12.10.2014
Der SV Kollerbeck präsentierte sich als launische Diva
Enttäuschende 2:3-Niederlage beim Tabellenvorletzten
(svk) Westheim (krü). Wer hätte das für möglich gehalten? Beim Tabellenvorletzten FC Westheim-Oestdorf unterlag der in den letzten Wochen so starke SV Kollerbeck nach früher Führung mit 2:3 Toren. Insbesondere in der ersten Spielhälfte war die zuletzt so gefestigte Abwehr völlig von der Rolle. Zu allem Überfluss holte sich Torben Rheker in der 72. Spielminute nach einem Frustfoul kurz hinter der Mittellinie sogar noch die rote Karte. Rafael Föst und Michael Meyer waren für die Grün-Weißen erfolgreich.

Personell war die wohl gewichtigste Änderung gegenüber der Vorwoche, dass mit Marvin Köhne und Raphael Maaßen zwei der zuletzt auffallendsten Defensivkräfte verletzt ausfielen. So musste der SVK-Coach Marc Neumann ins defensive Mittelfeld vorziehen, um seinen eigenen Part zu erfüllen. Und mit Dominik Abitz kam der eigentlich etablierte Stammverteidiger für Marvin Köhne ins Team. Unter dem Strich war die Abwehr in der Zusammenstellung Tim Ewers, Torben Rheker, Dominik Abitz und Simon Reinhard gegen Westheim-Oestdorf einfach nicht aufeinander eingespielt und völlig von der Rolle. Die Anzahl der Fehlpässe hinten raus übertraf die erfolgreichen Zuspiele um Längen. Dass so kein Spiel – selbst gegen eine recht bieder auftretende Truppe wie die Sauerländer – erfolgreich gestaltet werden kann, darf nicht verwundern.
Dabei startete der SVK wie die Feuerwehr. Bereits nach acht Minuten stand es 1:0 für Grün-Weiß, als die Gastgeber unter dem Druck der Kollerbecker den Ball vertändelten, der Torwart und der letzte Mann auf dem langen Rasen ausrutschten und Rafael Föst das Leder nur ins leere Tor schieben musste. Wer jetzt ziemlich sicher war, dass dies der Anfang eines ähnlichen Schützenfestes wie vor einer Woche würde, wurde am Ende bitter enttäuscht. Nur sechs Minuten nach der Führung und mitten in eine überzeugende Druckphase glich Westheim-Oestdorf aus. Der Linksaußen der Kicker aus dem Südkreis narrte die überforderte Kollerbecker Hintermannschaft, spielte in die Mitte zum ebenfalls frei stehenden Rechtsaußen und der hatte keine Mühe, ein zu schießen.
Solche Tore können durchaus mal fallen, wenn sie die Ausnahme bleiben, aber bis zum Seitenwechsel wurde das Spiel der Kollerbecker immer „grauenhafter“ (O-Ton Raphael Maaßen am Spielfeldrande). Auf der einen Seite versiebten die Kollerbecker wie Markus Esche sogenannte hundertprozentige Chancen, und auf der anderen Seite erhöhte der selbst völlig überraschte Gastgeber auf 3:1. Beim zweiten Gegentor war es wieder der brandgefährliche Linksaußen, der nach einem steilen Pass das Leder gekonnt mitnahm und sofort aus dem Fußgelenk die Kugel unter die Latte drosch. Das dritte Tor des FC resultierte aus einem Fernschuss, der kurz vor Keeper Jens Schölzel aufsetzte und dann vom Innenpfosten ins Netz sprang. Klar, hier kamen Glück für Westheim und Pech für Kollerbeck zusammen. Allerdings war es erst der dritte Schuss, der aufs Kollerbecker Tor kam. ´
Nach dem Wechsel sah es zunächst danach aus, als wenn Kollerbeck diesen 45 minütigen Blackout vergessen machen wollte. So brachte gleich der erste Angriff eine mehr als hundertprozentige Chance. Pascal Ewers hatte sich selbst schon in passable Einschussposition gebracht, er gab aber zum besser stehenden Lukas Meyer ab. Doch der schaffte es, den Ball aus fünf Metern über das leere Tor zu schießen. Allerdings tat dieser Fauxpas nicht lange weh, zumal Michael Meyer keine 40 Sekunden später zum 2:3 verkürzte. Ein haltbarer Fernschuss schlug zur Überraschung der meisten ins Tor des FC ein.
Danach hatte Kollerbeck noch Chancen, das Spiel allemal zu drehen, doch Raphael Föst und Markus Esche konnten ihre sehr guten Einschussmöglichkeiten nicht zählbar nutzen. Einen Bärendienst erwies dann Rechtsverteidiger Torben Rheker seinem Team als er umgehend nach einer schon überflüssigen gelben Karte seinem Gegenspieler in Höhe der Mittellinie von hinten in die Beine sprang. Dass es hier nichts anderes als tiefrot geben konnte, hat niemanden mehr verwundert. Überhaupt schaukelte sich das Spiel von Minute zu Minute immer mehr hoch. Spieler und Zuschauer kümmerten sich mehr um Belanglosigkeiten und Unwichtiges, als um den eigentlichen Sinn des sonntäglichen Treffens. Es wird morgen gewiss nicht wenige geben, die mit heiserer Stimme in die neue Woche starten werden.
Nach den drei voll überzeugenden Spielen gegen Brenkhausen, Scherfede und Lüchtringen bot der SVK ein Bild, das man eigentlich vergessen glaubte. So wird wohl nicht mehr drin sein als ein Ergebnis um den 10ten Tabellenplatz herum. Schade.
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel; Dominik Abitz, Marc Neumann, Tim Ewers, Simon Reinhard, Torben Rheker, Michael Meyer, Raphael Föst, Markus Esche, Lukas Meyer und Pascal Ewers
War alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: Rapgal Maaßen