in der 63. Minute, als er dem durchgebrochenen TuS-Mittelfeldmann das Leder abnahm, hatte er aber auch kaum Gelegenheit, sich groß auszuzeichnen.
So paradox es erscheinen mag. Aber mit 10 Mann hatte Kollerbeck ab dieser Szene das Spiel besser im Griff als in den zehn Minuten nach dem Seitenwechsel. Und wenn Pascal Ewers bei drei Konterchancen in der 75., der 81. und 95. Minute etwas genauer Maß genommen hätte und Markus Esche in der 88. Spielminute das Leder ins leere Tor bugsiert hätte, wäre der Sack schon viel früher zu gewesen. So musste sich die Maaßentruppe bis zum erlösenden Schlusspfiff des Unparteiischen durchbeißen, um drei ganz wichtige Punkte einzufahren.
Wie es am nächsten Sonntag personell gegen die Reserve des VfR Borgentreich aussieht, steht heute noch in den Sternen. Jens Schölzel und Dominik Abitz werden zu ersetzen sein, aber das spielt zur Zeit noch keine so große Rolle. Jetzt zählt erst einmal, mit welchem Einsatz und Kampfeswillen die Vinsebecker auf deren eigenem Platz bezwungen wurden, um am Ende dann verdientermaßen den Derbysiegertanz aufführen zu können.
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel; Dominik Abitz, Marc Neumann, Tim Ewers, Alexander Rheker, Marvin Köhne, Michael Meyer, Raphael Föst, Markus Esche, Lukas Meyer und Pascal Ewers
Herbstliche Idylle in Vinsebeck abseits des Platzes: Doch nur zehn Meter weiter rechts war von der Beschaulichkeit nichts mehr zu spüren