30.03.2014
SVK mit Zittersieg bei den Steinheimer Türken
3:1 bringt ein wenig Luft zum kritischen Platz acht
(svk) Steinheim (krü). In einem wahren Zitterspiel besiegte der SV Kollerbeck den nur wenige Punkte schlechter platzierten TSC Steinheim mit 3:1 Toren. Trotz Rückstand, zahlenmäßiger Unterzahl und Geburtstagsfete am Abend zuvor schaffte die Dölitzsch-Truppe den ersten Sieg in 2014. Gar nicht auszudenken, wenn die Partie gegen die stark ersatzgeschwächten Türken in die Hose gegangen wäre. Die Tore erzielten zweimal Pascal Ewers und Raphael Föst. Abwehrmann Jan Dyballa sah in der 49. Spielminute den gelb-roten Karton, als er im Sechszehner der Gastgeber einen Gegenspieler völlig unnötig umsäbelte.
Vor dem Spiel sah es für die Grün-Weißen eigentlich ganz gut aus. „Die Türken können froh sein, überhaupt eine Mannschaft voll bekommen zu haben“, meinte Raphael Maassen, Ex-Trainer der Türken bei Begutachtung der TSC-Truppe. Die Bozkurt-Brüder fielen wegen der Beerdigung ihres Vaters aus und am letzten Sonntag sahen zwei Türkenspieler im Derby in Vinsebeck für Platzverweise rot. Kollerbeck war bis auf die etatmäßigen Keeper Jens Schölzel und Sascha Niemeier komplett. Doch trotz dieser eigentlich günstigen Konstellation entwickelte sich ein Spiel mit vielen gelben Karten und zahlreichen vergebenen Torchancen.
Die erste Hälfte war von den Spielanteilen her recht ausgeglichen. Die Mehrzahl der Torchancen hatte allerdings der SV Kollerbeck, doch leider wurden diese viel zu leichtfertig vergeben. So hätten die Grün-Weißen bis zur 15. Spielminute auch locker führen müssen, doch zweimal Lukas Meyer und einmal Raphael Föst vergaben aus besten Situationen. Die Führung der Gastgeber in eben dieser 15. Minute fiel für alle überraschend. Ein Freistoß von halbrechts fand den Weg über die Mauer hinweg ins linke obere Toreck. Hier hatte David Fuhrmann im Kollerbecker Tor nicht den Hauch einer Chance.
Allerdings dauerte es gar nicht lange, bis Kollerbeck diesen Fauxpas ausgebügelt hatte. Nur zwei Minuten später war es Lukas Meyer, der sich am rechten Strafraumeck durchgetankt hatte und sein mustergültiger Pass war für Pascal Ewers ein leichtes, zum Remis einzuschießen. Und dann sah eigentlich alles nach einem Kollerbecker Sieg aus. In der 29. Minute war es erneut Pascal Ewers, der zum 2:1 einköpfte und die Torchancen, die Lukas Meyer (2), Raphael Föst und der völlig frei auf TSC-Keeper Griebat zulaufende Pascal Ewers vergaben, ließen nie Zweifel daran aufkommen, dass es in den zweiten 45 Spielminuten zum Sieg gegen die körperlich nicht gerade austrainiert wirkenden Türken kommen sollte.
Doch weit gefehlt. Nur vier Minuten nach dem Seitenwechsel ließ sich der zuvor bereits gelb verwarnte Abwehrrecke Jan Dyballa im Strafraum der Gastgeber zu einer Frustgrätsche hinreißen. Der logischerweise folgende zweite gelbe Karton bedeutete dann 40 Minuten Unterzahl und ein Spiel Sperre zusätzlich für Dyballa. Allerdings zeigte sich jetzt auch wieder, dass ein Team, das in Überzahl spielt, noch lange nicht leichtes Spiel mit dem Gegner hat.
Kollerbeck musste zwar zahlreiche brenzlige Situationen überstehen, doch bei konsequenterer Chancenverwertung, hätte der SVK auch gut und gerne sieben oder acht Tore schießen können. In der 52. Minute zögerte Michael Meyer zu lange, Pascal Ewers bediente nach einem Konter Raphael Föst so mustergültig, dass es eigentlich zur Vorentscheidung langen sollte (69. Minute) und erneut Raphael Föst war es, der in der 74. Spielminute nach schönem Solo im letzten Moment gestoppt werden konnte. Besser machte es der „kleine“ Föst dann in der 82. Minute, als er einen schönen langen Paß von Alexander Rheker kurz hinter der Mittellinie aufnahm und sich super durchtankte. Trotz ständiger Tacklings schaffte es der agile, bis dato aber glücklose Offensivmann, zum nicht unverdienten 3:1 ein zu schießen.
Nicht verschwiegen werden darf aber, dass die Türken zwischen der 64. und 71. Minute das Spiel hätten drehen können. Erst landete ein 25 Meter Schuss am Pfosten des SVK und in der 67. Minute pfiff der türkische Schiedsrichter ein Tor des TSC ab, weil der von hinten rein laufende Stürmer im Abseits gestanden haben sollte. Solche Tore haben viele Schiedsrichter schon gegeben. Und in der 71. Spielminute war es David Fuhrmann, der den Sieg festhielt, als er eine super Chance der Türken mit letzter Kraft um den Pfosten lenken konnte.
Nach dem 3:1 ließen die Türken dann verständlicherweise die Köpfe hängen und somit kam der SVK zu einem eminent wichtigen Auswärtssieg. Wichtig umso mehr, da der TSC ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt ist und so erst einmal auf Distanz gebracht werden konnte. Am kommenden Sonntag ist ein Heimsieg gegen die stets brandgefährlichen Türken aus Brakel auf der anderen Seite noch keinesfalls in trockenen Tüchern. Somit ist also erst einmal ein wenig Luft zum gefährlichen Platz acht.
In der Nachfolgefrage von Norbert Dölitzsch konnte noch nichts Neues vermeldet werden. Auf jeden Fall haben sich Raphael Maassen und Bernward Brisgies zumindest in Steinheim nicht über das Thema unterhalten. Irgendwie sah es so aus, als wenn man sich einfach nicht auf dem recht menschenleeren Steinheimer Kunstrasenplatz begegnen konnte.
Der SVK spielte mit: David Fuhrmann; Jonas Stecker, Tim Ewers, Christian Föst, Jan Dyballa, Raphael Föst (85. Martin Rheker), Michael Meyer, Alexander Rheker, Marc Neumann, Lukas Meyer (77. Stephan Klocke), Pascal Ewers